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Das richtige Leder für Bindebänder: Dicke, Art und Auswahl
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Das richtige Leder für Bindebänder: Dicke, Art und Auswahl

Für Bindebänder und Schnürriemen ist flexibles Rindsleder oder Kalbsleder mit einer Stärke von 1,5 mm bis 2,5 mm am universellsten. Ein solches Material muss zwei extremen Anforderungen gerecht werden: Einerseits muss es beim Zuziehen starken Zugbelastungen standhalten, andererseits aber weich genug bleiben, um sich geschmeidig zu engen Knoten formen zu lassen. Stell dir so einen Riemen wie eine Sehne vor – er muss elastisch sein und unter Belastung arbeiten, darf aber im ungünstigsten Moment auf keinen Fall reißen. Die Wahl der richtigen Lederhaut, aus der du die Bänder schneidest, ist das Fundament für die Langlebigkeit jedes mit einem Riemen verschlossenen Notizbuchs, Lederbeutels oder Reenactment-Elements. Die falsche Wahl des Rohmaterials führt dazu, dass die Schnürung schnell reißt oder sich nicht dauerhaft festziehen lässt.

Welche Lederstärke für Bindebänder

Bei Bändern, die zum Schnüren gedacht sind, diktiert die Materialstärke die Funktionalität. Der optimale Arbeitsbereich liegt zwischen 1,5 mm und 2,5 mm, abhängig von der Größe und dem Verwendungszweck des gesamten Projekts. Leder mit einer Stärke von 1,5 mm ist ein hervorragendes Material für feine Riemchen, Zugbänder kleiner Lederbeutel, Verschlüsse von handgefertigten Notizbüchern oder dekorative Schnürungen an Kleidungsstücken. Bei dieser Stärke gibt das Material den Fingern widerstandslos nach und ermöglicht das Binden präziser, kleiner Knoten, die sich nicht von selbst wieder lösen.

Wenn das Projekt höhere Belastungen aushalten muss, wie zum Beispiel beim Verschnüren der Seitenteile schwerer Motorradtaschen, beim Verschließen von Lederwerkzeugrollen oder bei Elementen von Lederrüstungen, sollte man zu Leder mit einer Stärke von 2,0 mm bis 2,5 mm greifen. Ein solches Band hält kräftigem Rucken und ständiger Zugspannung stand. Es erfordert jedoch das Schneiden eines etwas breiteren Riemens (in der Regel 4 mm bis 6 mm), um die richtigen Proportionen beizubehalten und die Faserstruktur nicht zu schwächen.

Die Verwendung von Leder, das dünner als 1,2 mm ist, für funktionale Bänder führt unweigerlich zum Reißen. Zu dünnes Material verliert, besonders wenn es zu einem schmalen Riemen geschnitten wird, seine Zugfestigkeit. Andererseits wird Leder, das dicker als 3,0 mm ist, im Kontext von Schnürungen völlig unpraktisch. Der Versuch, einen Knoten in ein so dickes Band zu machen, endet mit einem riesigen, steifen Klumpen, der sich aufgrund der inneren Spannung des dicken Materials ständig wieder lockern wird. Dickes Blankleder mit einer Stärke von 3,5 mm oder 4,0 mm reservieren wir für Trageriemen und Ledergürtel, bei denen wir Gürtelschnallen und keine Knoten verwenden. Für einen Anfänger, der ein universelles Material zum Schneiden von Werkstattriemen sucht, ist Leder mit einer Stärke von 2,0 mm der sicherste und vielseitigste Kompromiss.

Welche Gerbart — pflanzlich vs. chromgegerbt

Die Wahl zwischen pflanzlich gegerbtem Leder und chromgegerbtem Leder hängt bei Bindebändern davon ab, welches Endergebnis du erwartest und wie das Band arbeiten soll. Beide Arten haben hier ihre berechtigte Anwendung, verhalten sich aber völlig unterschiedlich.

Pflanzlich gegerbtes Leder ist die klassische Wahl für Lederhandwerker, die volle Kontrolle über das Material schätzen. Sein großer Vorteil ist die Möglichkeit, es selbst mit Lederfarbe (zum Beispiel aus der Fiebing's Pro Dye Linie) zu färben, und – was bei Riemen entscheidend ist – die Möglichkeit einer perfekten Kantenbearbeitung. Ein aus pflanzlich gegerbtem Leder geschnittenes Band lässt sich abrunden und glätten, was die Reibung beim Durchziehen durch Ösen oder Löcher im Material drastisch reduziert. Man sollte jedoch bedenken, dass naturbelassenes, pflanzlich gegerbtes Leder oft steif ist. Damit der Knoten richtig arbeitet und die Narbenseite bei scharfem Knicken nicht reißt, muss das pflanzlich gegerbte Band vor dem Gebrauch entsprechend mit Lederpflege gefettet und in den Händen „gebrochen“ werden, um es weich zu machen. Pflanzlich gegerbtes Leder entwickelt mit der Zeit eine schöne Patina und dunkelt in der Sonne nach, was den Schnürungen einen rustikalen Charakter verleiht.

Chromgegerbtes Leder hingegen ist ein Material, das sofort nach dem Abschneiden von der Haut einsatzbereit ist. Der Gerbprozess mit Chromsalzen macht das Leder von Natur aus sehr weich, flexibel und rissbeständig, selbst bei sehr engen Knoten. Es ist eine hervorragende Wahl für Zugbänder an Beuteln und weichen Taschen. Es hat jedoch seine Grenzen. Chromleder kannst du nicht selbst färben, und es nimmt auch keine formenden Wachse auf. Das Wichtigste ist jedoch, dass du seine Kanten weder mit Tokonole noch mit einem Kantenpolierholz glätten kannst. Die Kante eines Chromlederbandes bleibt immer offen und leicht faserig.

Wenn du farbiges Leder verwendest, das bereits in der Gerberei gefinisht wurde (egal, ob es sich um Chromleder oder pflanzlich gegerbtes Leder mit aufgetragenem Finish handelt), denke daran, dass die Narbenseite geschlossen ist. Wir tragen darauf keine zusätzlichen Lederfarben oder fettenden Präparate auf, da sie ohnehin nicht in die Struktur eindringen würden. Bei gefinishtem, pflanzlich gegerbtem Leder beschränken wir uns ausschließlich auf die Kantenbearbeitung.

Worauf du achten solltest

Bei der Vorbereitung von Bindebändern ist die Wahl der Lederhaut nur die halbe Miete. Die Art der Verarbeitung und technische Details entscheiden darüber, ob der Riemen Jahre überdauert.

1. Faserrichtung und Zuschnitt. Echtleder dehnt sich je nach Richtung unterschiedlich stark. Die höchste Formstabilität weist es entlang der Rückenlinie des Tieres auf (vom Nacken bis zum Schwanz). Bindebänder, die starkem Zug ausgesetzt sind, solltest du immer entlang dieser Linie schneiden. Ein Riemen, der quer über den Bauchbereich geschnitten wird, dehnt sich wie Gummi, verliert seine ursprüngliche Stärke und reißt schließlich unter Belastung. Für das gleichmäßige und schnelle Schneiden von Riemen aus der Haut lohnt es sich, ein spezielles Lederwerkzeug zu verwenden, nämlich den Riemenschneider.

2. Kantenbearbeitung und Reibung. Die unbehandelte, scharfe Kante eines Bandes wirkt wie eine mikroskopische Säge. Wenn die Schnürung durch Löcher in anderem Leder verläuft, werden die scharfen Kanten das Basismaterial mit der Zeit durchscheuern. Verwende bei pflanzlich gegerbtem Leder einen Kantenhobel (Edge Beveler) in der Größe #0 oder #1, um die scharfen Ecken zu brechen. Trage anschließend etwas Tokonole auf und poliere die Kante mit einem Tuch. Das glatte Band wird widerstandslos durch die Löcher gleiten.

3. Pflege der Knickstelle. Ein Knoten ist eine Stelle, an der das Leder extrem gebogen und gestaucht wird. Wenn du dickeres, pflanzlich gegerbtes Blankleder verwendest, reibe vor dem Binden des endgültigen Knotens etwas Lederpflege oder Fett in diese Stelle ein. Dies verhindert Mikrorisse auf der Narbenseite, die mit der Zeit zum Reißen des Riemens führen könnten.

4. Zuschnittproportionen. Vermeide es, Riemen mit einem quadratischen Querschnitt zu schneiden (z. B. ein 2 mm breites Band, das aus 2,0 mm dickem Leder geschnitten wird). Ein solches Profil ist strukturell schwach und legt sich sehr schlecht in einen Knoten. Ziele immer auf einen rechteckigen Querschnitt ab. Für 2,0 mm starkes Leder beträgt die minimal sinnvolle Bandbreite 4 mm.

Empfohlene Leder aus unserem Sortiment

In unserem Sortiment findest du Materialien, aus denen du zuverlässige Schnürungen für jede Art von Projekt selbst herstellen kannst. Je nach Bedarf kannst du dich für eine naturbelassene Basis zur eigenen Bearbeitung oder für fertige Leder entscheiden.

  • Pflanzlich gegerbtes Rindsblankleder (1,5 mm - 2,0 mm). Das ist ein absoluter Werkstattklassiker. Mit dem Kauf dieses Materials erhältst du völlige Freiheit. Die daraus geschnittenen Bänder kannst du passend zur Farbe deines Hauptprojekts färben und die Kanten glatt polieren. Es bietet eine enorme mechanische Festigkeit, ideal für schwerere Satteltaschen und Rüstungselemente.
  • Maya Leder. Das Flaggschiff-Leder unseres Shops, erhältlich in Stärken um die 1,8 mm. Es handelt sich um pflanzlich gegerbtes Leder, das jedoch bereits werkseitig gefinisht ist und eine wunderschöne, matte Narbenseite mit einem einzigartigen Wischeffekt aufweist. Aus Maya geschnittene Bänder sind angenehm weich, halten den Knoten hervorragend und ihre Kanten lassen sich leicht polieren. Eine großartige Wahl für elegante Schnürungen an Notizbüchern.
  • Weiche Chromleder. Für Handwerker, die Kleidung, weiche Hobo-Taschen oder Würfelbeutel nähen, sind dünne Chromleder ein Volltreffer. Sie bieten unübertroffene Flexibilität direkt vom Werktisch weg. Daraus geschnittene Bänder lassen sich zu den engsten Knoten binden, ohne dass man Risse auf der Narbenseite befürchten muss.

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Wenn du planst, Riemen selbst zu schneiden und zu bearbeiten, werden dir diese Materialien helfen, dein Wissen zu erweitern und grundlegende Fehler zu vermeiden:

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