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Locheisen und Lederlocher für Gürtel und Riemen – Auswahlhilfe
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Locheisen und Lederlocher für Gürtel und Riemen – Auswahlhilfe

Das Stanzen von gleichmäßigen, sauberen Löchern gehört zu den grundlegendsten und gleichzeitig kritischsten Arbeitsschritten in der Werkstatt. Egal, ob Sie einen Ledergürtel anfertigen, Nieten an einer Tasche anbringen oder einen Beiltaschenknopf vorbereiten – Sie benötigen ein Lederwerkzeug, das die Fasern durchtrennt und nicht zerquetscht. Der Begriff Locheisen oder Lederlocher umfasst eine Kategorie mit völlig unterschiedlichen Bauformen. Anfänger kaufen oft eine billige Lochzange im Baumarkt und sind dann frustriert, wenn das Werkzeug mit dickem, pflanzlich gegerbtem Leder nicht zurechtkommt und weiches Nappaleder einfach nur zerkaut. Ein gutes Locheisen hinterlässt eine glatte Lochkante, erfordert keinen übermenschlichen Kraftaufwand und leistet jahrelang treue Dienste. In diesem Leitfaden nehmen wir alle Arten von Lochern, ihre Größen sowie die Arbeitstechniken genau unter die Lupe, mit denen Sie bei jedem Schlag ein sauberes Ergebnis erzielen.

Kurz gefasst:

  • Revolverlochzangen (oder einfach Lochzangen) sind praktische Zangen mit einem drehbaren Kopf, ideal für schnelle Arbeiten an den Kanten und zum Stanzen von Löchern in Ledergürteln.
  • Einschlag-Locheisen (Rundlocheisen) ermöglichen es, an einer beliebigen Stelle in der Mitte eines großen Materialstücks ein Loch zu stanzen.
  • Die Lochgröße muss exakt dem Durchmesser des zu montierenden Beschlags (Niete, Druckknopf, Beiltaschenknopf) entsprechen, meist auf 0,5 mm genau.
  • Ein stumpfes Lederwerkzeug ruiniert das Material. Legen Sie immer Lederreste aus hartem Leder unter das zu stanzende Werkstück, um die Schneide zu schützen und einen sauberen Schnitt zu erzielen.
  • Pflanzlich gegerbtes Leder lässt sich mit einem charakteristischen Knacken durchtrennen, während weiches Nappaleder ein absolut scharfes Werkzeug und eine feste Unterlage erfordert.

Inhaltsverzeichnis

Was ein gutes Locheisen von einem billigen Spielzeug unterscheidet

Die Wahl der Schneidwerkzeuge ist der Moment, in dem sich falsche Sparsamkeit am schnellsten rächt. Ein Lederlocher funktioniert nach einem einfachen physikalischen Prinzip: Eine dünne, zylindrische Schneidkante drückt auf das Material, bis sie alle Schichten durchtrennt hat. Ein stumpfes Locheisen wirkt wie eine Presse, nicht wie ein Messer. Anstatt zu schneiden, zerquetscht es die Narbenseite (Lederhaut), zerreißt die Fleischseite und verformt das gesamte Werkstück. Bei 3 mm oder 4 mm dickem, pflanzlich gegerbtem Leder führt die Verwendung eines minderwertigen Lederwerkzeugs dazu, dass sich das Schneidrohr verbiegt oder Sie mit dem Hammer so stark zuschlagen müssen, dass Sie Ihren Arbeitstisch beschädigen.

Ein gutes Lederwerkzeug wird aus kohlenstoffreichem Werkzeugstahl gefertigt, der die Schärfe lange hält. Die Schneidrohre bei professionellen Locheisen haben einen optimal profilierten Schnittwinkel. Die Klinge verjüngt sich fließend, was ein sanftes Eindringen in das dichte Material ermöglicht. Bei billigen Alternativen sind die Rohrwandungen dick und schon beim Auspacken stumpf. Wenn Sie versuchen, damit einen dicken Sattlerriemen zu durchstanzen, verklemmt sich das Werkzeug auf halber Strecke. Das zwingt Sie dazu, am Werkzeug zu zerren und es hin und her zu drehen, wodurch das Loch geweitet und seine Kanten ruiniert werden. Wenn Sie einen Ledergürtel nähen und Nahteisen mit einem Abstand von 4 mm oder 5 mm verwenden, legen Sie Wert auf die Ästhetik jedes Details. Ein ausgefranstes, ungleichmäßiges Loch für die Gürtelschnalle ruiniert den gesamten visuellen Effekt, auf den Sie hingearbeitet haben.

Die Gerbart spielt hier eine enorme Rolle. Pflanzlich gegerbtes Leder hat eine dichte, feste Faserstruktur. Wenn Sie mit einem scharfen Locheisen darauf drücken, leistet es anfangs Widerstand und durchbricht dann mit einem befriedigenden Geräusch die Schicht, wobei ein perfektes Abfallstück zurückbleibt. Weiche Leder hingegen, wie zum Beispiel dünnes Bekleidungsleder oder 1,5 mm dickes Nappaleder, verhalten sich völlig anders. Sie geben unter Druck nach. Wenn das Locheisen nicht rasiermesserscharf ist, drückt es das weiche Leder in das Innere des Rohrs, anstatt es zu durchtrennen. Das Ergebnis ist ein Loch mit ausgefransten, überdehnten Kanten. Genau deshalb sind die Stahlqualität und der werkseitige Schliff die Parameter, auf die Sie beim Kauf unbedingt achten müssen.

Die Revolverlochzange – das Arbeitstier in der Werkstatt

Die Revolverlochzange, oft auch einfach als Lochzange bezeichnet, ist ein sehr beliebtes Lederwerkzeug in dieser Kategorie. Sie verfügt über einen drehbaren Kopf (Trommel), auf dem in der Regel sechs Schneidrohre mit unterschiedlichen Durchmessern angebracht sind. Sie funktioniert nach dem Hebelprinzip. Auf der einen Seite befindet sich das Schneidrohr, auf der anderen ein Amboss aus Messing oder Kupfer, auf dem das Material in der letzten Phase des Schnitts aufliegt. Es ist ein in seiner Einfachheit geniales Werkzeug, mit dem Sie die Größe des zu stanzenden Lochs in Sekundenschnelle von 2 mm auf 4,5 mm ändern können.

Der Hauptvorteil der Lochzange ist die Bequemlichkeit und die Tatsache, dass kein Hammer (Schlagholz) benötigt wird. Sie können damit "in der Luft" arbeiten, was sehr praktisch ist, wenn Sie für einen Kunden schnell zusätzliche Löcher in einen fertigen Ledergürtel stanzen müssen. Allerdings hat diese Art von Werkzeug auch ihre Grenzen. Die Reichweite der Zangenbacken beträgt in der Regel nur 3 bis 5 Zentimeter. Das bedeutet, dass Sie damit nur Löcher in der Nähe der Materialkante stanzen können. Sie können damit nicht die Mitte einer großen Pfadfindertasche oder den zentralen Punkt einer 15 cm breiten Armschienen durchstanzen. Es ist ein Werkzeug, das speziell für Ledergürtel, Sattlerriemen, Verschlüsse und Randvernietungen gedacht ist.

Ein Problem vieler Anfänger ist die falsche Handhabung der Lochzange. Ein zu festes Zusammendrücken der Griffe, wenn das Werkzeug das Material bereits durchdrungen hat, führt dazu, dass sich das stählerne Schneidrohr in den weichen Messingamboss bohrt. Mit der Zeit entstehen tiefe Rillen auf dem Amboss. Wenn das Rohr beim nächsten Schnitt in eine solche Rille trifft, schließt es nicht mehr richtig und durchtrennt die untere Lederschicht (Fleischseite) nicht vollständig. Um dies zu vermeiden, legen Sie ein zusätzliches Stück hartes Leder von etwa 1,5 mm bis 2 mm Dicke unter das zu schneidende Material. Sobald Sie spüren, dass Sie das eigentliche Projekt durchstanzt haben und in die Unterlage eingedrungen sind, hören Sie auf zu drücken. Das verlängert die Lebensdauer der Schneidrohre und des Ambosses drastisch.

Einschlag-Locheisen – Präzision und unbegrenzte Reichweite

Wenn Sie ein Loch in der Mitte eines Materialstücks stanzen müssen, wird die Lochzange nutzlos. Dann kommen die Einschlag-Locheisen (Rundlocheisen) ins Spiel. Das sind einzelne Stahlstifte, die in einem geschärften Rohr enden. Sie setzen sie senkrecht auf die Narbenseite auf und schlagen mit einem Schlagholz auf das obere Ende. Da Sie nicht durch den Zangenarm eingeschränkt sind, können Sie an absolut jedem Punkt Ihres Arbeitsprojekts ein Loch stanzen.

Einschlag-Locheisen gibt es in einer riesigen Größenvielfalt. Die kleinsten haben einen Durchmesser von nur 1 mm und dienen zum präzisen Markieren von Punkten für dünne Nieten oder als Abschluss für feine Einschnitte. Die größten können 15 mm, 20 mm oder sogar mehr messen und werden verwendet, um wuchtige Ösen zu setzen oder dekorative Lochmuster zu kreieren. Ein gutes Locheisen hat an der Seite eine gefräste Auswurföffnung (Fenster). Wenn Sie in das Material schlagen, wandert das ausgestanzte Lederstückchen in das Innere des Rohrs. Nachfolgende Schläge schieben die Stücke weiter nach oben, bis sie schließlich durch das seitliche Fenster herausfallen. Billige Rohre ohne entsprechenden Auswurf verstopfen nach wenigen Schlägen. Das im Inneren des Rohrs zusammengepresste Leder wirkt wie ein Pfropfen aus Beton. Das Werkzeug schneidet nicht mehr, und der Versuch, die Lederreste mit einer Sattlerahle herauszupulen, endet oft mit einer Beschädigung der Schneide.

Bei der Arbeit mit Locheisen ist das Werkzeug, mit dem Sie zuschlagen, von entscheidender Bedeutung. Schlagen Sie niemals, unter keinen Umständen, mit einem herkömmlichen Metallhammer auf ein stählernes Locheisen. Der Kontakt von Stahl auf Stahl führt zur „Pilzbildung“ am oberen Ende des Locheisens. Mit der Zeit wird es so stark plattgeklopft, dass es seine Geometrie verliert, und absplitternde Stücke des gehärteten Metalls können gefährlich werden. Verwenden Sie immer einen Hammer aus Polymer, Nylon oder Rohhaut (Rawhide Mallet). Ein solcher Hammer dämpft den Schlag, überträgt die gesamte Energie auf die Schneidkante, verformt aber den Schaft des Werkzeugs nicht.

Sonderlochungen: Ovale, Tropfenformen und Aussparungen für Gürtelschnallen

Ein runder Lederlocher ist die Basis, aber fortgeschrittene Projekte erfordern Löcher mit einer anderen Geometrie. Ein perfektes Beispiel ist die Montage einer klassischen Gürtelschnalle mit Dorn an einem Ledergürtel. Der Dorn der Schnalle muss sich frei bewegen können. Wenn Sie dafür ein normales, rundes Loch stanzen, wird das Leder Falten werfen und die Gürtelschnalle wird nicht flach anliegen. Genau deshalb verwendet man ovale oder längliche Locheisen (Langlochstanzer). Damit stanzt man ein Loch mit einer Länge von 15 mm bis zu 30 mm, je nach Dicke des Schnallendorns. Dadurch gleitet der Dorn reibungslos durch den Ledergürtel und liegt locker auf dessen Kante auf.

Ein weiteres spezifisches Werkzeug ist das tropfenförmige Locheisen (Teardrop Punch). Es wird an den Stellen eingesetzt, an denen Beiltaschenknöpfe montiert werden. Ein Beiltaschenknopf ist ein Druckverschluss. Damit der Kopf des Knopfes durch das Leder passt, muss sich das Loch dehnen können. Ein einfaches Loch, das mit einem Messer eingeschnitten wurde, reißt an den Enden aufgrund der Spannungen schnell ein. Ein tropfenförmiges Locheisen erzeugt ein rundes Loch mit einem sich fließend verjüngenden Ende. Ganz am Ende dieses Schwänzchens befindet sich eine minimale Rundung, die die Spannung ableitet und ein weiteres Einreißen des Materials beim Öffnen und Schließen der Tasche verhindert.

In der Werkstatt erweisen sich auch Riemenenden-Abschneider (End Punches) als nützlich. Obwohl sie technisch gesehen keine Löcher stanzen, funktionieren sie nach demselben Einschlag-Prinzip. Sie haben die Form eines Bogens, einer Spitze oder eines asymmetrischen Schnitts. Sie ermöglichen es, mit einem einzigen Schlag des Hammers das Ende eines Ledergürtels perfekt zu formen, was bei einer Lederdicke von 4 mm mit dem Messer freihändig fast unmöglich zu reproduzieren ist. Sie erfordern jedoch einen kräftigen Schlag und eine perfekte Unterlage, da die Schnittlinie 30 mm bis 40 mm lang sein kann. Erwähnenswert sind auch Eckenstanzer, die eine perfekte, reproduzierbare Abrundung von Ecken bei Geldbörsen oder Buchhüllen ermöglichen.

So wählen Sie die richtige Locheisengröße für Beschläge und Projekte

Die Präzision in der Lederverarbeitung basiert auf Millimetern. Die Wahl des Schneidwerkzeugs nach Augenmaß ist der direkteste Weg, ein Projekt in der Endphase zu ruinieren, wenn Sie die Beschläge anbringen. Jedes Metallelement hat einen bestimmten Dorn- oder Stiftdurchmesser, und das Loch im Leder muss exakt darauf abgestimmt sein.

Beginnen wir mit Hohlnieten (einseitig und doppelseitig). Eine Standardniete in mittlerer Größe hat einen Stift mit einem Durchmesser von etwa 2,8 mm. Ein zu kleines Loch zwingt Sie dazu, die Niete mit Gewalt hineinzudrücken. Bei dünnem, 1,5 mm dickem, pflanzlich gegerbtem Leder führt dies zu einer Dehnung der Narbenseite und sichtbaren Falten um den Beschlag herum. Ein zu großes Loch, z. B. 4 mm, führt wiederum dazu, dass die Niete Spiel hat. Beim Vernieten kann sich der Stift im Loch verbiegen, wodurch der Nietkopf schief sitzt oder mit der Zeit herausfällt. Verwenden Sie für Standardnieten ein Locheisen mit einem Durchmesser von 2,5 mm oder 3 mm.

Bei Druckknöpfen ist die Situation etwas komplizierter, da das Set aus vier Teilen besteht. Die unteren Elemente werden meist auf einem Stift mit einem Durchmesser von etwa 3 mm montiert, daher ist ein 3-mm-Loch ideal. Das obere Teil des Druckknopfs (die Feder) geht jedoch mit einem breiteren Kragen durch das Material, was oft ein Loch von 4 mm oder sogar 4,5 mm erfordert. Messen Sie immer den Montagekragen des Beschlags mit einem Messschieber nach, bevor Sie auf das Locheisen schlagen.

Wenn Sie Verstelllöcher in einen Ledergürtel stanzen, sind Löcher mit einem Durchmesser von 4 mm bis 5 mm der Standard. Diese Größe gewährleistet ein leichtes Einführen des Schnallendorns, ohne die Struktur des Riemens zu sehr zu schwächen. Bei Uhrenarmbändern arbeiten Sie in einem völlig anderen Maßstab. Die Dorne kleiner Schnallen sind filigran, und das Armband selbst ist schmal. Hier kommen die kleinsten Lochzangen oder Locheisen mit einem Durchmesser von 1,5 mm oder maximal 2 mm zum Einsatz. Ein größeres Loch würde das Uhrenarmband klobig wirken lassen und könnte zum Reißen führen.

Wenn Sie planen, Löcher für dicke Sattlerriemen oder Schnürungen in Korsetts zu stanzen, benötigen Sie Locheisen, die auf die Ösen abgestimmt sind. Wenn die Öse einen Innendurchmesser von 8 mm hat, misst ihr Montagekragen etwa 8,5 mm. In diesem Fall müssen Sie ein 8-mm-Locheisen verwenden, damit die Öse mit leichtem Widerstand hineinpasst und das Material nach dem Vernieten fest zusammenhält.

Arbeitstechnik – Löcher stanzen ohne ausfransende Kanten

Selbst ein sehr teurer Lederlocher aus japanischem Stahl liefert kein gutes Ergebnis, wenn Sie ihn auf der falschen Unterlage oder mit der falschen Technik verwenden. Die Unterlage, auf der Sie stanzen, ist die halbe Miete. Schlagen Sie mit dem Locheisen niemals direkt auf einer Steinplatte, Glas, nacktem Holz oder einem Metallamboss. Ein harter Untergrund zerstört die Schneidkante beim ersten Schlag. Eine zu weiche Unterlage hingegen, wie ein dicker Schwamm oder Teppichboden, bietet nicht den nötigen Widerstand, um die unteren Fasern der Fleischseite zu durchtrennen.

Die empfohlene Lösung ist eine professionelle Schneidematte (selbstheilend) oder eine spezielle Teflon-/Polymerplatte für Locheisen. Doch auch eine hochwertige Schneidematte nutzt sich mit der Zeit ab. Die alte Schule der Sattlerei empfiehlt die Verwendung einer „Opferunterlage“. Nehmen Sie ein Stück dickes, hartes pflanzlich gegerbtes Leder (am besten ca. 3 mm bis 4 mm dick) und legen Sie es auf die Schneidematte, unter Ihr eigentliches Projekt. Wenn Sie auf das Locheisen schlagen, geht die Klinge durch das Zielwerkstück und bohrt sich in die Unterlage. So können Sie absolut sicher sein, dass die untere Schicht Ihres Projekts vollständig durchtrennt wurde und die Klinge nicht auf die Matte getroffen ist. Diese Technik ist absolute Pflicht, wenn Sie mit dünnem Nappaleder arbeiten, das dazu neigt, unter der Klinge wegzurutschen.

Die Positionierung des Werkzeugs ist ein weiteres Schlüsselelement. Das Locheisen muss absolut senkrecht stehen. Wenn Sie es auch nur um ein paar Grad neigen, durchschneidet das Rohr das Leder in einem Winkel. Auf der Narbenseite wird das Loch an der richtigen Stelle sein, aber auf der Fleischseite verschiebt es sich um einen Millimeter. Bei der Montage dicker Nieten führt dieser Millimeter dazu, dass der Beschlag schief sitzt. Fassen Sie das Locheisen fest, stützen Sie Ihre Hand auf dem Material ab, um die Position zu stabilisieren, und schlagen Sie entschlossen zu. Anstelle einer Reihe schwacher Schläge, die das Werkzeug verrutschen lassen könnten, sind ein oder zwei kräftige, kontrollierte Schläge aus dem Handgelenk und Unterarm besser.

Wenn Sie ein Loch in dickes, pflanzlich gegerbtes Leder für eine Gürtelschnalle stanzen, sind die Kanten im Inneren des Lochs roh. Sie können diese veredeln, ähnlich wie Sie es mit den Kanten des Ledergürtels tun. Tragen Sie mit einem Zahnstocher oder einem dünnen Pinsel ein wenig Tokonole auf die Innenseite des Lochs auf und polieren Sie das Innere dann mit einem Kantenpolierer (Wood Slicker) mit kleinem Durchmesser. Ein solches Detail zeugt von hoher handwerklicher Qualität und schützt das Innere des Lochs vor Feuchtigkeitsaufnahme. Bei Nappaleder oder werkseitig farblich gefinishtem Leder funktioniert diese Behandlung nicht auf die gleiche Weise, da die Chemie nicht in die Struktur eindringt, aber das rein mechanische Glätten der Fasern ist dennoch sinnvoll.

Pflege, Schärfen und Fehlerbehebung

Schneidstahl wird durch Gebrauch stumpf – das ist ein natürlicher Prozess. Bevor Sie entscheiden, dass Ihr Locheisen reif für den Müll ist, versuchen Sie, es zu schärfen. Das Schärfen von Locheisen unterscheidet sich vom Schärfen von Messern. Sie sollten die Innenwand des Rohrs nicht bearbeiten, da Sie sonst den Durchmesser verändern. Es wird ausschließlich der äußere Konus geschärft.

Die einfachste Methode ist die Verwendung eines Abziehleders (Streichriemen). Nehmen Sie ein Stück hartes Leder, reiben Sie es mit Polierpaste ein (z. B. grüner Juwelierpaste). Setzen Sie die Außenkante des Locheisens in einem Winkel an, der dem Werksschliff entspricht, und ziehen Sie es nach hinten, während Sie das Werkzeug zwischen den Fingern drehen. Ein Dutzend solcher Bewegungen kann einem leicht stumpfen Werkzeug die Arbeitsschärfe zurückgeben. Wenn die Klinge sichtbare Grate aufweist oder stark abgestumpft ist, können Sie sehr feines Schleifpapier (Körnung 1000-2000), das um ein flaches Stäbchen gewickelt ist, verwenden und dieselbe Drehbewegung ausführen.

Bei der Lochzange liegt das Problem oft nicht an der Klinge selbst, sondern an einem verstellten Mechanismus. Wenn die Trommel nicht perfekt in der Achse des Ambosses einrastet, schlägt das Schneidrohr auf die Kante der Messingplatte. Das zerstört die Klinge im Handumdrehen. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Schrauben, die die Trommel halten, fest angezogen sind. Wenn der Messingamboss bereits stark eingekerbt ist, lässt er sich bei besseren Modellen abschrauben und durch einen neuen ersetzen. Manchmal sind die Schäden am Mechanismus oder an den Schneidrohren jedoch so schwerwiegend, dass Hausmittel versagen. In solchen Situationen, besonders wenn wir von komplexen Pressen, Matrizen oder hochentwickelten Locheisen sprechen, erweist sich eine professionelle Reparatur von Lederwerkzeugen als nützlich. Spezialisten können den richtigen Schnittwinkel auf speziellen Schleifmaschinen wiederherstellen und so teure Ausrüstung vor dem Wegwerfen bewahren.

Denken Sie auch an den Rostschutz. Lederwerkzeuge, insbesondere solche aus kohlenstoffreichem Stahl, rosten bereits durch die Luftfeuchtigkeit oder den Schweiß an den Händen. Wischen Sie die Locheisen nach getaner Arbeit mit einem Tuch ab, das mit leichtem Maschinenöl getränkt ist. Wenn die Werkzeuge längere Zeit in der Schublade liegen, können die Schneidrohre mit Flugrost überzogen werden, was die Reibung beim Schneiden erhöht und das Eindringen in hartes Leder erschwert.

Häufig gestellte Fragen

Warum durchtrennt der Lederlocher die untere Lederschicht nicht?

Die Hauptursache ist eine stumpfe Klinge, ein beschädigter Amboss (bei der Lochzange) oder eine zu weiche Unterlage, die die Schlagkraft absorbiert. Das Unterlegen von Lederresten aus hartem Leder mit einer Dicke von 2 mm unter das Projekt und das kräftige Andrücken der Klinge löst dieses Problem in 90 % der Fälle.

Kann ich mehrere Lederschichten auf einmal stanzen?

Ja, sofern die Länge des Schneidrohrs dies zulässt. Kleben Sie die Schichten jedoch immer mit Lederkleber zusammen, bevor Sie lochen. Wenn Sie versuchen, lose Stücke zu stanzen, verschieben sich die unteren Schichten durch die Wucht des Schlags, und das Loch wird nicht in einer Achse liegen.

Wie befreie ich ein verstopftes Locheisen?

Verwenden Sie niemals harte Stahlwerkzeuge wie eine Sattlerahle von der Seite der Schneidkante. Nehmen Sie einen Messingdraht oder ein stumpfes Holzstäbchen und führen Sie es durch das seitliche Auswurffenster ein, um die Lederpfropfen nach unten in Richtung Klinge oder nach oben herauszudrücken, falls die Konstruktion dies zulässt.

Weiches Leder (Nappaleder) franst beim Lochen aus. Was tun?

Weiche Leder erfordern ein absolut scharfes Werkzeug. Legen Sie das Nappaleder auf ein hartes Stück pflanzlich gegerbtes Leder, spannen Sie das Material im Bereich des Schnitts leicht mit den Fingern und schlagen Sie mit einem einzigen, kräftigen Schlag zu. Langsames Drücken presst das Material nur nach innen.

Wo man am besten anfängt

Das Zusammenstellen der Ausrüstung zum Lochen bedeutet nicht, dass Sie alles auf einmal kaufen müssen. Wenn Sie am Anfang Ihres handwerklichen Weges stehen, beginnen Sie mit einer soliden Lochzange. Wählen Sie ein Modell der Mittelklasse, das über einen austauschbaren Messingamboss und deutlich markierte Trommelarretierungen verfügt. Das bietet Ihnen das richtige Werkzeug für 90 % der Arbeiten an Ledergürteln, Uhrenarmbändern und Taschenkanten und deckt die Größen von 2 mm bis 4,5 mm ab.

Kaufen Sie anschließend einzelne Einschlag-Locheisen in den Größen, die Ihr aktuelles Beschlagprojekt erfordert. Ein äußerst vielseitiges Starter-Set besteht aus einem 2,5-mm-Locheisen (für kleine Standardnieten), 3 mm (für Druckknöpfe und mittlere Nieten) sowie 4 mm (für größere Verschlüsse und Beiltaschenknöpfe). Ein solches Set, kombiniert mit einem Polymerhammer und einer dicken Schneidematte, ermöglicht es Ihnen, die meisten gängigen Lederbeschläge ohne Frustration und ruiniertes Material zu montieren. Mit der Zeit, wenn Sie beginnen, aufwendige Ledergürtel mit schweren Gürtelschnallen zu kreieren, wird die Investition in ovale und tropfenförmige Locheisen ein natürlicher Schritt sein, der Ihre Finishes auf ein völlig neues, professionelles Niveau hebt.

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