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Welches Rindsleder für die Schreibtischplatte? Vollnarbenleder oder pflanzlich gegerbt?
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Welches Rindsleder für die Schreibtischplatte? Vollnarbenleder oder pflanzlich gegerbt?

Für die Schreibtischplatte eignet sich am besten glattes Rindsleder mit einer Stärke von 2,0 bis 3,0 mm, wobei die Wahl zwischen pflanzlich gegerbtem und chromgegerbtem Leder davon abhängt, ob man das Material selbst verzieren möchte oder Wert auf sofortige Beständigkeit gegen alltägliche Verschmutzungen legt. Eine lederne Schreibtischunterlage, oft auch Desk Pad genannt, ist ein großes und intensiv genutztes Element. Sie schützt die Tischplatte, dient als Schreibunterlage und ersetzt nicht selten das traditionelle Mauspad. Aus diesem Grund muss das Material perfekt plan liegen, entsprechend formstabil und angenehm in der Haptik sein. Die Wahl einer beliebigen Lederhaut endet unweigerlich in Frustration – das Leder wird sich an den Ecken wellen, bei jeder Handbewegung verrutschen oder das handschriftliche Notieren erschweren.

Welche Lederstärke für die Schreibtischunterlage

Die Lederstärke der Schreibtischunterlage ist ein Parameter, der sich unmittelbar auf den Komfort der täglichen Arbeit auswirkt. Der optimale Bereich liegt zwischen 2,0 mm und 3,0 mm. Diese Spanne ist der goldene Mittelweg zwischen Stabilität und Ergonomie. Ein 2,5 mm starkes Leder besitzt bereits ausreichend Eigengewicht und Festigkeit, um nach dem Ausrollen absolut plan auf der Tischplatte zu liegen. Es reagiert nicht auf geringfügige Schwankungen der Luftfeuchtigkeit im Raum und gibt dem Druck der Handgelenke beim stundenlangen Tippen auf der Tastatur nicht so leicht nach.

Die Verwendung von dünnerem Material, beispielsweise 1,2 mm oder 1,5 mm, ist der häufigste Fehler von angehenden Lederhandwerkern, die die Kosten eines großen Projekts optimieren wollen. Dünnes Leder verhält sich auf einer großen Fläche instabil. Anstelle einer soliden Matte erhält man ein Werkstück, das unter dem Gewicht der aufliegenden Arme Falten wirft und sich an den Kanten aufrollt. Selbst wenn man ein so dünnes Leder mit Veloursleder oder Kork kaschiert, ist das Risiko unästhetischer Wellenbildung auf der Narbenseite sehr hoch.

Andererseits führt das Überschreiten einer Stärke von 3,0 mm zu ergonomischen Problemen. Ein 4,0 mm starkes Leder erzeugt eine deutliche Stufe auf dem Schreibtisch. Wenn man die Unterarme auf der Kante eines so dicken Materials ablegt, spürt man schon nach wenigen Minuten ein Unbehagen, und der scharfe Abschluss beginnt, sich in die Haut einzuschneiden. Dickere Materialien eignen sich hervorragend für Sattlerriemen oder Abziehleder, aber auf dem Schreibtisch werden sie schlichtweg unpraktisch. Sollte man aus irgendeinem Grund Leder mit einer Stärke von über 3,0 mm verwenden müssen, ist es zwingend erforderlich, die Kanten stark abzuschrägen, um den Übergang zwischen Tischplatte und Unterlage zu entschärfen.

Welche Gerbart

Die Entscheidung zwischen pflanzlich gegerbtem Leder und chromgegerbtem Leder bestimmt den gesamten Herstellungsprozess der Unterlage sowie deren spätere Pflege. Beide Arten haben ihre Berechtigung, dienen jedoch völlig unterschiedlichen Zwecken.

Pflanzlich gegerbtes Leder ist das Material für alle, die ihr Projekt vollständig personalisieren möchten. Seine offene Faserstruktur ermöglicht die Aufnahme von Farbstoffen. Wer von einer Unterlage in einem einzigartigen Farbton träumt, kann ein naturbelassenes Blankleder kaufen und es selbst einfärben, beispielsweise mit Lederfarbe aus der Serie Fiebing's Pro Dye. Darüber hinaus eignet sich nur pflanzlich gegerbtes Leder mit einer Stärke von mindestens 2,0 mm zum Punzieren und Stempeln. Möchte man die Kanten der Matte mit einer klassischen Bordüre unter Verwendung eines Modellierwerkzeugs, eines Kurvenmessers (Swivel Knife) und von Punziereisen verzieren, ist pflanzlich gegerbtes Rindsleder die einzige Wahl. Man sollte jedoch zwei Dinge beachten: Ein solches Leder dunkelt im Laufe der Zeit unter Sonneneinstrahlung auf natürliche Weise nach (es entwickelt eine Patina), und seine Oberfläche absorbiert Flüssigkeiten. Verschütteter Kaffee hinterlässt sofort einen Fleck, weshalb das fertige Projekt mit einem geeigneten Acryl-Finish versiegelt werden muss.

Chromgegerbtes Leder ist hingegen die Option für Pragmatiker. Der Gerbprozess mit Chromsalzen schließt die Poren, und die Oberfläche wird in der Regel bereits in der Gerberei gefinisht und durchgefärbt. Dieses Leder ist wesentlich unempfindlicher gegen Feuchtigkeit und versehentlich verschüttete Flüssigkeiten – Tee- oder Wassertropfen lassen sich meist einfach mit einem Tuch abwischen. Es ist zudem sofort einsatzbereit. Man muss jedoch wissen, dass bereits gefärbte Leder keine zusätzliche Lederfarbe oder Wachse mehr aufnehmen. Man kann sie weder umfärben noch Muster hineinpunzieren, da das Material nach dem Schlag mit dem Punziereisen einfach zurückfedert und seine ursprüngliche Form wieder annimmt. Auch die Kantenbearbeitung bei Chromleder erfordert eine andere Technik – man kann sie nicht durch Reibung glattpolieren, sondern muss eine spezielle Kantenfarbe auftragen.

Worauf man achten sollte

Bei der Gestaltung einer Schreibtischmatte aus Leder sollte man einige wichtige technische Aspekte berücksichtigen, die über die Qualität des Endprodukts entscheiden.

Festigkeit und Herkunft der Haut. Für große, flache Flächen eignet sich ausschließlich Leder aus dem Hals oder dem Croupon (dem mittleren und hinteren Rückenbereich des Tieres). Die Fasern an diesen Stellen sind dicht und kompakt, was garantiert, dass sich die Unterlage nicht dehnt. Vermeiden Sie kategorisch Leder aus dem Bauchbereich (den sogenannten Flanken). Dies ist eine lockere, weiche und verformungsanfällige Partie. Lockeres Leder aus den Flanken schlägt auf der Tischplatte Wellen wie ein schlecht gespanntes Tischtuch, und seine Kanten verlieren schnell ihre gerade Linie.

Oberfläche der Narbenseite. Der Narben, also die Oberseite des Leders, muss glatt und gleichmäßig sein. Wenn man vorhat, auf der Unterlage mit einem Kugelschreiber auf einzelnen Blatt Papier zu schreiben, überträgt sich jede ausgeprägte Struktur (z. B. eine starke Narbung) auf das Schriftbild. Für solche Zwecke sollte man Leder mit einer glatten Narbenseite wählen, ohne tiefe Mastfalten und natürliche Knicke.

Kantenbearbeitung. Die Kante der Unterlage hat ständigen Kontakt mit den Unterarmen. Lässt man sie roh und scharfkantig, wird dies schnell lästig. Verwenden Sie einen Kantenhobel (Edge Beveler) in der Größe #2, um die scharfen Ecken an der oberen und unteren Kante des Materials abzuschrägen. Bei pflanzlich gegerbtem Leder trägt man auf die abgeschrägte Kante das Mittel Tokonole auf und poliert sie mit einem Kantenpolierholz (Wood Slicker). So erhält man eine glatte, glasige Oberfläche, die die Fasern vor dem Ausfransen schützt und maximalen Komfort beim Arbeiten bietet.

Sicherung der Unterseite. Die Fleischseite, also die Innenseite des Leders, besitzt von Natur aus eine raue Struktur, die auf Holz- und Laminatplatten recht gut haftet. Wenn man Wert auf Ästhetik legt, kann man die Fleischseite glätten, indem man eine dünne Schicht Tokonole aufträgt und diese mit einem Polierglas einreibt – das glättet abstehende Fasern. Fortgeschrittene Lederhandwerker entscheiden sich oft dafür, das Hauptleder mit einer dünnen Schicht Veloursleder oder Schweinsleder als Futter zu unterfüttern (verbunden mit einer robusten Sattlernaht), was die gesamte Konstruktion beschwert und das Problem des Verrutschens auf dem Schreibtisch vollständig beseitigt.

Empfohlene Leder aus unserem Sortiment

Bei der Wahl des Materials für ein Desk Pad lohnt es sich, auf bewährte Lösungen zurückzugreifen. Obwohl die endgültige Entscheidung von der eigenen Werkstatt abhängt, eignen sich die folgenden Lederarten hervorragend für diesen Verwendungszweck.

  • Rindsblankleder (pflanzlich gegerbtes Leder). Reines, naturbelassenes Leder mit einer Stärke von etwa 2,5 mm. Es ist wie eine leere Leinwand für den Lederhandwerker. Es eignet sich ideal zum Färben, zum Punzieren von Initialen und um die Kanten zu polieren. Es erfordert jedoch ganz am Ende der Arbeit das Auftragen einer Schutzschicht, um die Narbenseite vor Getränkeflecken zu schützen.
  • Maya-Leder. Das Flaggschiff-Leder unseres Shops, pflanzlich gegerbt und werksseitig gefinisht. Es besticht durch eine einzigartige, leicht matte Optik und eine wunderschöne, tiefe Farbgebung. Die Stärke von etwa 2,0 bis 2,2 mm sorgt dafür, dass es hervorragend auf der Tischplatte liegt. Da es bereits durchgefärbt ist, reicht es aus, es auf das gewünschte Maß zuzuschneiden und die Kanten zu bearbeiten.
  • Glatte Chrom- und Semichromleder. Fertige Leder in Volltonfarben, oft mit einem dezenten, seidigen Glanz. Sie sind weich im Griff, behalten aber bei einer Stärke von über 2,0 mm ihre entsprechende Form. Dies ist das Material für alle, die einen modernen Look und eine hohe Beständigkeit gegen alltägliche Büro-Unfälle mit Kaffee oder Tinte suchen.

Verwandte Themen

Um das eigene Wissen vor Projektbeginn zu erweitern, lohnt sich ein Blick auf unsere anderen Beiträge:

  • Lexikon des Lederhandwerkers: Lederstärke und ihre Bedeutung
  • Wie man die Kanten bei pflanzlich gegerbtem Leder richtig bearbeitet
  • Grundlagen der Arbeit mit dem Kantenhobel (Edge Beveler)
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