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Was bedeutet 10/6 mm bei Schraubnieten und was muss man messen?
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Was bedeutet 10/6 mm bei Schraubnieten und was muss man messen?

Bei Schraubnieten steht 10/6 mm für zwei Maße laut Produktkarte: 10 mm ist der Kopfdurchmesser, 6 mm die Schaftlänge. Mehr und nichts anderes ergibt sich aus dieser Bezeichnung. Die Handelsangabe sagt nichts über den Außendurchmesser der Hülse, die Gewindegröße und nutzbare Gewindetiefe oder die Schraubenlänge aus – dabei bestimmen gerade diese Maße die Wahl des Locheisens und die Stärke des Lederpakets, das sich tatsächlich fest zusammendrücken lässt. Deshalb wird vor der Montage das komplette Set selbst vermessen. Der Aufbau dieser Art Beschlag wird im separaten Beitrag Schraubniete für Leder erklärt; im Folgenden beschreiben wir, welche Teile des 10/6-mm-Sets vor der Anpassung an die Lederschichten gemessen werden müssen.

Was genau sagt die Bezeichnung 10/6 mm aus

Erste Zahl: Kopfdurchmesser

Laut Produktkarte bezeichnet der erste Wert den Kopfdurchmesser, also den sichtbaren Kopf des Beschlags – so wird er unter anderem bei den Schraubnieten 10/6 mm in Silber, in der Variante Braun / Altgold und in der Ausführung Schwarznickel beschrieben, deren Produktkarte dieses Maß ausdrücklich als „Kopfdurchmesser“ bezeichnet. Der Kopf bildet die Auflagefläche und verteilt den Druck auf das Leder rund um das Loch.

Die Anpassung des Kopfdurchmessers an die Breite eines Riemens oder Griffs ist vor allem eine Frage der Proportion und Optik. Aus dem Kopfdurchmesser allein lässt sich die Belastbarkeit der Verbindung nicht ableiten – entscheidend ist die gesamte Verbindung: Leder, Loch, Anpressdruck und Gewindeeingriff.

Zweite Zahl: Schaftlänge

Der zweite Wert ist die Schaftlänge – in der Produktkarte der Schraubniete in Schwarznickel wird dieses Maß als „Schaftlänge“ bezeichnet. Es handelt sich weder um die gesamte Höhe des verschraubten Sets einschließlich der Köpfe noch um den fertigen Bereich der verbindbaren Lederstärke. Um 6 mm auf ein konkretes Lederpaket zu übertragen, müssen auch die Form beider Teile, die Schraubenlänge und der tatsächlich erreichbare Anpressdruck bekannt sein.

Was die Bezeichnung nicht angibt

Aus der Angabe 10/6 mm kannst du nicht ablesen:

  • den Außendurchmesser der Hülse, also das Maß, das durch das Leder geführt wird und das Locheisen bestimmt;
  • die Gewindegröße und Gewindesteigung;
  • die nutzbare Gewindetiefe innerhalb der Hülse (das Gewinde reicht am Bund nicht immer bis zum Boden);
  • die Länge des Gewindeteils der Schraube;
  • die Form der Unterseite des Schraubenkopfs – flach oder mit einer Vertiefung, die auf die Stirnseite der Hülse passt.

Diese Daten hängen von der jeweiligen Beschlagcharge ab und werden deshalb am vorhandenen Exemplar überprüft.

Vier Messungen, die du am Set durchführen solltest

  1. Außendurchmesser der Hülse. Miss ihn mit einem Messschieber am weiblichen Teil. Er bestimmt den Durchmesser des Locheisens. Ein zu kleines Loch zwingt den Beschlag mit Gewalt hinein und zieht den Narben heraus; ein zu großes Loch lässt seitliches Spiel, sodass sich der Beschlag unter Belastung verschiebt.
  2. Hülsenlänge. Miss von der Unterseite des Bundes bis zur Stirnseite des Rohrs. Genau dieses Teil bezeichnet die Produktkarte als Schaft und gibt dafür 6 mm an; bestätige den tatsächlichen Wert am vorhandenen Set.
  3. Schraube und Gewinde. Miss die Länge des Gewindeteils der Schraube und prüfe, wie tief sie in die Hülse greift. Ohne diese Daten lässt sich nicht beurteilen, wie viele Gewindegänge tatsächlich zusammenarbeiten.
  4. Minimaler Kopfabstand. Verschraube das Set „trocken“, ohne Leder, bis zu einem fühlbaren Widerstand und miss den Abstand zwischen den Unterseiten beider Köpfe. Liegt die flache Unterseite des Schraubenkopfs an der Stirnseite der Hülse an, begrenzt die Hülsenlänge diesen Abstand. Eine Vertiefung unter dem Kopf oder ein früheres Blockieren der Schraube im Rohr kann das Ergebnis jedoch verändern. Entscheidend ist daher die Messung am eigenen Set und nicht eine Annahme.

Anpassung an das Lederpaket

Untere Grenze: wenn der Beschlag das Leder nicht festdrückt

Ein Lederpaket, das dünner als der gemessene minimale Kopfabstand ist, wird nicht geklemmt – die Köpfe liegen am Metall an, während die Lagen locker bleiben und klappern. Rechenbeispiel: Zwei Riemen mit jeweils 2,5 mm ergeben 5,0 mm; bei einem gemessenen minimalen Kopfabstand von 6,0 mm bliebe 1,0 mm Spiel. Das ist das Ergebnis des als Richtwert angenommenen Modells und muss am tatsächlichen Set überprüft werden. Greife in diesem Fall zu einem Set mit kürzerem Schaft aus der Kategorie Nieten und Druckknöpfe oder ergänze eine Lederscheibe, die auf den gemessenen Unterschied abgestimmt ist.

Obere Grenze: Gewindeeingriff der Schraube

Je dicker das Lederpaket, desto kürzer greift die Schraube in die Hülse. Prüfe die Länge dieses Eingriffs am konkreten Set: Ohne Schraubenlänge, nutzbare Gewindetiefe und Gewindesteigung kann weder die Zahl der zusammenarbeitenden Gewindegänge bestimmt noch die Festigkeit der Verbindung beurteilt werden. Wenn die Schraube für den jeweiligen Beschlag nicht ausreichend greift, wähle ein entsprechend längeres Set, statt es stärker anzuziehen. Tragendes Leder auf der Fleischseite nur auszudünnen, um den vorhandenen Beschlag verwenden zu können, schwächt das Werkstück.

Kompressibilität des Leders

Die vor der Montage gemessene Stärke unterscheidet sich von der Stärke nach dem Verschrauben. Wie stark das Leder komprimiert wird, hängt von der Zurichtung und der Verdichtung der Fasern des jeweiligen Lederstücks ab. Deshalb muss dies an einem Lederrest desselben Materials geprüft werden. Ein harter Croupon aus pflanzlich gegerbtem Leder wird sich unter dem Bund meist nur geringfügig zusammendrücken; weiche und lockerer aufgebaute Leder deutlich stärker. Bestimme die Paketstärke in einer Werkstattprobe mit dem vorgesehenen Leder und kontrolliere gleichzeitig Anpressdruck und Gewindeeingriff. Die Bezeichnung 10/6 mm allein reicht nicht aus, um einen universellen Stärkenbereich anzugeben.

Ergebnis der ProbemontageMaßnahme
Die Köpfe liegen am Metall an, das Leder bleibt lockerWähle ein Set mit kleinerem minimalem Kopfabstand oder plane eine passende Unterlegscheibe.
Das Leder ist festgedrückt und das Gewinde greift richtigPrüfe die gesamte Verbindung an einer Probe des vorgesehenen Materials.
Die Schraube greift das Gewinde kaumWähle ein Set für ein dickeres Lederpaket.
Die Köpfe drücken das Leder stark ein oder schneiden es einBeende das Anziehen und ändere die Geometrie oder die Verstärkung der Befestigung.

Loch und Probemontage

Schraubnieten funktionieren anders als Beschläge, die mit dem Hammer vernietet werden – die Unterschiede beschreibt der Beitrag Wie vernietet man Niete für Leder?. Hier wird nichts plastisch verformt, daher bleibt die Geometrie des Sets unverändert und begrenzt die Montage.

  1. Wähle das Locheisen passend zum gemessenen Außendurchmesser der Hülse, ohne vorsorgliches „Sicherheitsspiel“.
  2. Stanze die Löcher in beiden zu verbindenden Teilen und führe das Werkzeug rechtwinklig zum Narben.
  3. Bearbeite die Kanten der Löcher und die Riemen selbst vor der Montage – nach dem Verschrauben ist der Zugang zu den aneinanderliegenden Kanten bis zum Zerlegen des Sets erschwert.
  4. Setze das Set trocken zusammen: die Hülse von der sichtbaren Seite, die Schraube von unten. Verwende einen flachen Schraubendreher mit passender Klinge, damit die galvanische Beschichtung nicht ausbricht.

Ziehe bis zu einem fühlbaren Widerstand an und prüfe anschließend drei Dinge: Wird das Leder unter beiden Bunden sichtbar zusammengedrückt? Dreht sich der Beschlag beim Versuch, ihn mit den Fingern zu verdrehen, nicht frei im Loch? Liegt der Schraubenkopf flach am Material an?

Sicherung des Gewindes

Gewindeverbindungen in beanspruchten Riemen können sich allmählich lösen. Bei der endgültigen Montage lassen sie sich mit einem Mittel wie dem Mannol Schraubensicherungskleber sichern – laut Produktkarte handelt es sich um eine Schraubensicherung mittlerer Festigkeit. Prüfe vor der Verwendung in der Anleitung die Verträglichkeit mit Material und Beschichtung des Beschlags sowie die Eignung für kleine, demontierbare Verbindungen. Entfette das Gewinde, trage die in der Anleitung angegebene Menge auf den zusammenarbeitenden Gewindeteil auf und halte das Leder sauber. Warte nach dem Anziehen die vom Hersteller angegebene Aushärtezeit ab, bevor du die Verbindung belastest. Prüfe außerdem vorher an einem Probe-Set, ob es sich wieder lösen lässt und die Hülse gehalten werden kann, ohne Beschichtung oder Leder zu beschädigen.

Checkliste vor der Montage einer 10/6-mm-Schraubniete

  • Außendurchmesser der Hülse gemessen und passendes Locheisen gewählt.
  • Hülsenlänge, Schraubenlänge und Einschraubtiefe gemessen.
  • Minimaler Kopfabstand nach dem trockenen Verschrauben des Sets gemessen.
  • Paketstärke gemessen und Anpressdruck sowie Gewindeeingriff an einem Lederrest des vorgesehenen Materials geprüft.
  • Kanten der zu verbindenden Teile vor der Montage des Beschlags bearbeitet.
  • Schraubendreher mit einer zur Schraubennut passenden Klinge gewählt.
  • Gewinde gemäß der Anleitung des Mittels gesichert und die Aushärtezeit abgewartet.
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