Lederchemie & Lederfinish
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Lederchemie für das Finish ist eine spezialisierte Gruppe von Präparaten, Wachsen, Ölen und Finishprodukten, deren Hauptaufgabe es ist, Sattler- und Feintäschnerarbeiten zu schützen, zu nähren und ihnen ihr endgültiges Aussehen zu verleihen. Kurz bevor du dein Projekt vollständig abschließt, entscheiden genau diese Mittel darüber, ob deine Arbeit die Zeit übersteht – oder ob sie schon nach wenigen Wochen Gebrauch Feuchtigkeit und Schmutz nachgibt.
Stell dir einen rohen Eichentisch direkt vom Schreiner vor. Er ist wunderschön, er duftet nach Holz – doch ein nasses Glas darauf hinterlässt einen dauerhaften, dunklen Fleck. Genauso verhält sich rohes pflanzlich gegerbtes Leder. Lässt du es ohne passende Schutzschicht, saugt es Wasser, Fett und Schmutz auf wie ein Schwamm. Das richtige Lederfinish wirkt wie ein unsichtbarer Schild: Es schützt das Material und lässt es zugleich im Gebrauch eine natürliche Patina entwickeln.
Wenn in deiner Werkstatt bereits ein Zuschnitt aus Naturleder liegt und du daraus einen soliden Gürtelriemen, eine Geldbörse oder Zubehör für Hunde fertigen möchtest, musst du wissen, wie man die Verarbeitung richtig abschließt. In dieser Kategorie haben wir die absolute Elite des Handwerks versammelt – Produkte, mit denen wir selbst tagtäglich arbeiten.
Warum braucht die Lederbearbeitung das richtige Finish?
Selbst das beste Rindsleder braucht die Unterstützung durch Lederchemie. Wenn du ein Projekt fertig genäht hast und deine Sattlernaht perfekt aussieht, ist das erst die halbe Miete. Zur fachgerechten [Lederbearbeitung] gehört, dass das Material gegen äußere Einflüsse versiegelt wird und seine Kanten sauber geschützt sind.
Überspringst du diesen Schritt, verliert selbst [vollnarbiges Rindsleder] schnell seinen Reiz. Der Einsatz der richtigen Mittel – etwa Balsame, Wachse oder [Lederfarben für Naturleder] – ermöglicht:
- Schutz vor Feuchtigkeit und Flecken.
- Absicherung der Farbe gegen Abrieb.
- Den gewünschten Glanzgrad (von tiefmatt bis Hochglanz).
- Weichmachen oder – wenn das Projekt es verlangt – Versteifen des fertigen Stücks (viele Einsteiger fragen, wie man Naturleder versteift – die passende Lederchemie und Wachse können genau dabei helfen).
Was findest du in unserem Sortiment an Finishprodukten?
Unser [Leder-Shop] bietet nicht nur Rohmaterial, sondern ein komplettes Ökosystem für Lederhandwerker. Die Kategorie Lederchemie gliedert sich in mehrere zentrale Säulen, die für die verschiedenen Etappen deiner Arbeit stehen.
1. Schützende Finishes (Top Coats)
Diese Präparate werden ganz am Ende der Arbeit aufgetragen. Ihre Aufgabe: eine Schutzschicht zu bilden. In unserem Sortiment regiert die Marke Fiebing's.
- Fiebing's Acrylic Resolene (erhältlich in 118-ml-Flaschen) – ein wasserfestes Acryl-Lederfinish. Es bildet einen elastischen Film, der hervorragend vor Wasser schützt. Ideal für [pflanzlich gegerbte Leder], die zuvor gefärbt wurden.
- Fiebing's Tan Kote – ein Finish auf Harzbasis, das im Gegensatz zu Resolene das Leder atmen lässt. Es hinterlässt einen angenehmen Seidenglanz und wird gern von Machern klassischer Lederwaren gewählt.
- Fiebing's Pro Resist – ein hervorragendes Abdeckmittel. Es kommt häufig bei Verzierungstechniken zum Einsatz, wenn bestimmte Lederpartien davor geschützt werden sollen, Antik-Paste anzunehmen.
2. Mittel für das Kantenfinish (Edge Finishing)
Eine rohe Lederkante sieht nach dem Zuschnitt unsauber aus und neigt zum Ausfransen. Bevor die Lederchemie zum Einsatz kommt, greifst du zu Kantenwerkzeugen für Leder. Zuerst brichst du die Kanten – dafür ist der Kantenhobel da – und gehst anschließend zum eigentlichen Kantenpolieren (Burnishing) über.
- Tokonole (Inhalt 120 ml) – der absolute König im japanischen Stil. Dieses Mittel auf Basis natürlicher Wachse glättet die Fasern im Handumdrehen. Wir führen es in der farblosen Version, außerdem als Tokonole 120 ml Schwarz – Black sowie in Braun. Denk daran: Eine sauber polierte Kante verliert nach dem Kantenpolieren nicht ihre Farbe, wenn du die passende Lederchemie verwendest.
- Fiebing's Gum Tragacanth – ein traditionelles Mittel auf Basis von natürlichem Tragant zum Kantenglätten, geschätzt von Sattlern, die schwerere Projekte umsetzen.
3. Lederpflege, Öle und Wachse
Leder braucht – ähnlich wie unsere Haut – Feuchtigkeit und Pflege. Beim Färben oder nach langer Lagerung kann das Material austrocknen.
- Klauenöl (Neatsfoot Oil) – der Klassiker schlechthin. Es dringt tief in die Fasern ein, fettet sie und macht sie geschmeidig.
- Fiebing's Aussie Leather Conditioner (400-g-Dose) – eine kraftvolle Ladung Bienenwachs und Öle. Ideal für Reitsportausrüstung und Zubehör, das extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt ist.
- Fiebing's Mink Oil – Nerzöl (flüssig oder als Paste, 168 g), das Leder herrlich weich macht und vor Wasser schützt.
4. Vorbereitende Mittel und Verdünner
Bevor du penetrierende Lederfarben aufträgst, muss das Leder sauber sein.
- Fiebing's Deglazer (118 ml) – ein Reiniger, der werkseitige Finishes und Schmutz entfernt und die Poren öffnet (im Handwerk geht es schlicht darum, dass die Farbe ins Leder eindringen kann).
- Fiebing's Dye-Prep – die sanftere Reinigungsgrundierung, ideal für pflanzlich gegerbte Leder vor dem Färben.
- Fiebing's Dye Reducer – der unverzichtbare Verdünner, wenn du einen Farbton aufhellen oder Pinsel auswaschen möchtest.
5. Zubehör zum Auftragen
Selbst die beste Lederchemie wirkt nicht richtig ohne die passenden Hilfsmittel. In dieser Kategorie findest du Mischpaletten zum Mischen und Verdünnen von Farben, Flaschen mit Nadelapplikator (100 ml) zum präzisen Auftragen von Kleber oder dünnflüssigen Mitteln sowie Pipetten zum sicheren Dosieren von Lösungsmitteln.
Welche Lederchemie passt zu welchem Leder?
Welche Mittel zum Einsatz kommen, hängt direkt vom Material ab, mit dem du arbeitest. Diesen Zusammenhang zu verstehen, ist das Fundament des Handwerks.
Wenn dein [Lederwerkzeug-Set] bereitliegt, kläre zuerst, welches Leder du vor dir hast. Pflanzlich gegerbtes Leder in Naturfarbe nimmt alles an – penetrierende Fiebing's-Farben, Öle und Finishes. Die Farbe kann hier tief ins Leder eindringen, das heißt: Der Farbstoff zieht bis in die Faserstruktur ein.
Ganz anders sieht es aus, wenn werkseitig ausgerüstete Leder auf deinem Tisch landen, etwa Maya, Crazy Horse, Buttero, Tartufo oder Dollaro. Das ist hochwertiges Material mit langer Tradition (oft aus italienischen Gerbereien), das vom Hersteller bereits durchgefärbt und versiegelt wurde. Trage darauf weder Farben noch starke Acryl-Finishes auf. Diese Leder nehmen keinen Farbstoff mehr an, und eine Schicht Resolene kann ihren einzigartigen, natürlichen Griff zerstören. Hier beschränken wir uns auf milde Pflegebalsame (z. B. Fiebing's Leather Balm with Atom Wax), die mit einem weichen Tuch aufgetragen werden, oder verwenden ausschließlich Mittel für das Finish der Kanten (Tokonole).
Erwähnenswert: Arbeitest du mit schwarzem Leder in 1,2 mm Stärke oder in der Farbe T.Moro aus Italien, zeichnet es sich durch eine geschlossene Fleischseite aus. Das verlangt eine eigene Herangehensweise – die Fleischseite ist in diesem konkreten Fall bereits verdichtet und muss in der Regel nicht zusätzlich mit Glättmitteln eingerieben werden, was die Arbeit an dünnen Geldbörsen deutlich beschleunigt.
Werkzeuge und Technik bei der Arbeit mit Finishprodukten
Die Arbeit des Lederhandwerkers ist ein zusammenhängender Prozess. Lederwerkzeuge und Lederchemie müssen Hand in Hand gehen. Wie sieht ein typischer Finish-Ablauf aus?
- Vorbereiten der Naht und Färben: Sobald die Form zugeschnitten ist, ziehst du mit dem [Nahtversenker] die Rille für das Garn. Anschließend kommen Locheisen und Lochzangen zum Einsatz, die die Löcher setzen. Wenn du das Leder färben möchtest, tu es jetzt. Verwende Fiebing's-Farben (von billigen Nachahmerprodukten raten wir ab). Trage die Farbe gleichmäßig mit dem Wollpinsel auf. Wichtig: Feuchte das Leder vor dem Färben nicht mit einem Wasserschwamm an – trage die Farbe direkt auf das trockene, entfettete (z. B. mit Deglazer) Material auf.
- Ölen: Nach dem Auftragen der penetrierenden Farbe kann das Leder leicht ausgetrocknet sein. Massiere eine dünne Schicht Neatsfoot Oil oder Mink Oil ein, um die Geschmeidigkeit wiederherzustellen.
- Finish auftragen: Sind Farbe und Öl vollständig getrocknet (am besten nach 24 Stunden), ist das Finish an der Reihe. Fiebing's Resolene trägst du am besten mit einem leicht feuchten (aber nicht nassen) Schwamm auf – in langen, fließenden Zügen in eine Richtung, um Schlieren zu vermeiden.
- Kantenarbeit: Diese Etappe trennt Amateure von Profis. Zuerst richtest du die Kante sauber aus und brichst sie (denk daran: Dafür verwenden wir ein Werkzeug namens Kantenhobel, in dieser Phase niemals Schleifpapier). Anschließend gibst du eine kleine Menge Tokonole oder Gum Tragacanth auf die Kante. Jetzt kommt der Kantenglätter aus Holz ins Spiel. Schnelles, energisches Reiben erzeugt Wärme, die die Wachse im Mittel anschmilzt und die Fasern perfekt glättet.
- Nähen: Erst wenn die Kanten geschützt sind, greifst du zu den Ledernadeln. Bei der Wahl von [Sattlergarn zum Handnähen] setze auf reißfestes Polyestergarn (wir meiden Leinengarn, das bei Outdoor-Zubehör im Kontakt mit Feuchtigkeit faulen kann). Ein [Set zum Ledernähen] ist ohne eine gute Ahle nicht komplett. Eine klassische [Sattlerahle] oder eine automatische Nähahle hilft dir in den kniffligen Momenten, wenn die Nadel in dickem Halsleder von 3,5 mm bis 4,5 mm Stärke auf Widerstand stößt.
Denk auch an das richtige Formen. Fertigst du ein Holster oder eine Messerscheide, kommt die Finish-Lederchemie ganz am Schluss ins Spiel. Zuerst wird das Leder komplett (nass) in Form gebracht, und erst nach dem vollständigen Trocknen und Aushärten werden Öle und Acryl-Finishes aufgetragen.
Welche Fehler machen Anfänger am häufigsten?
Bei Suchanfragen wie „welches [Lederwerkzeug]“ oder „welche [Lederfarben für Naturleder]“ beobachten wir immer wieder dieselben Fehler im Umgang mit Finishprodukten:
- Eine zu dicke Finish-Schicht. Zu üppig aufgetragenes Resolene bildet eine plastikartige Kruste, die reißt. Besser zwei hauchdünne Schichten als eine dicke.
- Fehlende Vorbereitung der Oberfläche. Farbe auf Leder aufzutragen, das voller Fingerabdrücke mit natürlichem Hautfett oder Kleberresten ist, endet mit Flecken. Eine [Lochzange für Leder] oder ein Locheisen hinterlassen zudem manchmal Stanzstaub – wische das Material ab, bevor die Mittel draufkommen.
- Die falschen Schneidwerkzeuge. Der Versuch, eine Kante zu veredeln, die ein stumpfes Messer zerfranst hat, ist ein Albtraum. Schneide ausschließlich mit Cuttern mit Abbrechklinge oder mit japanischen Messern. Die Kante muss glatt sein, noch bevor Tokonole ins Spiel kommt.
- Begriffe verwechseln. Viele Einsteiger suchen nach „Lederbeize“. Im professionellen Lederhandwerk sprechen wir von penetrierenden Lederfarben. Mehr dazu in unserem Beitrag: Welche Arten von Lederfarben gibt es?.
Setze auf bewährte Lederchemie von CraftPoint
Ob dein Ziel ein kraftvoller, strapazierfähiger Gürtel aus Halsleder ist, eine feine Geldbörse aus Narbenleder oder eine anspruchsvolle Tasche – [Lederchemie] ist eine Investition in die Qualität deiner Arbeit. Bei CraftPoint setzen wir auf Marken, die seit Jahrzehnten die Standards der Branche definieren: Fiebing's und Tokonole sind die absolute Basis.
Baue deine Werkstatt bewusst auf. Wähle die passenden [Werkzeuge zur Lederbearbeitung], investiere in scharfe Klingen, solide Loch- und Prickeisen, Polyestergarn und zuverlässige Lederchemie. Denk daran: Handwerk ist ein Prozess – und jedes aufgetragene Finish, jede polierte Kante ist deine Unterschrift unter dem fertigen Werk.
FAQ – Häufige Fragen zur Lederchemie
Eignet sich Tokonole für die Narbenseite? Nein, Tokonole ist für das Finish von Kanten und Fleischseite (der Rückseite des Leders) gedacht. Auf der Narbenseite kann es einen unerwünschten, klebrigen Film hinterlassen. Für die Narbenseite verwendest du Finishes wie Tan Kote oder Resolene.
Muss ich vor jedem Färben den Deglazer verwenden? Arbeitest du auf absolut sauberem, erstklassigem pflanzlich gegerbtem Leder frisch aus der Gerberei, reicht oft das Abwischen mit einem trockenen Tuch. Lag das Leder jedoch länger in der Werkstatt, wurde angefasst, geformt oder hat einen werkseitigen Glanz – dann ist der Deglazer unverzichtbar, damit die Farbe gleichmäßig aufgenommen wird.
Womit verdünne ich Fiebing's-Farben? Für penetrierende Fiebing's-Farben verwendest du das dafür vorgesehene Mittel Fiebing's Dye Reducer. Es garantiert, dass das Pigment nicht ausflockt und seine Deckkraft behält – und du einen helleren Farbton erzielst.
Wie bekomme ich Hochglanz auf die Kante? Der Schlüssel liegt in der Vorbereitung. Verwende einen scharfen Kantenhobel, trage eine dünne Schicht Tokonole auf und arbeite mit dem Kantenglätter aus Holz. Für den Spiegeleffekt kannst du die Kante ganz zum Schluss sanft mit Bienenwachs (Beeswax) einreiben und mit einem Leinentuch auspolieren. Mehr dazu im Beitrag: Worum geht es beim Burnishing von Lederkanten?.
Eignen sich Fiebing's-Farben, um alte Schuhe von Modeketten aufzufrischen? Unsere Lederchemie ist in erster Linie für natürliche Narbenleder gedacht, mit denen Lederhandwerker arbeiten. Schuhe von Modeketten sind oft mit einer dicken Schicht synthetischer Finishes überzogen, sodass eine penetrierende Farbe gar nicht erst in die Struktur eindringen kann.





