FAQ
CraftPoint · FAQ
Lederstühle renovieren: So gelingt die Restaurierung
FAQ

Lederstühle renovieren: So gelingt die Restaurierung

Die Restaurierung von Ledersitzen ist ein Prozess, der aus einer gründlichen Reinigung, der Reparatur von Beschädigungen, der Wiederherstellung der Farbschicht und der abschließenden Versiegelung besteht. Zunächst muss die Oberfläche sorgfältig gereinigt und entfettet werden. Danach werden Risse und Fehlstellen mit einem Lederspachtel repariert. Der nächste Schritt ist das Auftragen einer neuen Schicht Polyurethan-Lederfarbe im passenden Farbton. Zum Schluss wird das Ganze mit einem Finish-Lack versiegelt, um das Ergebnis zu fixieren und das Leder zu schützen.

Die Aufbereitung von Ledersitzen ist ein Prozess, der eine tiefenwirksame Reinigung, die Reparatur von Schäden, die Erneuerung der Farbschicht sowie die abschließende Versiegelung umfasst – und den man durchaus erfolgreich selbst durchführen kann. Im Laufe der Jahre ist das Leder der Sitze starker Beanspruchung ausgesetzt: Es nutzt sich ab, wird rissig, verliert an Farbe und Geschmeidigkeit. Anstatt die Polsterung kostspielig austauschen zu lassen, ermöglicht eine Restaurierung, das ursprüngliche Aussehen und die Funktionalität für einen Bruchteil der Kosten wiederherzustellen. Ich führe dich durch alle Arbeitsschritte, damit deine Sitze wieder in neuem Glanz erstrahlen. Beachte jedoch, dass sich dieser Leitfaden auf die am häufigsten verwendeten Auto- und Möbelleder bezieht, also auf pigmentierte Glattleder (mit deckender Farbschicht und Topcoat). Bereits zugerichtete und gefärbte Leder nehmen klassische Wachse oder einziehende Farben nicht mehr auf. Für ihre Aufbereitung verwendet man ausschließlich deckende Polyurethan-Lederfarben sowie spezielle Finish-Lacke. Die Restaurierung von Anilin- oder Semianilinleder ist weitaus komplexer.

Schritt 1: Gründliche Reinigung und Vorbereitung der Oberfläche

Dies ist ein entscheidender und oft unterschätzter Schritt, von dem der Erfolg der gesamten Restaurierung abhängt. Man darf neue Lederfarbe keinesfalls auf Schmutz, Fett oder alte Imprägnierschichten auftragen. Der erste Schritt besteht darin, die Sitze gründlich abzusaugen, besonders in den Nähten und Falten. Anschließend sollte ein starker, speziell für Leder entwickelter Reiniger verwendet werden. Trage ihn mit einer weichen Bürste auf einer kleinen Fläche auf und schäume ihn auf, um den Schmutz aus der Narbung des Leders zu holen. Nimm den schmutzigen Schaum mit einem sauberen Mikrofasertuch ab. Nachdem die gesamte Oberfläche gereinigt ist, muss sie zwingend entfettet werden. Verwende dafür ein spezielles Lederreinigungsbenzin oder einen Entfetter, gib ihn auf ein Tuch und reibe das Leder damit ab. Dieser Schritt entfernt Rückstände von Silikonen, Wachsen und Fetten und sorgt für die nötige Haftung der Farbe. Um die alte Lackschicht etwas „aufzubrechen“ und eine noch bessere Haftung zu erzielen, kann die Oberfläche abschließend mit einem feinen Schleifpad (z. B. P 800 - P 1000) ganz leicht angeraut werden. Wische den Sitz danach noch einmal mit dem Entfetter ab, um den Schleifstaub zu entfernen.

Schritt 2: Reparatur von Rissen, Kratzern und Fehlstellen

Sobald das Leder sauber und vorbereitet ist, geht es an die Behebung der Schäden. Feine Kratzer und leichte Farbabschürfungen werden später von der Farbe abgedeckt, aber tiefere Risse und Fehlstellen müssen aufgefüllt werden. Für Risse, die nicht durch das gesamte Leder gehen, verwendet man einen flexiblen Lederspachtel (auch Flüssigleder genannt). Er wird mit einem kleinen Spatel aufgetragen, in den Riss gedrückt und bündig mit der Oberfläche abgezogen. Nach dem Trocknen (was man mit einem Föhn beschleunigen kann) muss die Stelle geschliffen werden, bis sie völlig glatt ist. Bei sehr tiefen Rissen oder kleinen Löchern wird ein spezielles Reparatur-Gewebe als Verstärkung unter die Schadstelle geschoben, bevor das Loch mit dem Spachtel aufgefüllt wird. Um die natürliche Narbung des Leders an der reparierten Stelle wiederherzustellen, kann man Thermoprint-Verfahren oder spezielle Narbenstempel verwenden. Dieser Arbeitsschritt erfordert Präzision und Geduld. Es ist besser, mehrere dünne Schichten Spachtelmasse aufzutragen und dazwischen zu schleifen, als eine einzige dicke Schicht. Eine fachgerecht ausgeführte Reparatur sollte mit den Fingern nicht mehr spürbar sein.

Schritt 3: Färben

Dies ist ein sehr befriedigender Teil des Prozesses. Für den Farbauftrag verwendet man spezielle, elastische Lederfarbe für die Restaurierung, die exakt auf den Originalfarbton abgestimmt wird (oft kann man die Farbe nach dem genauen Farbcode des Auto- oder Möbelherstellers anmischen lassen). Die Farbe wird idealerweise mit einer kleinen Lackierpistole oder einer Airbrush aufgesprüht, was eine sehr gleichmäßige und dünne Schicht ergibt. Alternativ kann die Farbe auch mit einem Schwamm in sanften, tupfenden Bewegungen aufgetragen werden. Wichtig ist, dass die Schichten sehr dünn aufgetragen werden. Trockne die erste Schicht nach dem Auftragen (z. B. mit einem Haartrockner) und trage dann die nächste auf. In der Regel sind 2 bis 4 Schichten erforderlich, um eine vollständige, gleichmäßige Deckkraft zu erzielen.

Schritt 4: Versiegelung der Oberfläche

Nachdem die letzte Farbschicht vollständig getrocknet ist (meist nach einigen Stunden), muss ein Finish-Lack aufgetragen werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, der die Farbe vor Abrieb schützt, den gewünschten Glanzgrad (Matt, Seidenmatt, Glänzend) verleiht und dem Leder seine charakteristische, glatte Haptik zurückgibt. Auch das Finish wird in dünnen Schichten aufgetragen, meist 2 bis 3 Schichten, die zwischendurch getrocknet werden.

Nach Abschluss der Restaurierung sieht der Sitz wieder hervorragend aus, benötigt aber Zeit, damit alle chemischen Schichten vollständig aushärten können. Es wird empfohlen, die Sitze für mindestens 24 bis 48 Stunden nicht intensiv zu nutzen und mit einer vollständigen Lederpflege sowie Reinigung etwa 7 bis 14 Tage zu warten. Eine fachgerecht durchgeführte Aufbereitung ist langlebig, und bei entsprechender, regelmäßiger Pflege (Reinigung und Rückfettung alle 3 bis 4 Monate) wird das Ergebnis über Jahre hinweg Freude bereiten. Das ist der beste Beweis dafür, dass Leder ein Material ist, dem man unbedingt ein zweites Leben schenken sollte.

Häufig gestellte Fragen

Weiterlesen

Weitere Artikel aus dem Blog

09.07.2026

Welches Sattlergarn zum Nähen von Leder?

Wybierz najlepsze nici do szycia skóry! Poznaj zalety nici poliestrowych (Slam, Pruciak, Ritza Tiger) oraz dobierz idealną grubość do swo...

Lesen
07.07.2026

Leder von Hand nähen: Anleitung für die Sattlernaht

Naucz się, jak szyć skórę ręcznie krok po kroku. Poznaj technikę ściegu siodłowego, dobór igieł, nici i wybijaków. Stwórz trwałe projekty...

Lesen
03.07.2026

Ledergürtel richtig pflegen: Womit einfetten?

Skórzany pasek jest suchy i pęka? Sprawdź, czym go natłuścić, aby przywrócić elastyczność. Poznaj zasady stosowania oleju kopytkowego i w...

Lesen
22.06.2026

Kleber für Leder: Warum nur Kontaktkleber funktioniert

Nie każdy klej nadaje się do skóry. Unikaj superglue i klejów szkolnych. Dowiedz się, dlaczego w kaletnictwie używa się elastycznych klej...

Lesen
21.06.2026

Leder vor Regen schützen: Anleitung zur Imprägnierung mit Bienenwachs und Öl

Chcesz chronić swoje skórzane wyroby przed deszczem? Dowiedz się, jak skutecznie impregnować skórę za pomocą wosków, olejów i finiszerów ...

Lesen
19.06.2026

Wie trägt man Lederfarbe gleichmäßig auf?

Poznaj techniki równomiernego nakładania farby na skórę naturalną. Dowiedz się, jak unikać smug, używać aplikatorów i budować głęboki kol...

Lesen
15.06.2026

Wie erkennt man gutes Echtleder?

Dobrą skórę naturalną poznasz po zapachu, nieregularnej fakturze porów i włóknistym przekroju. Uważaj na podejrzanie niską cenę i chemicz...

Lesen
14.06.2026

Womit kann man eine Lederjacke auffrischen?

Womit kann man eine Lederjacke auffrischen? Eine Lederjacke frischen Sie am besten in zwei Schritten auf: Zuerst entfernen Sie den Schmut...

Lesen
CraftPoint Tools

Unsere Lederwerkzeuge