Womit sollte man eine Ledertasche einfetten?
Eine Ledertasche sollte ausschließlich mit professionellen Balsamen, Klauenöl oder speziellem Lederfett eingefettet werden, die auf die jeweilige Gerbart abgestimmt sind. Verzichten Sie gänzlich auf häusliche Experimente, da diese die Poren des Materials dauerhaft verstopfen und die Narbenseite ruinieren können.
Bevor Sie ein Pflegemittel auf Ihre Lieblingstasche auftragen, müssen Sie herausfinden, mit welchem Material Sie es zu tun haben. Der einfachste Test besteht darin, einen kleinen Wassertropfen auf eine unauffällige Stelle des Materials zu geben. Wenn der Tropfen sofort einzieht und einen dunklen Fleck hinterlässt, handelt es sich um offenporiges Leder – meistens ist dies pflanzlich gegerbtes Leder. Ein solches Material, beispielsweise mit einer Stärke von 1,5 mm oder 2 mm, verhält sich wie ein Schwamm. Es nimmt reines Klauenöl auf, das tief in die Struktur eindringt und die Fasern von innen heraus geschmeidig macht. Denken Sie jedoch daran, dass pflanzlich gegerbtes Leder unter dem Einfluss von Ölen immer dauerhaft nachdunkelt. Wenn der Wassertropfen hingegen auf der Oberfläche abperlt, ist die Tasche aus chromgegerbtem oder werkseitig gefinishtem Leder gefertigt (wie unser Aushängeschild Maya). Gefärbte und bereits gefinishte Leder haben eine geschlossene Narbenseite – sie nehmen keine zusätzlichen Farben, Wachse oder schweren Öle auf. Das Auftragen von dickem Fett auf Chromleder führt nur dazu, dass sich das Präparat als klebrige Schmiere auf der Oberfläche absetzt und Ihre Kleidung verschmutzt. Für solche Taschen werden ausschließlich sehr leichte Pflegecremes verwendet, die die oberste Schicht auffrischen.
Viele angehende Handwerker und Nutzer von Lederwaren suchen im Internet nach Informationen, womit man eine Lederjacke einfetten kann – Hausmittel bieten in solchen Situationen oft geradezu katastrophale Lösungen. In Internetforen werden Handcremes, Olivenöl, Rapsöl und sogar Butter empfohlen. Das ist ein Fehler, der sich nach einigen Monaten rächt. Speisefette werden mit der Zeit im Inneren der Lederstruktur ranzig und verströmen einen Geruch, der sich nicht mehr entfernen lässt. Drogeriekosmetik wiederum enthält Wasser, Silikone und Duftstoffe, die eine undurchlässige Schicht auf der Narbenseite bilden. Echtes Leder ist ein dichtes Netzwerk aus mikroskopisch kleinen Fasern, die atmen und bei Biegung arbeiten müssen. Werden diese durch eine Haushaltscreme blockiert, trocknen die tieferen Schichten aus, wodurch das Material rissig wird und seine Kanten spröde werden. Professionelle Chemie hat die Aufgabe, diese Fasern zu nähren, ohne die Poren zu verstopfen.
Die Grundsätze der richtigen Lederpflege sind universell. Eine empfindliche Handtasche erfordert eine behutsame Behandlung, aber regelmäßiges Einfetten ist bei stark beanspruchten Elementen ebenso wichtig. Ein gutes Beispiel sind Riemen aus Echtleder für Möbel und Maschinen, bei denen 3 mm oder 4 mm dickes Leder unter enormer Reibung arbeitet. Dort führt das Fehlen eines geeigneten Öls schnell zum Reißen des Riemens. Bei einer Handtasche macht sich Nachlässigkeit durch Abrieb am Trageriemen und Risse auf der Klappe bemerkbar. Auch der Vorgang des Auftragens selbst ist von Bedeutung. Tragen Sie das Mittel immer sparsam auf. Verwenden Sie ein sauberes Baumwolltuch, nehmen Sie eine minimale Menge Creme oder Öl auf und massieren Sie es in kreisenden Bewegungen ein. Lassen Sie die Tasche einige Minuten bei Raumtemperatur ruhen, damit das Material aufnehmen kann, was es braucht, und polieren Sie dann alles kräftig mit einem trockenen Teil des Tuches nach. Nehmen Sie das gesamte überschüssige Präparat ab – die Narbenseite des Leders sollte sich nach der Behandlung glatt und trocken anfühlen, nicht fettig.
Kurz gesagt
- Stimmen Sie das Präparat auf die Gerbart ab. Pflanzlich gegerbtes Leder nimmt Öle auf (und dunkelt nach), während chromgegerbtes und werkseitig gefinishtes Leder lediglich leichte Oberflächencremes benötigt.
- Vergessen Sie Hausmittel. Olivenöl wird ranzig, und Handcremes verstopfen die Poren des Leders, was zu Rissbildung führt.
- Weniger ist mehr. Tragen Sie das Präparat immer in dünnen Schichten auf, geben Sie ihm Zeit zum Einziehen und polieren Sie überschüssiges Material gründlich mit einem trockenen Tuch ab.







