Für das Malen von Mustern auf Leder sollten Sie spezielle Acryl-Lederfarben (z. B. Eco-Flo Cova Color) verwenden. Das Leder muss zuerst entfettet werden, und die Farbe sollte in dünnen Schichten aufgetragen werden, wobei jede Schicht vollständig trocknen muss. Nach dem Malen muss das Muster mit einem Acryl-Finish versiegelt werden, um Rissbildung und Abrieb der Farbe zu verhindern.
Das Bemalen von Naturleder ist ein faszinierender Bereich der künstlerischen Lederverarbeitung, der die Gestaltung einzigartiger, personalisierter Projekte ermöglicht – von customisierten Motorradjacken über verzierte Geldbörsen bis hin zu komplexen Malereien auf Taschen. Im Gegensatz zur penetrierenden Färbung, die die Farbe des gesamten Lederstücks durch Eindringen in dessen Struktur verändert, besteht das Bemalen im Auftragen einer Pigmentschicht auf die Narbenseite. Dies erfordert die Verwendung völlig anderer Produkte und eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds, damit die Farbe beim Biegen des Materials nicht abblättert oder reißt. Eine bewährte Wahl für solche Arbeiten sind flexible, speziell für Leder entwickelte Acrylfarben. Herkömmliche Acrylfarben aus dem Künstlerbedarf sind in der Regel zu spröde und würden sich schnell vom arbeitenden Material lösen. Damit der Malprozess erfolgreich ist und Ihr Kunstwerk den Test der Zeit besteht, müssen Sie sich strikt an einige wichtige handwerkliche Grundsätze halten. In diesem Artikel führen wir Sie durch den Prozess der Erstellung einer haltbaren Bemalung, von der Vorbereitung der Oberfläche über die Techniken zum Aufbau der Deckkraft bis hin zur abschließenden Versiegelung des fertigen Motivs.
Besonderheiten von Acrylfarben und Vorbereitung des Untergrunds
Der grundlegende Fehler, der zur Zerstörung bemalter Projekte führt, ist das Auftragen von Farbe auf unvorbereitetes Leder. Pflanzlich gegerbtes Naturleder (mit einer Stärke von z. B. 1,5 mm oder 2 mm) kann mit natürlichen Ölen, Wachsen oder leichten Finishes überzogen sein. Es ist unbedingt zu beachten, dass farbiges, chromgegerbtes und bereits werkseitig gefinishtes Leder nicht bemalt werden sollte, da es die Pigmente nicht annimmt. Wenn Sie Acrylfarbe auf nicht entfettetes pflanzliches Leder auftragen, hat sie keine Chance, sich mit den Fasern zu verbinden und wird bald abplatzen. Der erste und absolut notwendige Schritt ist die Entfernung der äußeren Finish-Schicht und das Entfetten der Narbenseite an der Stelle, die Sie bemalen möchten.
Zu diesem Zweck verwendet man spezielle Entfettungs- und Vorbereitungsmittel. Tränken Sie ein Wattepad oder ein sauberes Tuch mit dem Mittel und reiben Sie kräftig über die Lederoberfläche, bis sie sich matt und leicht rau anfühlt. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Poren geöffnet sind und die Oberfläche bereit ist, das Pigment aufzunehmen. Wählen Sie zum Malen ausschließlich flexible, wasserbasierte Lederfarben, wie die Serie Eco-Flo Cova Color. Diese Farben sind so konzipiert, dass sie nach dem Trocknen eine elastische Schicht bilden, die mit dem Leder arbeitet und sich biegt, ohne zu reißen.
Aufbau der Deckkraft durch dünne Schichten
Die Technik des Auftragens von Acrylfarben auf Leder unterscheidet sich vom Malen auf Leinwand. Die Versuchung ist groß, eine einzige, dicke Farbschicht aufzutragen, um schnell eine volle Deckkraft zu erzielen, doch das ist der direkteste Weg in die Katastrophe. Eine dicke Acrylschicht auf einem flexiblen Untergrund bildet nach dem Trocknen eine steife Kruste, die beim ersten Biegen des Materials bricht. Der Schlüssel zu einer haltbaren und ästhetischen Bemalung ist das Auftragen vieler sehr dünner, fast transparenter Schichten.
Beginnen Sie mit dem Auftragen einer Grundierung – wenn Sie ein helles Muster auf dunkles Leder malen, sollte die erste Schicht eine dünne Lage weißer Farbe sein, die die Intensität der nachfolgenden Farben verstärkt. Tragen Sie die Farbe mit weichen Synthetikpinseln oder einem kleinen Schwämmchen auf. Achten Sie darauf, dass jede Schicht vollständig trocken ist, bevor Sie die nächste auftragen. Sie können diesen Prozess mit einem Haartrockner auf kalter oder lauwarmer Stufe (niemals heiß!) beschleunigen. Der Aufbau der Deckkraft kann je nach gewählter Farbe 3 bis sogar 6 dünne Schichten erfordern. Diese Technik sorgt dafür, dass sich die Farbe fest mit der Narbenseite verbindet und maximale Elastizität behält. Denken Sie auch daran, dass die Kanten zugeschnittener Elemente anders bemalt werden – zum Finishen der Ränder verwendet man spezielle, dickflüssige Kantenfarben (z. B. Vilux), die eine glatte, erhabene Wulst bilden.
Die notwendige Versiegelung der Bemalung gegen Rissbildung
Wenn Ihr Muster fertig und vollständig getrocknet ist (am besten 24 Stunden warten), müssen Sie es entsprechend versiegeln. Selbst hochwertige Acrylfarben sind ohne Schutz anfällig für Kratzer, Abrieb und Feuchtigkeit. Zur Fixierung der Bemalung werden spezielle Acryl-Finishes (Resolene, Acrylic Finisher) verwendet, die in Versionen von tiefmatt bis hochglänzend erhältlich sind. Das Finish bildet auf der Farboberfläche einen transparenten, äußerst widerstandsfähigen Schutzschild.
Das Finish sollte sehr vorsichtig aufgetragen werden, um das gemalte Muster nicht zu verschmieren. Am besten verwenden Sie dafür einen weichen, leicht feuchten Schwamm oder eine Airbrush. Tragen Sie ein oder zwei dünne Schichten auf und lassen Sie diese gründlich trocknen. Wichtiger Hinweis: Acryl-Finishes eignen sich nicht zur Behandlung von offenen Kanten bei pflanzlich gegerbtem Leder – hier bleibt das Mittel Tokonole unersetzlich. Ein auf diese Weise versiegeltes Muster ist widerstandsfähig gegen den täglichen Gebrauch, Biegung und Witterungseinflüsse. Denken Sie daran, den zukünftigen Benutzer darüber zu informieren, dass bemalte Lederteile eine sanftere Behandlung erfordern und nicht mit aggressiven Lösungsmitteln gereinigt werden sollten, die die Schutzschicht auflösen könnten.







