Womit reinigt man Leder?
Echtes Leder wird mit speziellen Präparaten gereinigt, wie etwa Sattelseife (Saddle Soap) bei Glattleder, oder trocken mit Hilfe von Bürsten und Radiergummis bei Veloursleder und Nubuk, wobei normales Wasser und Haushaltsreiniger zu vermeiden sind. Die Art der Reinigung hängt zu hundert Prozent von der Lederart und dem Grad der Verschmutzung ab.
Die Grundregel lautet: Glattes, zugerichtetes Täschnerleder wird anders behandelt als naturbelassenes, pflanzlich gegerbtes Leder oder Veloursleder. Bei leichten Verschmutzungen wie Staub oder Fingerabdrücken auf Glattleder (z. B. vom Typ Maya) reicht es oft aus, dieses mit einem trockenen, weichen Mikrofasertuch abzuwischen. Hilft das nicht, kann das Tuch ganz leicht angefeuchtet, aber niemals durchnässt werden. Leder mag kein Wasser. Wasser, besonders im Überfluss, kann nach dem Trocknen Flecken, Verfärbungen und eine Versteifung des Materials verursachen. Bei stärkeren Verschmutzungen auf Narbenleder greifen wir zu einer speziellen Sattelseife. Diese wird sparsam auf einen feuchten Schwamm oder ein Tuch aufgetragen, bis zur Schaumbildung verrieben und die verschmutzte Stelle in kreisenden Bewegungen ohne starkes Reiben gereinigt. Anschließend werden die Seifenreste mit einem sauberen, feuchten Tuch abgenommen und das Leder bei Raumtemperatur langsam trocknen gelassen – niemals auf der Heizung oder in der Sonne. Denke daran, dass Seife das Leder entfettet. Nach einer solchen Reinigung und Trocknung ist es daher zwingend erforderlich, eine Lederpflege oder einen Balsam aufzutragen, um die Geschmeidigkeit wiederherzustellen.
Ein völlig anderer Ansatz ist bei Rauleder wie Veloursleder und Nubuk erforderlich. Hier ist Wasser der Feind Nummer eins. Die Reinigung erfolgt fast ausschließlich trocken. Die grundlegenden Werkzeuge sind eine spezielle Raulederbürste (oft mit Gummiaufsatz und Messingborsten) sowie ein Schmutzradierer für Leder. Mit der Bürste wird der Schmutz „herausgekämmt“ und die plattgedrückten Fasern (der sogenannte Flor) wieder aufgerichtet. Bei hartnäckigeren, speckigen oder glänzenden Flecken kommt der Radierer zum Einsatz, indem man damit über die Verschmutzung reibt, wie mit einem Bleistiftradierer über Papier. Nach dem Entfernen des Flecks sollte die Stelle erneut gebürstet werden, um die Struktur anzugleichen. Verwende niemals Seife oder nasse Tücher auf Veloursleder, da dies die empfindliche Struktur zerstört, die Fasern verklebt und dauerhafte Flecken hinterlässt.
Ein Sonderfall ist naturbelassenes, pflanzlich gegerbtes Leder, das noch nicht zugerichtet wurde. Es ist saugfähig wie ein Schwamm und nimmt jede Flüssigkeit, Schweiß oder Schmutz auf, was dauerhafte Spuren hinterlässt. Eine Reinigung ist praktisch unmöglich. Jeder Versuch, den Fleck mit Wasser zu entfernen, führt zu einem noch größeren und dunkleren Fleck. Daher sind bei der Arbeit mit solchem Leder saubere Hände und ein sauberer Arbeitsplatz entscheidend. Manchmal kann man versuchen, kleine, oberflächliche Verschmutzungen mit einem Leder-Radiergummi abzureiben. Einige Handwerker entscheiden sich in einem Akt der Verzweiflung, nachdem sie einen Teil des Projekts mit Flüssigkeit verschmutzt haben, dafür, die gesamte Oberfläche gleichmäßig anzufeuchten, um eine einheitliche, wenn auch dunklere Farbe zu erzielen. Dies ist jedoch der letzte Ausweg.
Erwähnenswert sind auch die sogenannten „Pinholes“ (aus dem Englischen pinholes), also mikroskopisch kleine Löcher oder Punkte, die manchmal auf dem Narbenbild des Leders sichtbar sind. Das ist kein Schmutz, den man wegputzen könnte. Es handelt sich um natürliche Merkmale der Haut, Spuren von Haarfollikeln oder Insektenstichen. Der Versuch, diese zu „reinigen“ oder abzukratzen, führt nur zur Beschädigung der Narbenschicht. Dies gehört zum Charakter des natürlichen Materials und ist kein Mangel, der ein Eingreifen erfordert. Die richtige Lederpflege und die Verwendung geeigneter Lederwerkzeuge sind die Basis dafür, dass deine Werkstücke jahrelang in einwandfreiem Zustand bleiben.
Kurz gesagt
- Glattleder (Narbenleder): Trocken mit einem weichen Tuch reinigen oder spezielle Sattelseife verwenden, und nach dem Trocknen eine Lederpflege auftragen.
- Veloursleder und Nubuk: Ausschließlich trocken reinigen, unter Verwendung einer speziellen Raulederbürste und eines Schmutzradierers.
- Naturbelassenes, pflanzlich gegerbtes Leder: Ist extrem saugfähig. Vermeide den Kontakt mit Wasser und Schmutz; eine Reinigung ist fast unmöglich.
- Vermeide Haushaltschemikalien: Spülmittel, Feuchttücher oder Möbelreiniger können das Leder dauerhaft beschädigen.







