Lederfarbe als Spray — wann und wie richtig anwenden?
Lederfarbe als Spray ist eine äußerst effektive Methode, wenn es dir auf eine gleichmäßige Abdeckung großer Flächen ankommt – ganz ohne die sichtbaren Streifen, die beim Auftragen mit dem Pinsel oder Wollpinsel oft entstehen. Diese Art der Anwendung ermöglicht eine präzise Kontrolle über die Farbsättigung, insbesondere beim Färben von Blankleder oder beim Auffrischen von Veloursleder.
Das Sprühverfahren eignet sich hervorragend für die Arbeit an größeren Projekten wie Taschen, Satteltaschen oder Rüstungsteilen, bei denen das Auftragen der Farbe mit einem Schwamm auf einen halben Quadratmeter unweigerlich zu Flecken führen würde. Man sollte jedoch eine der wichtigsten Grundregeln der Sattlerei beachten: Wir färben ausschließlich naturbelassenes, pflanzlich gegerbtes Leder sowie Veloursleder oder Nubuk. Chromgegerbtes Leder sowie bereits werkseitig zugerichtete und gefärbte Lederarten nehmen die Farbe nicht an. Wenn du versuchst, Lederfarbe auf eine solche Oberfläche aufzutragen, perlt die Flüssigkeit einfach ab oder trocknet als klebrige, abblätternde Schicht auf der Oberfläche. Für das Färben von pflanzlich gegerbtem Croupon mit einer Stärke von 2 mm oder 3 mm verwenden wir hochwertige Lederchemie auf Alkoholbasis, die mit einer Airbrush-Pistole oder speziellen Zerstäubern aufgetragen werden kann.
Der Erfolg beim Sprühfärben hängt von der richtigen Vorbereitung des Materials und der Technik ab. Die Oberfläche muss absolut sauber und entfettet sein. Wir tragen die Farbe aus einer Entfernung von etwa 20-30 Zentimetern auf und sprühen lieber mehrere dünne Schichten anstelle einer dicken. Das gibt dir die volle Kontrolle über den endgültigen Farbton und verhindert das Verlaufen der Farbe. Bei Lederfarben, wie den in eine Airbrush umgefüllten Produkten der Marke Fiebing's aus der Pro Dye-Serie, mag die erste Schicht noch hell erscheinen, aber mit jedem weiteren Durchgang gewinnt die Farbe an Tiefe. Denke daran, in einem gut belüfteten Raum zu arbeiten, da die Dämpfe von alkoholbasierten Farben sehr intensiv sind.
Ein sehr häufiger Fehler von Anfängern ist es, die Arbeit direkt nach dem Trocknen der Farbe zu beenden. Gefärbtes, pflanzlich gegerbtes Leder muss nach dem vollständigen Verdampfen des Lösungsmittels mit einem speziellen Acryl-Finish, wie zum Beispiel Resolene, versiegelt werden. Dies ist ein entscheidender Schritt, da unversiegelte Lederfarbe auf Alkoholbasis sonst abfärbt und die Kleidung beim Tragen des fertigen Ledergürtels oder der Brieftasche verschmutzt. Erst nach dem Auftragen der Schutzschicht ist das Projekt bereit für die weitere Bearbeitung, wie das Handnähen mit der Sattlernaht unter Verwendung der gewachsten Slam-Fäden oder die Kantenbearbeitung mit einem Kantenhobel und dem Mittel Tokonole. Bei Lederfarbe für Veloursleder als Spray wiederum muss die Narbenseite nach dem Trocknen mit einer speziellen Bürste aufgeraut werden, um ihre natürliche, samtige Struktur wiederherzustellen.
Kurz gesagt
- Nutze das Sprühverfahren für große Flächen. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Deckkraft ohne das Risiko von Streifenbildung.
- Färbe nur geeignetes Material. Diese Technik bewährt sich bei naturbelassenem, pflanzlich gegerbtem Leder sowie Veloursleder; meide chromgegerbte und werkseitig zugerichtete Leder.
- Baue die Farbe in Schichten auf. Trage mehrere dünne Schichten aus einer Entfernung von 20-30 cm auf und behalte so die volle Kontrolle über die Farbsättigung.
- Versiegele stets das Ergebnis deiner Arbeit. Gefärbtes Blankleder erfordert das Auftragen eines Acryl-Finishs, damit die Farbe nicht auf die Kleidung abfärbt.







