Womit reinigt man eine Lederjacke?
Eine Lederjacke sowie andere Artikel aus Glattleder reinigt man am besten mit einer speziellen Lederseife (der sogenannten Saddle Soap) oder einem leicht angefeuchteten Tuch mit etwas milder Kernseife, da aggressive Chemikalien das werkseitige Finish des Materials zerstören.
Wenn du dich fragst, womit du einen Ledermantel oder eine klassische Bikerjacke reinigen sollst, musst du zunächst verstehen, mit welchem Material du es zu tun hast. Bei Lederbekleidung handelt es sich in den allermeisten Fällen um chromgegerbtes Leder mit einer Stärke von meist 0,8 mm bis 1,2 mm. Ein solches Material ist bereits werkseitig mit Finish- und Farbschichten versehen. Das bedeutet, dass die Narbenseite des Leders „geschlossen“ ist – sie nimmt keine zusätzlichen Farben, Wachse oder tief eindringenden Öle auf, reagiert aber gleichzeitig empfindlich auf starke Reinigungsmittel, Alkohol oder Spülmittel. Der Einsatz scharfer Chemie greift dieses werksseitige Finish an, was zu Mattierung und Rissbildung führt. Das häufigste Problem bei Bekleidung ist die Frage, womit man den Kragen einer Lederjacke reinigt, an dem sich Schweiß und Hautfett aus dem Nackenbereich ansammeln. Am besten eignet sich hierfür eine weiche Rosshaarbürste. Du schlägst einen dichten Schaum aus der Lederseife auf, trägst ihn punktuell auf den Kragen auf, bürstest vorsichtig und nimmst den schmutzigen Schaum anschließend mit einem sauberen, leicht angefeuchteten Baumwolltuch ab. Das Leder darf niemals komplett durchnässt werden.
Ähnliche Regeln gelten für andere Produkte aus Glattleder. Kunden fragen oft, womit man Lederschuhe reinigt, die täglich mit Matsch und Streusalz in Berührung kommen. Auch hier bewährt sich die Lederseife, obwohl man bei gröberen Verschmutzungen auf dem Schaft oder im Bereich des Sohlenrandes eine etwas härtere Bürste verwenden kann. Geht es darum, womit man helle Lederschuhe reinigt, ist die Hygiene beim Arbeiten selbst entscheidend. Das Tuch, mit dem der Schaum abgenommen wird, muss sehr oft ausgespült werden. Reibt man den schmutzigen Schaum wieder in das helle Leder ein, dringt der Schmutz in die Mikroporen ein und verursacht einen Grauschleier. Die Frage, womit man ein Lederlenkrad im Auto reinigt, erfordert wiederum noch mehr Vorsicht. Das Leder am Lenkrad ist ständiger Reibung und dem Handschweiß ausgesetzt. Verwende hier nur spezielle, sehr milde Reinigungsmittel für Autopolster oder eine minimale Menge Kernseife. Starkes Schrubben würde das Lenkrad in wenigen Minuten entfärben.
Völlig anders stellt sich die Situation bei Rauleder dar. Wenn du nach einer Methode suchst, womit du helles Veloursleder an Schuhen reinigen kannst, vergiss Wasser und Seife. Veloursleder und Nubuk sind Materialien mit einer offenen Faserstruktur. Der Kontakt mit Wasser und Seife führt dazu, dass die Fasern verkleben und auf der Oberfläche harte, dunkle Flecken entstehen. Für Veloursleder wendet man ausschließlich Trockenmethoden an. Du benötigst eine spezielle Kreppbürste (Gummibürste) oder einen Rauleder-Reinigungsblock, der wie ein Radiergummi funktioniert. Du radierst den Schmutz mechanisch ab und bürstest das Material anschließend auf, um den natürlichen Flor wieder aufzurichten.
Kurz gesagt
- Glattleder: Verwende Lederseife (Saddle Soap) oder eine milde Kernseifenlösung. Vermeide Spülmittel und Alkohol.
- Reinigungstechnik: Arbeite mit Schaum, nicht mit Wasser. Trage den Schaum mit einer weichen Bürste auf und nimm den Schmutz mit einem sauberen, feuchten Tuch ab.
- Krägen und Lenkräder: Erfordern besondere Behutsamkeit, da sie durch menschlichen Schweiß und Hautfett angegriffen sind. Reibe sie nicht zu stark.
- Veloursleder und Nubuk: Ausschließlich trocken reinigen, unter Verwendung von Kreppbürsten oder speziellen Schmutzradierern.







