Um Naturleder richtig zu ölen, verwende ein spezielles Pflegemittel, zum Beispiel von der polnischen Marke Pruciak, oder reines Klauenöl. Trage auf die saubere und trockene Oberfläche eine sehr dünne, gleichmäßige Ölschicht mit einem weichen, fusselfreien Tuch auf. Reibe es sanft ein und lasse es anschließend für 24 Stunden vollständig einziehen. Poliere die Oberfläche zum Schluss mit einem sauberen Tuch nach.
Das Ölen ist einer der grundlegendsten Prozesse bei der Konservierung und Pflege von Naturleder, insbesondere wenn es sich um pflanzlich gegerbtes Leder handelt. Das Ziel dabei ist es, die Fasern tiefenwirksam zu nähren, ihnen die durch Nutzung und äußere Einflüsse verlorene Elastizität zurückzugeben und das Leder teilweise vor Feuchtigkeit zu schützen. Eine richtig durchgeführte Behandlung macht das Leder weicher, widerstandsfähiger gegen Rissbildung und verleiht ihm eine tiefe Farbe. Man sollte jedoch bedenken, dass das Ölen pflanzlich gegerbtes Leder unwiderruflich nachdunkeln lässt, was für viele ein erwünschter Patina-Effekt ist. Es ist erwähnenswert, dass dickeres, pflanzlich gegerbtes Leder (z. B. mit einer Stärke von über 2 mm) ein etwas tieferes und sorgfältigeres Ölen erfordert, um die Fasern vollständig zu nähren. Der Prozess verlangt Präzision und Maßhaltung – der Schlüssel liegt darin, eine dünne Schicht des entsprechenden Präparats aufzutragen und dem Leder Zeit zu geben, diese aufzunehmen.
Die Wahl des richtigen Lederöls
Der Markt bietet viele Produkte zur Lederpflege, jedoch eignen sich nicht alle für ein tiefenwirksames Ölen. Eine sichere und von Handwerkern geschätzte Wahl sind spezielle Präparate, die direkt für Leder entwickelt wurden. Hier lohnt es sich, auf die Produkte von Pruciak zurückzugreifen – einem polnischen Hersteller von natürlichen Fetten und Wachsen zur Imprägnierung. Häufig fällt die Wahl auch auf reines Klauenöl. Neben ihren pflegenden Eigenschaften enthalten diese Mittel natürliche Fette, die dem Leder eine zusätzliche Wasserbeständigkeit verleihen. Sie sind die richtige Wahl für Schuhe, Taschen oder Jacken, die dem Regen ausgesetzt sind. (Es ist erwähnenswert, dass sich die Marke Fiebing's in erster Linie auf Farben und Kantenfarben spezialisiert hat, und nicht auf konservierende Öle).
Was sollte man vermeiden? Vor allem Speiseöle wie Olivenöl, Sonnenblumen- oder Rapsöl. Obwohl sie kurzfristig einen fettenden Effekt erzielen können, werden sie mit der Zeit ranzig, verströmen einen unangenehmen Geruch und können die Lederfasern potenziell beschädigen. Ebenso vorsichtig sollte man bei bestimmten Mineral- oder Industrieölen sein, da diese zu aggressiv wirken können. Bei der Produktwahl empfiehlt es sich, auf bewährte Marken aus der Sattlerei zu setzen, die die richtige Zusammensetzung und Sicherheit für deine Werkstücke garantieren. Denke daran, dass Leder nicht gleich Leder ist – das Ölen ist hauptsächlich für glattes, naturbelassenes, pflanzlich gegerbtes Leder (Narbenleder) gedacht. Es wird nicht auf Veloursleder, Nubukleder oder auf werkseitig zugerichtetem Leder angewendet, da dieses kein Öl aufnimmt. Ein gutes Beispiel ist das Flaggschiff-Leder unseres Shops – Maya. Es ist zwar ein pflanzlich gegerbtes Leder, jedoch werkseitig zugerichtet und mit einer geschlossenen Narbenseite versehen, was bedeutet, dass es keine zusätzlichen Öle, Farben oder Wachse aufnimmt.
Die richtige Anwendungstechnik Schritt für Schritt
Der Prozess des Ölens erfordert Geduld und Sorgfalt. Eile ist hier unangebracht, und der Schlüssel zum Erfolg ist Maßhaltung. Der erste Schritt besteht immer darin, die Lederoberfläche gründlich von Staub, Schmutz und eventuellen Flecken zu reinigen. Dies kann mit einem leicht angefeuchteten Tuch oder einem speziellen Lederreiniger erfolgen. Anschließend muss man warten, bis das Leder vollständig getrocknet ist. Sobald die Oberfläche bereit ist, kann mit dem Auftragen des Öls begonnen werden. Gib eine kleine Menge des Präparats auf ein sauberes, weiches und fusselfreies Tuch (Baumwollflanell oder ein Stück eines alten T-Shirts eignen sich hervorragend) und niemals direkt auf das Leder.
Trage das Öl in einer sehr dünnen, fast transparenten Schicht auf und reibe es mit sanften, kreisenden Bewegungen in das Leder ein. Achte darauf, das Produkt gleichmäßig über die gesamte Fläche zu verteilen, und widme den Nähten und Kanten besondere Aufmerksamkeit, da diese am anfälligsten für das Austrocknen sind. Es ist besser, zwei dünne Schichten mit zeitlichem Abstand aufzutragen, als eine dicke. Nach dem Auftragen des Öls sollte die gesamte Oberfläche leicht feucht und dunkler aussehen. Nun folgt ein wichtiger Schritt: Geduld. Lege den Gegenstand für mindestens 24 Stunden an einen trockenen, gut belüfteten Ort. In dieser Zeit nimmt das Leder genau so viel Öl auf, wie es benötigt. Nimm nach Ablauf dieser 24 Stunden ein sauberes, trockenes Tuch und poliere die gesamte Oberfläche kräftig ab, um eventuell überschüssiges Öl zu entfernen und dem Leder seinen dezenten Glanz zurückzugeben.
Häufige Fehler und worauf beim Ölen zu achten ist
Ein häufiger und sehr schädlicher Fehler ist das Auftragen einer zu großen Menge Öl. Eine Übersättigung führt dazu, dass das Leder fettig und klebrig wird, Staub sowie Schmutz anzieht und seine Poren verstopft werden, was das 'Atmen' unmöglich macht. In extremen Fällen kann ein Überschuss an Öl sogar die Faserstruktur schwächen. Erinnere dich stets an den Grundsatz 'Weniger ist mehr'. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist das unwiderrufliche Nachdunkeln des Leders. Helles, naturbelassenes Rindsleder kann nach dem Ölen seine Farbe von Beige zu Honigfarben oder sogar zu Hellbraun verändern. Daher ist es absolut notwendig, einen Test an einer unauffälligen Stelle des Produkts oder an einem Reststück desselben Leders durchzuführen, um sicherzustellen, dass der erzielte Farbeffekt den Erwartungen entspricht.
Man sollte zudem bedenken, dass nicht jede Lederart für das Ölen geeignet ist. Wie bereits erwähnt, verlieren Velours- und Nubukleder nach dem Kontakt mit Öl ihre charakteristische, samtige Textur, werden glatt und dunkel – diese Beschädigung ist irreparabel. Ebenso wird ein Großteil der werkseitig zugerichteten Leder, die mit einer Farb- und Lackschicht versehen sind, kein Öl aufnehmen. Der Versuch, diese zu ölen, endet mit einer fettigen, klebrigen Schicht auf der Oberfläche, die nicht in die Tiefe des Materials eindringt. Das Ölen ist ein Prozess, der 'offenporigen' Ledern vorbehalten ist, hauptsächlich naturbelassenen, pflanzlich gegerbten Rindsledern, die pflegende Substanzen aufsaugen.
Denke abschließend daran, dass das Ölen eine Pflegemaßnahme ist, die je nach Bedarf und nicht nach einem starren Zeitplan durchgeführt wird. Bei einer selten genutzten Tasche kann dies einmal alle paar Jahre der Fall sein, bei intensiv getragenen Schuhen hingegen zweimal im Jahr. Beobachte deine Lederwaren. Wenn das Leder trocken, steif und an den Knickstellen heller wird, ist das ein Zeichen dafür, dass es Zeit für eine Pflege ist.







