Acryl-Lederfarben sind wasserbasierte Präparate auf Basis flexibler Polymerharze, die nach dem Trocknen auf der Narbenoberfläche eine haltbare, deckende Schicht bilden. Im Gegensatz zu penetrierenden Lederfarben dringen Acrylfarben nicht tief in die Faserstruktur ein, sondern haften lediglich auf der Materialoberseite.
Arten und Eigenschaften von Acryl-Lederfarben
Das Hauptmerkmal von Acryl-Lederfarben ist ihre Fähigkeit, die originale Lederfarbe vollständig zu überdecken. Da sie oberflächlich wirken, lassen sich damit helle Muster auf schwarzem Grund malen – was mit herkömmlichen alkohol- oder ölbasierten Lederfarben physikalisch unmöglich ist. Die in der Farbe enthaltenen Harze sorgen dafür, dass die getrocknete Schicht mit dem Leder mitarbeitet und beim Biegen nicht reißt.
Stellen Sie sich Acrylfarbe als eine flexible, dünne Aufkleber aus flüssigem Gummi vor, der den Narben dicht bedeckt und das darunter Liegende verdeckt. Im Vergleich dazu wirkt eine klassische Beize (Farbstoff) wie auf Papier gegossenes Aquarell – sie zieht in das Material ein und verbindet sich mit dessen natürlichem Farbton. Aufgrund dieser „Aufkleber“-Struktur werden Acryl-Lederfarben hauptsächlich auf pflanzlich gegerbtem Leder eingesetzt. Beachten Sie, dass chromgegerbtes Leder sowie fertig eingefärbte Leder keine handelsüblichen Lederfarben oder Wachse annehmen.
Ein häufiger Anfängerfehler ist das Auftragen einer zu dicken Acrylschicht auf einmal. Anstatt einer dicken, später rissigen Kruste sollten Sie mehrere sehr dünne Schichten auftragen und jede gut trocknen lassen. Damit die Farbe dauerhaft mit dem Narben verbunden bleibt, muss die Lederoberfläche zuvor gründlich entfettet und mit speziellen Reinigern (Deglazer) mattiert werden.
Anwendung von Acryl-Lederfarben
Deckende Lederfarben bieten Kreativen enorme künstlerische Freiheit. Sie werden überall dort eingesetzt, wo eine kräftige, deckende Farbe benötigt wird.
- Individualisierung von Schuhen (Sneakern): Aufbringen komplexer Muster, Logos und Grafiken auf glattem Narbenleder.
- Kantenbearbeitung (Kantenfarbe): Dickflüssige Acryl-Lederfarben dienen zum Abdecken roher Kanten bei chromgegerbten Ledern (deren Kanten sich mit traditionellen Methoden nur schwer bearbeiten lassen).
- Bemalung von Details: Setzen farblicher Akzente auf Taschen, Geldbörsen oder Uhrenarmbändern.
- Restaurierung beschädigter Narben: Überdecken tiefer Verfärbungen und Kratzer, die mit Pflegemitteln nicht mehr zu retten sind.
Worauf bei der Auswahl achten?
Achten Sie bei der Wahl einer Acryl-Lederfarbe auf ihre Konsistenz. Dünnflüssige Lederfarben eignen sich gut zum Malen von Details auf flachen Narbenoberflächen mit Pinsel oder Airbrush. Dickflüssige Varianten (oft als Kantenfarbe bezeichnet) sind speziell für Kanten entwickelt – sie laufen nicht aus und bilden eine schöne, erhabene „Träne“ am Lederrand.
Denken Sie daran: Acryl-Lederfarbe ist nach dem Trocknen in der Regel matt oder seidenmatt. Um sie vor Kratzern zu schützen und den gewünschten Glanz zu erzielen, muss das Projekt mit einem speziellen Acrylfinish (sog. Resolene) überzogen werden. Ohne Schutzschicht kann die Bemalung mit der Zeit abreiben.
Produkte aus unserem Sortiment
Im CraftPoint-Sortiment finden Sie vor allem professionelle penetrierende Lederfarben und Oberflächenbehandlungen, aber für die Arbeit mit Farbe und Kanten empfehlen wir:
- Lederfarben – breite Auswahl an Lederfarben, darunter wasserbasierte Produkte, die sich gut für handwerkliche Projekte eignen.
- Produkte von Fiebing's – geschätzte amerikanische Chemie, darunter Acrylfinishes (Resolene), die die Lederoberfläche wirksam schützen.
- Tokonole – japanisches Mittel, das ausschließlich für die Kanten- und Fleischseitenbearbeitung vorgesehen ist. Wenn Sie mit pflanzlich gegerbtem Leder arbeiten, können Sie anstatt dicker Kantenfarbe Tokonole verwenden, um einen glatten, natürlichen und glasartigen Rand zu erzielen.
Verwandte Begriffe im Wörterbuch
- Fiebing's
- Eco-Flo
- Narbenleder
- Tokonole







