Das Lackieren von Autoleder ist ein Prozess der Wiederaufbereitung oder vollständigen Farbänderung von Lederpolstern mit speziellen Farben und Decklacken. Diese Behandlung ermöglicht es, Scheuerstellen, Verfärbungen und kleine Risse zu kaschieren und Sitzen oder Lenkrädern das werksneue Aussehen zurückzugeben. Das Verständnis der Besonderheiten dieses Prozesses ist entscheidend, da sich Autoleder drastisch von den Materialien unterscheidet, die in der klassischen Sattlerei verwendet werden.
Worauf basiert das Lackieren von Autoleder?
Das in der Automobilindustrie verwendete Leder ist in der Regel chromgegerbtes Material, das in der Gerberei mit einer dicken Pigmentschicht und einem starken Klarlack (Top Coat) überzogen wurde. Diese Beschichtung soll die Sitze vor UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und Abrieb schützen. Daher ähnelt der Prozess der Wiederherstellung eher einer Lackierarbeit als der traditionellen Lederfärbung. Stellen Sie sich das Lackieren von Autoleder wie die Restaurierung einer Autokarosserie vor – zuerst müssen Sie die alte Beschichtung anrauen, eine Grundierung auftragen, dann die eigentliche Farbe und schließlich alles mit einem Klarlack versiegeln, der den endgültigen Glanz und die Härte verleiht.
In der klassischen Sattlerei dringen Farbstoffe tief in die Poren von pflanzlich gegerbtem Leder ein. Bei Autopolstern hingegen bildet die Lederfarbe einen elastischen Film auf der Oberfläche. Hier liegt ein häufiger Anfängerfehler – der Versuch, alkoholbasierte, eindringende Farben auf Autositzen zu verwenden, endet meist in Flecken und Abfärben auf der Kleidung, da die geschlossene Narbung die Flüssigkeit nicht aufnehmen kann.
Farben für Polster sind meist wässrige Polyurethan- oder Acryldispersionen. Sie sind extrem elastisch, arbeiten daher mit dem weichen Sitz mit und reißen nicht unter dem Gewicht des Fahrers. Sie erfordern jedoch eine strenge Vorbereitung der Oberfläche und die vollständige Entfernung von Fett.
Wann wird das Lackieren von Autoleder angewendet?
Wo und wann wird dieser Prozess am häufigsten eingesetzt?
- Renovierung von Sitzen: Reparatur von Scheuerstellen an den Seitenwangen des Fahrersitzes (sog. Seitenhalt), die beim Ein- und Aussteigen am schnellsten verschleißen.
- Erneuerung des Lenkrads: Wiederherstellung des tiefen Schwarz und der matten Oberfläche am Lenkradkranz, die durch Schweiß und Handreibung abgenutzt wird.
- Reparatur von Schaltknäufen: Lackieren kleiner Lederelemente, die durch ständigen Hautkontakt ihre Farbe verlieren.
- Personalisierung des Innenraums: Komplette Farbänderung einzelner Elemente, z. B. graue Türverkleidungen in ein intensives Rot zu verwandeln.
Wie wählt man aus und worauf muss man achten?
Entscheidend ist die Wahl der richtigen Chemie. Wenn Sie eine Restaurierung planen, benötigen Sie einen Entfetter (oft auf Acetonbasis oder mit speziellen Lösungsmitteln), eine Grundfarbe im gewünschten Farbton und einen Decklack (Finish), der darüber entscheidet, ob der Sitz matt, seidenglänzend oder glänzend wird.
Achten Sie auf die Schichtdicke. Es ist besser, drei sehr dünne Schichten Farbe mit einem Schwamm oder einer Airbrush aufzutragen als eine dicke. Eine zu dicke Pigmentschicht überdeckt die natürliche Ledernarbung (sog. Maserung) und lässt den Sitz aussehen, als wäre er aus billigem Kunststoff gegossen. Denken Sie auch daran, dass das Lackieren keine tiefen, strukturellen Risse repariert – dafür benötigen Sie flüssiges Leder (elastische Spachtelmasse), das vor dem Lackiervorgang aufgetragen wird.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint ist auf traditionelle Sattlerei spezialisiert und führt keine speziellen Polyurethanfarben für die Autopolster-Restaurierung. Wir bieten jedoch hervorragende Chemikalien zum Färben und Ausrüsten von pflanzlich gegerbtem Leder an, mit denen Handwerker arbeiten:
- Lederfarbe — große Auswahl an eindringenden Farbstoffen, ideal für Projekte aus naturbelassenem Juchtleder.
- Fiebing's — legendäre amerikanische Chemie, darunter die Pro Dye Farben, die sich hervorragend zum Färben von Gürtelriemen und Holstern eignen.
- Rindsleder — natürliche Leder, aus denen Sie neue Innenraumelemente nähen können, falls die alte Polsterung nicht mehr lackierfähig ist.
- Ledergarn — starke synthetische Fäden, unerlässlich, wenn Sie sich für einen Austausch und das Neunähen des Lenkrads entscheiden.







