Lackieren von Autoleder ist ein mehrstufiger Prozess der Renovierung und Versiegelung von Polstern, bei dem spezielle, elastische Lederfarben sowie ein transparenter Decklack (sogenannter Topcoat) aufgetragen werden. Diese Behandlung stellt die ursprüngliche Farbe stark beanspruchter Sitze wieder her und schützt die empfindliche Narben vor weiterem Abrieb.
Prozess des Lackierens von Autoleder
Das in der Automobilindustrie verwendete Leder unterscheidet sich drastisch von Materialien, die in der traditionellen Sattlerei zum Einsatz kommen. In der Regel handelt es sich um Nappaleder (etwa 1,2 mm dick), dessen Oberfläche werkseitig mit einer dicken Schicht Pigment und Polyurethan-Decklack versiegelt wurde. Stellen Sie sich das Lackieren von Autoleder wie das Aufbringen von gehärtetem Glas auf einen Telefonbildschirm vor – der elastische Topcoat nimmt die täglichen Reibungen, das Ein- und Aussteigen sowie Temperaturschwankungen auf sich und schützt die darunterliegende Materialstruktur.
Der Lackierprozess beginnt mit einer gründlichen Vorbereitung der Oberfläche. Alter, rissiger Lack muss angeschliffen werden, und die gesamte Fläche wird mit speziellen Reinigern tiefenentfettet. Erst auf diesen vorbereiteten Untergrund wird die Basisfarbe (oft mit einem Airbrush oder Schwamm) aufgetragen, und zum Schluss ein transparenter Topcoat, der die endgültige Oberfläche verleiht – matt, satiniert oder glänzend.
Dies ist ein häufiger Anfängerfehler: Der Versuch, klassische, eindringende Lederfarben (für pflanzlich gegerbtes Leder) auf Autopolstern zu verwenden. Solche Farben dringen nicht in die geschlossene Narben von Nappaleder ein, sondern trocknen lediglich auf der Oberfläche und verschmutzen später die Kleidung der Insassen. Für Autos werden ausschließlich spezielle deckende Lederfarben verwendet.
Anwendung des Lackierens von Autoleder
Techniken des Oberflächenlackierens werden in sehr spezifischen Restaurierungsfällen eingesetzt:
- Renovierung von Sitzseitenwangen: Dies sind die Stellen, die beim Einsteigen am stärksten beansprucht werden.
- Restaurierung von Lenkrädern: Das Leder am Lenkrad leidet unter Handschweiß und UV-Strahlung; das Lackieren stellt Griffigkeit und Optik wieder her.
- Farbwechsel der Innenausstattung: Ein fachgerecht aufgetragenes Lackiersystem ermöglicht einen kompletten Farbwechsel des Innenraums.
- Reparatur von Schaltknauf und Mittelarmlehne: Elemente mit hoher Berührungsfrequenz.
Auswahl der richtigen Präparate zum Lackieren
Bei der Entscheidung für Lackierchemie ist die Wahl des richtigen Decklacks (Topcoat) entscheidend. Er muss hochflexibel sein, um sich mit dem Leder unter dem Gewicht des Fahrers zu bewegen. Gewöhnliche Acryllacke reißen schnell ein. Achten Sie auf den Glanzgrad – moderne Autos haben meist ein tiefmattes oder satiniertes Finish. Glänzendes Leder im Auto ist oft nur das Ergebnis von über die Jahre angesammeltem Schmutz und Fett.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint konzentriert sich auf traditionelle Sattlerei und pflanzlich gegerbtes Leder, daher führen wir keine Polyurethanlacke für Autopolster. Wenn Sie jedoch mit offenen, pflanzlich gegerbten Ledern arbeiten und Chemie zum Färben und Veredeln suchen, empfehlen wir:
- Fiebing's Lederfarben — professionelle, eindringende Lederfarben auf Alkohol- und Ölbasis (Pro Dye) für pflanzlich gegerbtes Leder.
- Lederfarben — breite Auswahl an Farbstoffen für Handwerksprojekte.
- Lederwachse und -öle — natürliche Pflegeprodukte zur Konservierung und Imprägnierung klassischer Lederwaren.
- Tokonole — japanisches Mittel auf Wasserbasis, synthetischen Harzen und Traganthgummi, geeignet zur Kantenbearbeitung und für die Fleischseite.
Verwandte Begriffe im Wörterbuch
- Chromgerbung
- Narbenleder
- Fiebing's
- Kantenbearbeitung







