Fiebing‘s Leather Dye ist eine klassische, eindringende Lederfarbe für pflanzlich gegerbtes Leder, die seit dem späten 19. Jahrhundert in den USA hergestellt wird. Es ist eines der bekanntesten Produkte der Lederchemie weltweit, geschätzt für seine starke Deckkraft und schnelle Trocknung.
Wie ist die Zusammensetzung und Wirkung von Fiebing‘s Leather Dye?
Im Gegensatz zu Acrylfarben bildet der klassische Leather Dye von Fiebing‘s keine künstliche Schicht auf der Materialoberfläche. Seine Wirkung beruht auf dem tiefen Eindringen in die Fasern mithilfe einer Alkoholbasis, die als Träger für das Pigment dient. Nachdem der Alkohol verdunstet ist, setzt sich der Farbstoff dauerhaft im Material fest.
Stellen Sie sich den Querschnitt des Leders wie einen dichten Schwamm vor – anders als deckende Farben, die eine versiegelnde Schicht wie dicker Zuckerguss auf einem Donut bilden, dringt die Fiebing‘s Lederfarbe tief in die Poren ein, färbt die Fasern von innen und lässt die natürliche Narbenstruktur völlig intakt. Dadurch bleibt das Leder atmungsaktiv und kann weiterhin Wachse und Öle aufnehmen.
Und hier liegt ein häufiger Anfängerfehler – der Versuch, diese Lederfarbe auf chromgegerbtes, gefärbtes oder werksseitig lackiertes Leder aufzutragen. Da die Poren solcher Leder bereits durch die Gerberei-Ausfertigung verschlossen sind, kann die Lederfarbe nicht eindringen. Das Ergebnis ist ein klebriger, schmierender Fleck auf der Oberfläche, der nie vollständig trocknet. Leather Dye funktioniert nur auf rohen, offenen pflanzlich gegerbten Ledern (Veg Tan) korrekt.
Wo verwendet man Fiebing‘s Leather Dye?
Dieses Produkt ist eine Grundlage in Werkstätten, die sich mit manueller Färbung befassen:
- Färben von Gürtelriemen und Uhrarmbändern: erzielt tiefe Brauntöne und Schwarz.
- Ausfertigung von Messerscheiden und Holstern: oft kombiniert mit Tooling (Prägen), wobei die Lederfarbe die Reliefs hervorhebt.
- Erzeugen von Vintage-Effekten: durch Auftragen mehrerer Schichten und Abreiben entsteht ein altes, patiniertes Leder.
- Färben von Kanten: viele Handwerker verwenden Leather Dye zum Abdunkeln der Kanten vor dem Auftragen von Tokonole.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Bei der Auswahl der Chemie dieser Marke müssen Sie zwei Hauptlinien unterscheiden: den Standard-*Leather Dye* (reine Alkoholbasis) und den *Pro Dye* (früher Professional Oil Dye, Alkohol-Öl-Basis). Der normale Leather Dye trocknet sehr schnell, kann aber aufgrund des starken Alkoholgehalts das Leder leicht austrocknen und versteifen. Daher ist nach der Verwendung die Auftragung eines hochwertigen Conditioners oder Öls (z. B. Neatsfoot Oil) notwendig, um dem Material seine Flexibilität zurückzugeben.
Wenn Ihnen eine gleichmäßigere Deckkraft ohne Streifen (besonders auf großen Flächen wie Taschen) und eine geringere Austrocknung des Narbens wichtiger ist, ist die Pro Dye-Linie die bessere Wahl. Unabhängig von der gewählten Version empfiehlt es sich, das Leder vor dem Auftragen der Lederfarbe mit einem Deglazer (Entfetter) abzuwischen, um natürliche Öle und Handschmutz zu entfernen, die die Aufnahme des Pigments blockieren könnten.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint finden Sie eine breite Auswahl an Original-Chemie aus Milwaukee:
- Produkte von Fiebing‘s – die gesamte Palette an Lederfarben, Antik-Finishes und Ausfertigungen dieser amerikanischen Marke.
- Lederfarben – eine Sammelkategorie, in der Sie sowohl alkoholbasierte als auch wasserbasierte Linien finden.
- Pflanzlich gegerbtes Leder – ideales, rohes Material zum Färben mit eindringenden Lederfarben.
- Wachse und Öle für Leder – unerlässlich zum Einfetten des Leders nach der Verwendung von alkoholbasierten Lederfarben.







