Leder nähen ist ein Verfahren zum dauerhaften Verbinden von Materialschichten, das im traditionellen Sattlerhandwerk von Hand mit zwei Nadeln und einem Faden ausgeführt wird. Aufgrund der Dicke und Dichte von Naturleder unterscheidet sich diese Technik grundlegend vom Nähen von Stoffen.
Was bedeutet Leder nähen?
Im Gegensatz zu Textilien kann eine Nadel dickes Leder nicht von selbst durchdringen. Die Löcher müssen vorher mit Prickeisen oder einer Sattlerahle vorbereitet werden. Erst durch diesen vorbereiteten Kanal wird der Faden geführt.
Stellen Sie sich eine Maschinenaht wie eine Fahrradkette vor – wenn ein Glied bricht, lockert sich die ganze Kette und der Faden beginnt sich aufzulösen. Das handwerkliche Leder nähen (die sogenannte Sattlernaht) ähnelt eher dem Binden von seemännischen Knoten; der Faden geht von beiden Seiten durch dasselbe Loch und kreuzt sich im Inneren des Materials. Selbst wenn er an einer Stelle durchscheuert, hält der Rest der Naht die Schichten fest zusammen.
Ein häufiger Anfängerfehler ist der Versuch, Leder mit einer gewöhnlichen, scharfen Nadel zu nähen, ohne die Löcher vorzubereiten. In der Sattlerei verwendet man Ledernadeln mit stumpfer Spitze, die sanft durch die gestanzten Löcher gleiten, ohne die Fasern des Fadens zu beschädigen.
Wann wird Leder nähen angewendet?
Leder nähen ist das konstruktive Fundament der meisten Lederprojekte. Es wird verwendet für:
- Verbinden von Teilen: Zusammennähen von Taschen in Geldbörsen, Verbinden von Taschenpaneelen.
- Verstärken: Absteppen von Gürtelriemen an den Kanten, um ein Ausleiern zu verhindern.
- Zierfunktion: Dekorative Nähte in kontrastierender Garnfarbe an den Kanten von Produkten.
- Montage: Annähen von Schnallen, D-Ringen oder Griffen an den Taschenkörper.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Damit die Naht ästhetisch und haltbar ist, müssen Sie die richtigen Werkzeuge wählen. Die Grundlage sind Prickeisen. Die gängigsten Zahnabstände sind 3 mm oder 4 mm für kleine Lederwaren (Geldbörsen, Uhrenarmbänder) sowie 5 mm oder 6 mm für größere Projekte (Taschen, dicke Gürtelriemen).
Ein weiteres Element ist das Garn. Zum Leder nähen verwendet man Sattlergarn, das abriebfest ist und keine Feuchtigkeit aufnimmt. Die Garnstärke sollte proportional zum Abstand des Prickeisens sein – für Löcher alle 4 mm eignet sich Garn mit einer Stärke von 0,6 mm bis 0,8 mm hervorragend. Die Arbeit wird durch einen Nähkloben (Stitching Pony) erheblich erleichtert, der das zu nähende Teil festhält und beide Hände des Handwerkers freigibt.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint stellen Sie sich ein komplettes Set an Werkzeugen zusammen, die Sie für das professionelle Leder nähen benötigen:
- Lederlocher – unerlässlich zum gleichmäßigen Lochen des Materials vor dem Nähen.
- Ledernadeln – Sattlernadeln mit stumpfer Spitze, die das Durchstechen des Garns verhindern.
- Slam Garne – gewachste Polyesterfäden, der absolute Standard beim handwerklichen Sattlernähen.
- Nähkloben – Holzschraubstöcke, die das Leder während des Handstichs stabil halten.







