Lackieren von Leder ist der Prozess des Auftragens spezieller Ausführungspräparate (Finishes) auf die Narbenoberfläche, deren Hauptziel der Schutz des Materials vor Feuchtigkeit, Verschmutzung und Abrieb der Lederfarbe ist. Es ist in der Regel der letzte Schritt bei einem Projekt aus pflanzlich gegerbtem Leder, das nicht nur das Rohmaterial schützt, sondern ihm auch den endgültigen visuellen Charakter verleiht – von tiefem Matt bis zu glänzendem Glanz.
Worin besteht das Lackieren von Leder?
Pflanzlich gegerbtes Leder ist im rohen Zustand extrem saugfähig. Es gleicht einem Schwamm, der leicht Wasser, Fette unserer Hände und Schmutz aus der Umgebung aufnimmt. Wenn wir eine penetrierende Lederfarbe auftragen, dringt die Farbe tief in die Struktur ein, aber ohne entsprechenden Schutz kann sie mit der Zeit verblassen oder Kleidung verfärben. Vor dem Lackieren muss das Leder richtig vorbereitet werden – vor allem muss überschüssige Lederfarbe mit einem sauberen Tuch gründlich entfernt werden. Hier kommen die Lackiermittel ins Spiel, die meist auf Acrylharzen, Wasser oder Wachsmischungen basieren.
Stellen Sie sich das Lackieren von Leder wie das Anbringen einer dünnen, transparenten Hülle für ein neues Smartphone vor – sie unterstreicht von außen nur die Farbe und das Design des Geräts, aber genau diese unsichtbare Schicht nimmt alle Kratzer, Regentropfen und alltägliche Abnutzung auf. Ein guter Lack verschließt die Poren des Leders und bildet einen flexiblen Schutzfilm.
Und hier kommt ein häufiger Anfängerfehler – das Auftragen einer einzigen, sehr dicken Schicht Acryllack in der Hoffnung auf einen schnelleren Effekt. Eine solche Beschichtung wird nach dem Trocknen steif und reißt beim Biegen des Leders einfach, wodurch ein unschönes Spinnennetz entsteht. Die richtige Technik erfordert das Auftragen mehrerer sehr dünner Schichten, von denen jede vollständig trocknen muss. Für die Anwendung von Ausführungspräparaten eignen sich hervorragend Wollapplikatoren (wool daubers) oder Schwämme, die eine gleichmäßige Verteilung der Flüssigkeit erleichtern. Dies gewährleistet Flexibilität und Haltbarkeit des Finishs.
Wann sollte das Lackieren von Leder angewendet werden?
Das Lackieren ist eine Technik, die in bestimmten Situationen angewendet wird, hauptsächlich bei saugfähigen Ledern.
- Schützen der gefärbten Narben: Fixieren der Farbe nach der Verwendung von penetrierenden Lederfarben, um ein Verfärben von Kleidung zu verhindern (z. B. bei Gürtelriemen).
- Schutz vor Feuchtigkeit: Schaffen einer hydrophoben Barriere bei Taschen, Geldbörsen und Messerscheiden, die im Freien verwendet werden.
- Glanz verleihen: Veränderung des rohen, matten Aussehens des Leders zu einem eleganten Halbglanz oder Hochglanz.
- Schützen von Prägungen: Fixieren der mit Punziereisen ausgeführten Arbeit, um ein Verlust der Schärfe des Musters durch Feuchtigkeit zu verhindern.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Bei der Wahl eines Lacks (Finishes) für Leder müssen Sie zwei Dinge entscheiden: die Basis des Präparats und den Glanzgrad. Am beliebtesten sind wasserbasierte Acrylfinishes (z. B. aus der Fiebing's- oder Eco-Flo-Linie). Sie sind sicher in der Anwendung, leicht mit einem Schwamm oder Wollapplikator aufzutragen und ergeben eine sehr starke, wasserfeste Beschichtung. Wenn Sie ein natürlicheres, atmungsaktiveres Finish wünschen, können Sie zu Balsamen und Wachsen greifen, deren Wasserbeständigkeit jedoch etwas geringer ist.
Achten Sie auf den Endeffekt. Die meisten Hersteller bieten Präparate in den Versionen matt, seidenmatt (Halbglanz) und glänzend an. Denken Sie daran, dass fabrikmäßig gegerbte Leder (wie chromgegerbtes Leder oder das Flaggschiff Maya Leder) kein zusätzliches Lackieren der gesamten Oberfläche benötigen – sie haben bereits den entsprechenden Schutz aus der Gerberei. Der Versuch, darauf Acryllack aufzutragen, kann zu Abblättern des Präparats führen.
Produkte aus unserem Sortiment
- Fiebing's – Kategorie mit professionellen Lederfarben und Acrylfinishes, die zum Schutz der Narben bestimmt sind.
- Lederfarben – Färbepräparate, die nach dem Auftragen immer ein entsprechendes Lackieren und Versiegeln erfordern.
- Wachse und Lederöle – Alternative zu Acryllacken, die ein natürlicheres und raueres Finish bieten.
- Pflanzlich gegerbtes Leder – Rohe Leder zum selbstständigen Färben und Lackieren.







