Ledermarker sind spezielle Schreibwerkzeuge zum Markieren, Anreißen von Zuschnitten oder Retuschieren von Kanten auf Leder. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Büroartikeln haben professionelle Ledermarker entweder eine Tinte, die sich leicht entfernen lässt, oder eine Lederfarbe, die dauerhaft in die spezifische Struktur des Leders eindringt.
Was zeichnet einen Ledermarker aus?
Im Lederhandwerk ist Präzision das A und O. Gewöhnliche Kugelschreiber oder Bleistifte versagen oft – ein Bleistift hinterlässt auf dunklem Narben keine deutliche Spur, und die Tinte eines Kugelschreibers dringt in die Lederstruktur ein, sodass sie sich nicht mehr entfernen lässt. Ledermarker lösen dieses Problem. Die beliebtesten Einsätze mit silberner Tinte (sogenannte Silver Pens) hinterlassen eine sehr deutliche, helle Linie, die auf der Oberfläche bleibt, aber nicht tief in die Poren des Materials eindringt.
Stell dir einen Ledermarker wie einen Wegweiser auf einer unbekannten Route vor – er zeigt den genauen Weg zum Schneiden oder Nähen, hilft, kostspielige Fehler auf wertvollem Material zu vermeiden, und lässt sich nach Erreichen des Ziels einfach entfernen, ohne die Landschaft zu beeinträchtigen. Die Tinte des Silbermarkers kann mit einem speziellen Radiergummi oder einem Stück Rohkautschuk (Crepe Rubber) entfernt werden.
Und hier kommt ein häufiger Anfängerfehler: Die Verwendung von gewöhnlichen Kugelschreibern zum Abzeichnen von Schablonen auf der rechten Seite des Leders (Narben). Bürotinte dringt in das Material ein und hinterlässt beim Zuschneiden oft einen unschönen, blauen Rand am fertigen Produkt. Spezielle Lederstifte schützen vor solchen Überraschungen.
Wo wird ein Ledermarker eingesetzt?
Spezielle Marker und Stifte werden in verschiedenen Arbeitsphasen verwendet:
- Anreißen von Schablonen: Abzeichnen von Papier- oder Acrylzuschnitten auf der Lederoberfläche vor dem Zuschnitt.
- Markieren von Nähpunkten: Kennzeichnen von Stellen, an denen Löcher für Nieten, Druckknöpfe oder der Beginn einer Nahtlinie gesetzt werden sollen.
- Markieren von Fehlern auf der Fleischseite: In Gerbereien und großen Werkstätten werden mit speziellen Markern Fehler auf der linken Seite des Leders (Fleischseite) markiert, um sie beim Zuschnitt zu umgehen.
- Retuschieren von Kanten: Marker mit Kantenfarbe (Edge Dye Pens) dienen zum schnellen Färben von schwer zugänglichen Kanten oder für kleine Ausbesserungen.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Die Wahl des richtigen Werkzeugs hängt von der Lederart und der Arbeitsphase ab. Für dunkle und glatte Leder (z. B. dunkles Narbenleder) eignen sich am besten Silbereinsätze, die einen starken Kontrast bieten. Wenn du mit hellem, pflanzlich gegerbtem Leder arbeitest, kann ein verschwindender Stift (mit wärme- oder zeitabhängig verschwindender Tinte) die bessere Wahl sein, da helles Narbenleder anfälliger für Verschmutzungen ist und sich Silbertinte schwerer rückstandslos entfernen lässt.
Teste den Marker immer an einem Lederrest, bevor du ihn auf dem eigentlichen Projekt anwendest. Stelle sicher, dass du die Markierung nach dem Zuschnitt entfernen kannst. Wenn du ganz auf Tinte verzichten möchtest, ist die traditionelle und sicherste Methode die Verwendung einer Sattlerahle oder eines Ritzers, die die Oberfläche nur leicht anritzen.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint führt keine typischen Marker mit Tinte, aber für präzises Anreißen von Zuschnitten auf Leder empfehlen wir traditionelle, zuverlässige Stahlwerkzeuge:
- Sattlerahlen – ideal zum leichten Anritzen von Schnittlinien auf dem Narben, ohne Risiko von Tintenverschmierung.
- Anreißzirkel – Stahlzirkel mit scharfen Spitzen, unverzichtbar zum Anzeichnen paralleler Linien für die Naht.
- Lederwerkzeug – entdecke unser vollständiges Sortiment an Werkzeugen zum Markieren und Bearbeiten.
Verwandte Begriffe im Glossar
- Anreißzirkel
- Sattlerahle
- Narbenleder
- Rillen







