Lochzange (auch als Röhrenlocher bezeichnet) ist ein handgeführtes Lederwerkzeug, das zum Ausstanzen von perfekt runden oder länglichen Löchern im Material dient. Es funktioniert nach dem Prinzip von Druck und einer scharfen Schneide, die ein Stück Leder entfernt, um Platz für Beschläge, Sattlergarn oder den Dorn einer Gürtelschnalle zu schaffen. Ohne dieses unscheinbare Stück Stahl wäre die Montage von Verbindungselementen in Lederprojekten praktisch unmöglich.
Aufbau einer Lochzange?
Eine Lochzange hat einen scheinbar sehr einfachen Aufbau. Sie besteht aus einem Griff, auf den man mit einem Hammer (oder einem Setzwerkzeug) schlägt, und einer scharfen, gehärteten Schneidspitze mit einem bestimmten Profil. Wenn du auf das Werkzeug schlägst, dringt die Schneide in das Material ein, und der ausgestanzte Lederkreis wandert nach oben und tritt durch eine spezielle Auswurföffnung an der Seite des Werkzeugs aus.
Stell dir eine Lochzange wie eine stählerne Ausstechform für Plätzchen vor, aber statt weichem Teig hast du kompaktes, hartes Rindsleder vor dir. Damit die „Form“ sauber durch das Material geht, müssen ihre Kanten spiegelglatt poliert und messerscharf sein. Ist die Schneide stumpf, zerquetscht das Werkzeug den Narben des Leders und reißt die Fasern an den Rändern auf, anstatt ein sauberes Loch zu stanzen.
Diese Werkzeuge werden meist aus hochwertigem Kohlenstoffstahl gefertigt, was eine langanhaltende Schärfe gewährleistet, aber auch ein wenig Pflege erfordert – dieser Stahl neigt zum Rosten, wenn du ihn in einer feuchten Umgebung liegen lässt. Lochzangen gibt es in vielen Formen: von einzelnen Röhren zum Hämmern, über Revolver-Klappzangen bis hin zu Einsätzen für Lederpressen.
Und hier taucht ein häufiger Anfängerfehler auf: das Arbeiten auf einer ungeeigneten Unterlage. Das Schlagen mit einer scharfen Lochzange auf einem harten Tisch, Glas oder einem Metallamboss zerstört sofort die Schneide. Dieses Werkzeug benötigt eine weiche, aber dennoch federnde Unterlage, wie dicken Gummi, eine selbstheilende Schneidematte oder eine spezielle Stanzplatte.
Wozu dient eine Lochzange?
Lochzangen sind das absolute Fundament in der Werkstatt. Sie werden in jeder Phase der Arbeit eingesetzt, in der Platz für zusätzliche Elemente geschaffen werden muss.
- Montage von Nieten und Schraubnieten: Ausstanzen von Löchern mit 2-3 mm Durchmesser, um den Schaft der Beschläge problemlos durch die Lederschichten zu führen.
- Gürtelriemen: Erzeugen von gleichmäßigen Lochreihen für den Dorn der Gürtelschnalle (meist in den Größen 4-5 mm, je nach Stärke des Gürtels).
- Löcher für Rollenverschlüsse: Verwendung von länglichen Lochzangen (sog. Tropfen- oder Bohnenform), die dem Scharnier des Verschlusses Platz für eine flüssige Bewegung geben.
- Verzierung (Brogues / Durchbrüche): Ausstanzen komplexer Muster aus kleinen Löchern an Schuhschäften, Portemonnaies oder Taschen, die filigrane Dekorationen erzeugen.
- Anfang und Ende von Schnitten: Ausstanzen eines kleinen Lochs an den Enden eines geplanten Einschnitts (z.B. bei einer Messerscheide), um ein unkontrolliertes Weiterreißen des Leders zu verhindern.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Die Wahl der richtigen Lochzange hängt davon ab, an welchen Projekten du am häufigsten arbeitest. Wenn du Gürtelriemen herstellst, benötigst du solide Lochzangen mit Durchmessern von 4 mm und 5 mm. Für Geldbörsen und kleine Lederwaren genügen Größen von 1,5 mm bis 3 mm.
Achte auf die Verarbeitungsqualität des Werkzeugs. Billige Lochzangen haben oft eine dicke, stumpfe Schneide und eine raue Innenseite der Röhre. Das führt dazu, dass sich die ausgestanzten Lederreste innen verkeilen und das Werkzeug nicht mehr schneidet. Eine Lochzange guter Qualität hat eine dünne Schneidwand und eine glatte Innenfläche, sodass die Materialreste sauber nach außen austreten können.
Für Personen, die nur gelegentlich mit Leder arbeiten, ist eine Revolver-Lochzange (Zange mit Drehkopf) eine hervorragende Lösung. Sie ermöglicht einen schnellen Größenwechsel (meist von 2 mm bis 4,5 mm) ohne den Griff zum Hammer. Bei sehr dickem Leder (z.B. Juchtenleder mit 4 mm) kann die Handkraft jedoch nicht ausreichen, und dann ist die traditionelle, zu hämmernde Röhrenlochzange unersetzlich.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint bieten wir Werkzeuge an, die auf verschiedene Bedürfnisse und Materialstärken abgestimmt sind:
- Lederlocher / Lochzangen — die gesamte Kategorie der Werkzeuge zum Erstellen von Löchern, einschließlich klassischer Röhrenlochzangen in verschiedenen Größen.
- Lederwerkzeug — eine breite Auswahl an Werkstattausrüstung, einschließlich Schneidematten, die deine Lochzangen vor dem Stumpfwerden schützen.
- Lederstanzwerkzeuge — spezielle Werkzeuge zum Erstellen von Löchern für Nähte (Stanzahlen / Prickeisen), die sich im Aufbau von klassischen Röhrenlochzangen unterscheiden.
Verwandte Begriffe im Wörterbuch
- Lederlocher
- Lederstanzwerkzeuge
- Schraubniete
- Druckknopf (Nappa / Jeansknopf)
- Lederstärke (mm / oz)







