Lederfarben sind spezielle chemische Präparate, die tief in die Faserstruktur eindringen oder eine elastische Schicht auf der Oberfläche bilden, um eine dauerhafte Farbänderung des natürlichen Materials zu ermöglichen. In der Sattlerei werden sie hauptsächlich zur Personalisierung von rohen, pflanzlich gegerbten Häuten verwendet.
Arten und Eigenschaften von Lederfarben?
In der Welt des Lederhandwerks wird der Begriff „Farbe” oft als allgemeine Bezeichnung verwendet, aber in der Praxis unterteilen wir diese Präparate in zwei Hauptkategorien: penetrierende Lederfarben (Dyes) und Oberflächenfarben (Paints/Acrylics). Penetrierende Lederfarben auf Alkohol-, Öl- oder Wasserbasis bilden keine Schicht auf der Oberfläche. Stattdessen reagieren sie mit den natürlichen Fasern des Leders, verändern dauerhaft deren Farbton und bewahren dabei die sichtbare Narbenzeichnung und die natürlichen Poren.
Stell dir den Querschnitt von rohem Leder wie einen dichten Schwamm vor – penetrierende Lederfarben ziehen wie Tinte ein und färben das Innere, während Acrylfarben wie eine dicke Zuckerglasur auf einem Donut wirken, die die Oberseite bedecken und die natürliche Struktur vollständig überdecken.
Und hier liegt ein häufiger Anfängerfehler: der Versuch, eine penetrierende Lederfarbe auf ein fabrikmäßig veredeltes Leder (z. B. chromgegerbtes oder lackiertes Leder) aufzutragen. Ein solches Präparat läuft einfach ab oder wäscht sich auf der Oberfläche ab, da die geschlossenen Poren des Leders kein Eindringen ermöglichen. Farbige, in der Gerberei gefärbte Leder nehmen zusätzliche Lederfarben nicht mehr so auf wie rohes pflanzlich gegerbtes Leder (Veg-Tan).
Lösungsmittel- und alkoholbasierte Lederfarben (z. B. die auf dem amerikanischen Markt beliebten) zeichnen sich durch sehr schnelle Trocknung und tiefe Penetration aus, können jedoch das Leder leicht austrocknen. Wasserbasierte Präparate sind umweltfreundlicher, trocknen langsamer, was ein gleichmäßiges Auftragen und Schattieren erleichtert, erfordern jedoch möglicherweise mehrere Schichten, um ein tiefes Schwarz oder Dunkelbraun zu erzielen.
Wofür verwendest du Lederfarben?
Das Färben von Leder eröffnet dem Handwerker enorme Möglichkeiten zur Personalisierung von Projekten:
- Ganze Färbung: Änderung der Farbe von rohem pflanzlich gegerbtem Leder (Crust) in einen einheitlichen, tiefen Farbton vor dem Nähen.
- Antikisieren (Antiquing): Abdunkeln von geprägten Mustern und Schnitzereien (Tooling), um ihnen ein dreidimensionales, altes Aussehen zu verleihen.
- Schattieren (Sunburst/Gradient): fließende Farbübergänge, häufig verwendet bei Messerscheiden und Holstern.
- Kantenfärbung: Auftragen von Farbe nur auf die geschnittene Lederkante vor der Verwendung von Mitteln wie Tokonole.
Wie wähle ich aus und worauf sollte ich achten?
Bei der Auswahl einer Lederfarbe bestimme zuerst die Art des Leders, das du hast. Wenn du mit rohem pflanzlich gegerbtem Leder arbeitest, erzielen penetrierende Lederfarben (z. B. auf Alkoholbasis) den professionellsten, natürlichsten Effekt. Achte auf die Auftragsmethode – große Flächen sollten am besten mit speziellen Wollpinseln (Daubers) oder einem Schwamm in kreisenden Bewegungen bemalt werden, um Streifen zu vermeiden.
Nach dem Auftragen und Trocknen der penetrierenden Lederfarbe erfordert das Leder immer ein geeignetes Finish (z. B. Wachs, Lederöl oder Acrylversiegelung), das die Farbe in den Fasern einschließt und verhindert, dass sie die Kleidung des Benutzers verschmutzt.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint findest du anerkannte Marken der Sattlerei-Chemie, die für das professionelle Färben bestimmt sind:
- Fiebing's — legendäre Marke für penetrierende Lederfarben, einschließlich der geschätzten Pro Dye-Serie und Antikisierungspräparaten (Antique Finish).
- Lederfarben — ein vollständiger Querschnitt an Präparaten zum Färben und Veredeln von Lederoberflächen.
- Lederwachs — unverzichtbare Mittel zur Pflege und zum Schutz des Leders nach dem Färbeprozess.







