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Lederhenkel für Handtasche
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Lederhenkel für Handtasche

Lederhenkel für Taschen sind kurze, profilierte oder flache Griffe, die fest am Korpus befestigt sind und dazu dienen, das Gepäck bequem und sicher in der Hand oder am Unterarm zu tragen. Im Gegensatz zu langen Schultergurten übertragen Henkel die gesamte Last auf eine wesentlich kleinere Kontaktfläche, was eine außergewöhnliche Zugfestigkeit und ausreichende Steifigkeit erfordert. Dieses Galanterieelement kommt am häufigsten in direkten Kontakt mit menschlicher Haut, nimmt Schweiß und Verschmutzungen auf, daher müssen Konstruktion, Art des verwendeten Materials und Veredelung bereits in der Zuschnittplanung sorgfältig durchdacht werden.

Charakteristik

Der Aufbau eines Lederhenkels unterscheidet sich drastisch je nach verwendetem Material und Sattlertechnik. Die einfachste Form sind flache Henkel, die direkt aus einem dicken Lederstück geschnitten werden. Hier ist die Wahl des Rohmaterials entscheidend. Am besten eignet sich pflanzlich gegerbtes Leder (Juchtleder) mit einer Stärke von 2,5 mm bis sogar 4 mm. Pflanzlich gegerbtes Leder hat eine dichte Faserstruktur, sodass es sich unter Last nicht dehnt. Darüber hinaus lassen sich die Kanten dieses Leders präzise mit einem Kantenhobel (am besten in Größe #1 oder #2) anfasen und anschließend mit Tokonole und einem hölzernen Kantenglätter (wood slicker) glatt polieren. Dies ergibt eine elegante, geschlossene Kante, die nicht franst und die Hand beim Tragen nicht kratzt.

Ganz anders gestaltet sich die Arbeit mit chromgegerbten oder weichen Galanterie-Ledern (selbst solchen aus unserer Flaggschiff-Linie Maya, die bereits werksseitig farbig ausgerüstet sind). Solche Materialien sind zu weich, um einen einzelnen flachen Henkel mit einer Stärke von 1,5 mm herzustellen – dieser würde sich schnell verformen. Daher benötigen weiche Leder eine mehrschichtige Konstruktion. Meist wird ein Kern (z. B. Baumwollschnur, Tragband oder Streifen aus hartem Spaltleder) verwendet, der mit dünnem Leder umwickelt und an der Basis vernäht wird. Ein gut profilierter Henkel mit Kern wirkt wie eine solide Hängebrücke – er verteilt die Spannung gleichmäßig über seine gesamte Länge, ohne unter dem eigenen Gewicht einzufallen. Chromgegerbte Leder nehmen Tokonole an den Kanten nicht in einer Weise an, die ein Polieren ermöglicht, daher müssen die Kanten solcher Henkel vor dem Nähen nach innen umgeschlagen oder mit spezieller Kantenfarbe ausgeführt werden.

Die Ästhetik des Henkels hängt auch von den Verzierungsmöglichkeiten ab. Wenn Sie Muster prägen oder punzen möchten, müssen Sie reines, ungefärbtes pflanzlich gegerbtes Leder mit einer Mindeststärke von 2 mm verwenden. Nach dem Prägen des Motivs können Sie es mit eindringenden Lederfarben, z. B. aus der Serie Fiebing's Pro Dye, färben. Beachten Sie jedoch, dass fertig ausgerüstete und farbige Leder keine zusätzlichen Farben oder Wachse auf der Narbenseite annehmen – bei ihnen beschränkt sich die Verzierung auf präzises Nähen und die Wahl eleganter Beschläge.

Anwendungen

Form und Stärke des Henkels werden streng nach Taschenart und zu erwartender Belastung gewählt. Nachfolgend finden Sie konkrete Anwendungsbeispiele im Sattlerhandwerk:

  • Flache Griffe für Shopper-Taschen. Dies ist die gängigste Lösung bei großen Stadttaschen. Sie erfordern Riemen mit einer Breite von 20 mm bis 30 mm und einer Stärke von etwa 3 mm. Wenn Sie dünneres Leder (z. B. 1,5 mm) verwenden, müssen Sie zwei Streifen Fleischseite auf Fleischseite kleben und mit einer Sattlernaht rundum vernähen. Dies verhindert ein Ausdehnen des Griffs, wenn die Tasche mit Einkäufen beladen ist.
  • Runde Henkel (Rollenhenkel) für Koffer und Arzttaschen. Dies sind sehr elegante, aber schwierig herzustellende Elemente. Sie erfordern einen Kern mit einem Durchmesser von 8–12 mm. Das Außenleder (Stärke 1,2 mm bis 1,5 mm) muss an den Rändern präzise geschärft (skiving) werden, damit es nach dem Vernähen unter dem Kern keinen zu dicken Wulst bildet, der die Befestigung an den Beschlägen erschwert.
  • Griffe mit flachem Kern (raised handles). Oft in Mappen und eleganten Aktentaschen zu finden. Zwischen zwei Lederschichten (z. B. oben 1,5 mm, unten 2 mm) wird ein schmalerer Streifen hartes Leder oder Salpa (Schaumleder) eingeklebt. Nach dem dichten Vernähen nahe der Kernkante wölbt sich das Oberleder und erzeugt einen schönen dreidimensionalen Effekt, der den Griff zusätzlich versteift.
  • Kurze, in eine Naht eingenähte Henkel. Anwendung bei weichen Damenhandtaschen. Die Enden des Henkels (meist flach, Stärke 2,5 mm) werden auf etwa 3 cm Länge geschärft, dann zwischen Außenschicht und Futter eingeklebt und eingenäht. Dies erfordert eine sehr feste Naht, oft mit einer zusätzlichen Umschlag- oder Dreiecknaht.
  • Mit Nieten und Beschlägen befestigte Griffe. Bei schweren Taschen werden Henkel oft an Metallhalbringen oder Rahmen befestigt, die wiederum mit Lederschlaufen am Korpus gehalten werden. Das Leder des Henkels muss mindestens 3 mm dick sein, und die Löcher für die Nieten sollten in sicherem Abstand zur Kante (meist mindestens 5 mm) ausgestanzt werden, um ein Einreißen bei ruckartiger Belastung zu vermeiden.

Auswahl

Die Wahl der Technik und des Materials für Henkel ist der Punkt, an dem Anfänger in der Sattlerei oft Fehler machen, die die Haltbarkeit des gesamten Projekts beeinträchtigen. Wenn Sie gerade mit Leder beginnen, verzichten Sie vorerst auf schwierige runde Henkel. Setzen Sie auf flache Griffe. Die einfachste Lösung ist der Kauf fertiger, gleichmäßig geschnittener Riemen aus pflanzlich gegerbtem Leder mit einer Stärke von 3 mm. Ihre Aufgabe besteht lediglich darin, sie auf die richtige Länge zuzuschneiden, die Kanten mit einem Kantenhobel in Größe #2 zu bearbeiten, Tokonole aufzutragen und zu polieren. Ein solcher Henkel ist haltbar, einfach zu montieren (z. B. mit Ledernieten) und sehr ästhetisch.

Für den fortgeschrittenen Handwerker ist die Gestaltung eines Henkels eine Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Achten Sie bei der Auswahl des Leders für mehrschichtige Griffe auf die Dehnungsrichtung der Haut. Naturleder hat eine spezifische Struktur – entlang der Rückenlinie des Tieres dehnt es sich wesentlich weniger als in Richtung Bauch. Henkel sollten immer entlang der Rückenlinie geschnitten werden, um das Risiko späterer Verformungen zu minimieren. Zum Nähen von Henkeln, die enormen Spannungen ausgesetzt sind, verwenden Sie starke Polyesterfäden. Bewährt haben sich Sattlergarn von Slam oder dickeres Vinymo MBT. Den Stichabstand der Prickräder wählen Sie je nach Henkelgröße – für zarte Clutch-Griffe passt ein Abstand von 3 mm oder 4 mm, für massive Herrenmappen wählen Sie Prickräder mit 5 mm oder 6 mm Teilung.

Ein häufiger Fehler ist die Vernachlässigung der Kantenbearbeitung auf der Innenseite des Henkels, dort wo die Hand das Leder umschließt. Wenn Sie eine rohe, scharfe Kante nach dem Messerschnitt belassen, wird der Taschennutzer schnell Unbehagen spüren. Selbst wenn Sie einen Henkel aus weichem Leder herstellen, das sich nicht polieren lässt, müssen Sie die Kanten nach innen umschlagen und so vernähen, dass die Hand nur mit der glatten Narbenseite in Kontakt kommt. Bei pflanzlich gegerbtem Leder sind sorgfältiges Anfasen und Polieren eine absolute Pflicht für jeden Sattler, der auf sich hält.

Produkte aus unserem Sortiment

Die Herstellung professioneller Henkel erfordert Präzision und die richtigen Materialien. In unserem Sortiment finden Sie alles Notwendige für Griffe, die jahrelanger intensiver Nutzung standhalten.

  • Taschenriemen – Wir bieten fertige, gleichmäßig geschnittene Riemen aus pflanzlich gegerbtem Leder in verschiedenen Breiten und Stärken. Dies ist eine hervorragende Basis für flache, solide Henkel, die Sie selbst färben und polieren können.
  • Pflanzlich gegerbtes Leder (Juchtleder) – Wenn Sie eigene, ungewöhnliche Henkelformen zuschneiden oder Griffe mit Kern herstellen möchten, empfehlen wir unsere Juchtlederhäute in Stärken von 1,5 mm bis 4 mm.
  • Chemie zur Oberflächenbearbeitung – Zum Versiegeln und Glätten der Kanten von Henkeln aus pflanzlich gegerbtem Leder ist Tokonole unverzichtbar. Es sorgt für eine perfekt glatte Oberfläche und schützt die Hände vor Abschürfungen. Zum Färben empfehlen wir alkoholische Lederfarbe Fiebing's Pro Dye.
  • Lederwerkzeug – Zur Vorbereitung der Kanten vor dem Polieren eignet sich ein Kantenhobel (die gängigsten Größen für Henkel sind #1 und #2). Zum präzisen Schärfen der Ränder runder Henkel empfehlen wir scharfe Messer zum Schärfen (skiving).
  • Faden und Prickräder – Die Festigkeit des Henkels garantiert eine solide Handnaht. Wir führen Prickräder mit Teilungen von 3, 4, 5 und 6 mm sowie extrem starke Polyesterfäden Slam und Vinymo MBT, ideal für stark belastete Stellen.

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