Lederkleber ist ein beliebtes und starkes Bindemittel in der Lederverarbeitung, das nach dem Prinzip der Anziehung zweier damit bestrichener und angetrockneter Oberflächen funktioniert. Er ist die Grundlage bei der Herstellung von Gürtelriemen, Portemonnaies oder Taschen. Er sorgt für einen sofortigen Halt, der die Arbeit erleichtert und ein Verrutschen der Teile beim Lochen und Nähen verhindert.
Zusammensetzung und Wirkung von Lederkleber
Die Wirkung dieses Klebstoffs unterscheidet sich deutlich von gewöhnlichen Büroklebern oder Buchbinderklebern. Man trägt ihn gleichmäßig auf beide zu verbindenden Oberflächen auf und lässt ihn dann einige Minuten trocknen, bis das Lösungsmittel oder Wasser verdampft ist. Stellen Sie sich den aufgetragenen Lederkleber wie den Klettverschluss einer Jacke vor – eine Seite allein klebt nicht an den Fingern, aber wenn Sie die zweite, identische Seite dagegen drücken, verhaken sich die mikroskopisch kleinen Häkchen sofort und bilden eine sehr starke Verbindung.
Die Klebeverbindung bleibt nach dem Trocknen elastisch, was bei der Arbeit mit Naturleder von entscheidender Bedeutung ist. Ein fertiges Portemonnaie oder ein Gürtelriemen kann sich beim Biegen frei bewegen, ohne dass die Verbindung reißt. Klingt einfach und ist es auch – vorausgesetzt, Sie fügen die Teile präzise zusammen. Einmal verbundene Schichten lassen sich nur schwer zerstörungsfrei trennen und korrigieren.
Die meisten Klebstoffe dieser Art werden mit einem Kunststoffspachtel, einer harten Borstenbürste oder speziellen Walzen aufgetragen. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine dünne, gleichmäßige Schicht, die keine unschönen Klumpen unter der Materialoberfläche bildet. Vor dem Auftragen des Klebers müssen glatte Oberflächen (z. B. der Narben) durch Anrauen (Aufrauen) entsprechend vorbereitet werden – so kann das Bindemittel in die Lederstruktur eindringen. Wichtig ist auch die offene Zeit des Klebers; das Zusammenfügen der Teile sollte innerhalb des vom Hersteller angegebenen Zeitfensters erfolgen (in der Regel zwischen einigen Minuten und etwa einer Stunde nach dem Auftragen). Nachdem die Schichten gleichmäßig aufeinandergelegt wurden, muss die Klebeverbindung fest angedrückt werden, z. B. durch Abklopfen mit einem Lederhammer, um die volle Festigkeit der Verbindung zu erreichen.
Wo wird Lederkleber eingesetzt?
- Herstellung von Gürtelriemen: Verkleben von zwei Lagen dickem Rindsleder (z. B. je 1,5 mm) vor dem Besäumen und der Kantenbearbeitung.
- Unterkleben von Futterstoffen: Dauerhaftes Verbinden von dünnem Schweinsleder oder Spaltleder mit einem dickeren Narbenleder im Inneren von Portemonnaies.
- Montage von Reißverschlüssen: Vorübergehendes, aber sehr starkes Positionieren des Reißverschlussbandes vor dem Anbringen der Löcher mit einem Prickeisen.
- Einkleben von Verstärkungen: Befestigen von unsichtbaren Verstärkungsmaterialien (wie Salpa oder Texon) im Inneren von Taschenkonstruktionen.
- Ummanteln von Griffen: Sichern von Lederwicklungen um Griffkerne bei Aktentaschen.
Wie wählt man den richtigen Kleber und worauf sollte man achten?
Auf dem Markt finden Sie lösemittelbasierte und wasserbasierte Präparate. Erstere trocknen schneller, haben einen sehr starken Anfangshalt und dringen tief in die Materialstruktur ein, erfordern aber aufgrund ihres intensiven Geruchs einen gut belüfteten Raum. Wasserversionen sind geruchlos und gesundheitlich unbedenklicher, allerdings dauert der Verdunstungsprozess bei ihnen etwas länger und die Klebeverbindung ist minimal schwächer.
Achten Sie auf die Viskosität der Flüssigkeit. Für große Flächen (wie das Innere einer Tasche) eignet sich ein dünnflüssigerer Kleber, der sich leicht mit einem Spachtel auf dem gesamten Stück verteilen lässt. Bei Präzisionsarbeiten, wie dem Aufkleben kleiner Kartenfächer, ist eine dickflüssigere Konsistenz von Vorteil, die nicht von den Kanten läuft. Denken Sie daran, den Kleber immer auf der Fleischseite (der rauen Seite) oder auf dem aufgerauten Narben aufzutragen – auf einer glatten, fertig behandelten Oberfläche findet das Bindemittel keinen Halt.
Produkte aus unserem Sortiment
- Lederkleber – die Kategorie, in der Sie bewährte Präparate zum Verbinden von Teilen vor dem Nähen finden.
- Lederstanzwerkzeuge – unverzichtbare Werkzeuge zum Anbringen gleichmäßiger Löcher in dauerhaft verbundenen Materialschichten.
- Sattlergarn – robuste Fäden, geeignet zum endgültigen Vernähen der verklebten Kanten.
- Sattlerahlen – nützlich zum Vorstechen und Erweitern von Löchern in dicken, miteinander verklebten Teilstücken.







