Sattlerpresse (häufig auch als Lederpresse bezeichnet) ist ein mechanisches Hebelwerkzeug zum präzisen und wiederholbaren Montieren von Metallbeschlägen in Leder. Sie ermöglicht das kraftsparende Setzen von Nieten, das Einnieten von Druckknöpfen, das Einsetzen von Ösen und – mit passenden Einsätzen – auch das Ausstanzen von Löchern.
Was zeichnet eine Sattlerpresse aus?
Stellen Sie sich Autofahren ohne Servolenkung im Vergleich zu einem modernen System vor – das manuelle Einhämmern von Nieten mit dem Hammer ist ein unberechenbarer Kraftakt, während die Presse wie eine perfekte Servolenkung wirkt und den Druck gleichmäßig, absolut senkrecht und ohne großen Kraftaufwand überträgt. Der Mechanismus basiert auf einer Hebelübersetzung. Das Herunterziehen des Griffs presst den oberen Stößel mit einer Kraft auf die untere Basis, die das Metallbeschlag sicher und gleichmäßig verformt.
Das Werkzeug selbst ist jedoch nur die Basis. Damit die Presse funktioniert, benötigt sie auswechselbare Einsätze, sogenannte Presswerkzeuge oder Matrizen. Diese bestehen in der Regel aus zwei Teilen: einem unteren Amboss und einem oberen Stift, der in den Stößel der Presse eingeschraubt wird. Jede Art und Größe eines Beschlags benötigt ein eigenes Satz Presswerkzeuge. Wichtig ist auch die richtige Wahl der Stiftlänge des Beschlags (angegeben in mm) in Abhängigkeit von der Dicke des zu verbindenden Leders. Der Versuch, einen Druckknopf mit einer für Nieten bestimmten Matrize zu setzen, zerstört das Beschlag und beschädigt oft auch das Leder selbst.
Auf dem Markt gibt es zwei Haupttypen: kleine Handpressen (ähnlich einer Zange) und schwere Tischpressen aus Gusseisen oder massivem Stahl. Letztere bieten eine deutlich höhere Stabilität und Presskraft.
Wo wird die Sattlerpresse eingesetzt?
Die Presse ist das Herzstück der Beschlagmontage in jeder ernsthaften Werkstatt. Sie wird verwendet für:
- Setzen von Nieten: sowohl einseitige als auch zweiseitige Nieten, mit perfekt halbrunden, nicht gequetschten Köpfen.
- Einnieten von Druckknöpfen: präzises Verbinden der vier Teile eines Druckknopfs ohne Verrutschen.
- Einsetzen von Ösen: Montage von Metallösen (z. B. in Gürteln oder Taschen), wobei der Rand des Beschlags gleichmäßig um das Leder geschlagen wird.
- Stanzen von Löchern: mit eingesetzter Stanzmatrize wird die Presse zu einem leisen und effizienten Locher – unbezahlbar in Mehrfamilienhäusern.
Wie wählt man eine Sattlerpresse aus und worauf sollte man achten?
Ein häufiger Anfängerfehler: Der Kauf einer günstigen Handpresse in Zangenform im Baumarkt, gefolgt von Verwunderung, dass Druckknöpfe schief sitzen und Nieten gequetscht aussehen. Handzangen verändern den Druckwinkel während des Schließvorgangs, was oft zum Verbiegen des Beschlagstifts führt. Deutlich besser ist eine Tischpresse mit vertikalem Stößelhub.
Beim Kauf einer Tischpresse sind das Gewinde des oberen Stößels und der Durchmesser der unteren Aufnahme entscheidend. In Europa sind die gängigsten Standards das obere Gewinde M8 oder 1/4" und die untere Aufnahme mit 12 mm oder 19 mm Durchmesser. Prüfen Sie vor dem Kauf, in welchem Standard die Presswerkzeuge gefertigt sind, die Sie nachrüsten möchten. Achten Sie auch auf die Hebellänge – je länger der Hebel, desto weniger Kraft benötigen Sie zum Setzen eines harten Stahlniets.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint finden Sie eine breite Auswahl an Beschlägen, die eine präzise Montage erfordern. Für deren Verarbeitung empfehlen wir passende Werkzeuge und Zubehör:
- Lederwerkzeug – die volle Palette an Ausrüstung für die Lederverarbeitung.
- Nieten für Leder – robuste Schraubnieten und Nieten zum Einhämmern, unverzichtbar für feste Verbindungen.
- Druckknöpfe und Schnappverschlüsse – Verschlussbeschläge für Geldbörsen, Holster und Taschen.
- Lochzangen / Durchschläge – Handwerkzeuge zum Vorbereiten perfekter Löcher für Beschläge.
Verwandte Begriffe im Glossar
- Schraubniete
- Druckknopf
- Lochzange für Leder







