Lederaufrauer (oft als Aufrauer oder Raufraspel bezeichnet) ist ein präzises Sattlerwerkzeug, das dazu dient, die glatte Oberfläche des Leders an der Stelle, an der geklebt werden soll, mechanisch aufzurauen. Seine Aufgabe ist es, die Kollagenfasern freizulegen, was die Haftfähigkeit des Klebers drastisch erhöht.
Wodurch zeichnet sich ein Lederaufrauer aus?
Der Aufrauer sieht aus wie eine kleine Harke oder eine Metallbürste, die auf einem bequemen Griff montiert ist. Der Kopf des Werkzeugs ist mit scharfen, dicht angeordneten Zähnen bestückt, die beim Darüberziehen über das Material das Leder aufkratzen und die oberste, fertig behandelte Schicht entfernen. Am häufigsten wird er auf dem Narben eingesetzt, der von Natur aus glatt und geschlossen ist.
Stell dir eine glatte Eisfläche vor – Wasser würde einfach daran ablaufen. Wenn du sie jedoch mit Schlittschuhen stark zerkratzt, dringt das Wasser in die Rillen ein und gefriert zu einer untrennbaren Einheit. Genauso funktioniert der Lederaufrauer mit Kontaktkleber auf der Narbenoberfläche. Anstatt auf der Oberfläche zu rutschen, dringt der Kleber tief in die aufgerauten Fasern ein.
Für einen erfahrenen Handwerker ist das eine Kleinigkeit, aber viele Anfänger überspringen diesen Schritt. Sie wundern sich dann, dass ein sorgfältig genähter Geldbeutel sich an den Kanten beim Polieren zu lösen beginnt. Die Verwendung des Aufrauers ist eine absolute Grundvoraussetzung für den Bau langlebiger, mehrschichtiger Teile.
Wo wird der Lederaufrauer eingesetzt?
Dieses Werkzeug findet überall dort Anwendung, wo maximale Klebekraft erforderlich ist:
- Narben mit Fleischseite verbinden: wenn du ein Element auf die glatte Seite eines anderen Teils kleben musst (z. B. Taschen in einem Geldbeutel).
- Dicke aufbauen: bei der Herstellung von Tragegriffen für Taschen oder dicken mehrschichtigen Gürtelriemen, bei denen der Kleber eine ebenso wichtige Rolle spielt wie das Sattlergarn.
- Vorbereitung für Verstärkungen: Anrauen der Oberfläche vor dem Einkleben von Verstärkungsmaterialien wie Salpa.
- Reparaturen: Entfernen alter Deckschichten vor dem Auftragen einer frischen Klebeschicht.
Wie wählt man einen Lederaufrauer aus und worauf ist zu achten?
Bei der Auswahl eines Lederaufrauers solltest du vor allem auf die Breite des Arbeitskopfes achten. Für kleine Lederwaren wie Uhrenarmbänder oder schmale Geldbörsen sind schmale Aufrauer (ca. 3–5 mm) am besten geeignet. Sie ermöglichen es, nur denjenigen Lederstreifen präzise anzurauen, der tatsächlich mit der Klebelinie übereinstimmt, ohne das sichtbare Narben daneben zu beschädigen.
Für Hersteller von Taschen und schweren Gürtelriemen sind breitere Werkzeuge besser geeignet, die schnell eine größere Fläche aufrauen. Wichtig ist auch die Schärfe der Zähne – sie sollten sich ohne großen Widerstand in das Leder eingraben. Eine Alternative zu diesem Werkzeug ist grobes Schleifpapier oder eine Ledermesser-Klinge, aber ein spezieller Aufrauer bietet eine viel bessere Kontrolle und eine gleichmäßige Verteilung der Aufrauung über die gesamte Breite.
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Verwandte Begriffe im Wörterbuch
- Narbenleder
- Spalten
- Glanzbrennen
- Maya-Leder







