Lederroller (häufig auch als Andrückroller bezeichnet) ist ein schweres, drehbares Handwerkzeug, meist aus Edelstahl oder Messing gefertigt, das zum gleichmäßigen Andrücken verklebter Elemente und zum Glätten von Nähten verwendet wird. Seine Hauptaufgabe besteht darin, eine starke Klebeverbindung zu gewährleisten, ohne den Narben des Materials zu beschädigen oder zu verformen.
Aufbau eines Lederrollers?
Der Aufbau eines Andrückrollers ist denkbar einfach, aber effektiv. Er besteht aus einem soliden, ergonomischen Griff (oft aus Holz) und einer auf Lagern montierten, schweren Walze. Das Gewicht spielt hier eine entscheidende Rolle – professionelle Roller wiegen zwischen 300 g und 1 kg. Es ist die Masse des Werkzeugs in Kombination mit der Handkraft des Handwerkers, die den nötigen Druck auf die zu verbindenden Lederschichten ausübt.
Stellen Sie sich den Lederroller wie eine miniaturisierte, schwere Straßenwalze vor. Seine Aufgabe ist es nicht, das Material zu dehnen, sondern die beiden Schichten so fest und gleichmäßig zusammenzudrücken, dass sie eins werden, wobei eingeschlossene Luftblasen herausgedrückt werden.
Für einen erfahrenen Handwerker ist das eine Kleinigkeit, aber viele Anfänger überspringen diesen Schritt zu Beginn. Sie versuchen, die geklebten Kanten nur mit den Fingern anzudrücken, was sich schnell durch ein Aufspalten der Kante beim Ausstanzen von Löchern oder beim Facetten (Edge Beveler) rächt. Die Verwendung des Rollers aktiviert und verstärkt sofort die Bindung von Kontaktklebern, die auf die Andruckkraft reagieren, nicht auf die Trocknungszeit.
Wofür wird ein Lederroller verwendet?
Obwohl dieses Werkzeug nur eine Funktion zu haben scheint, wird es in der Sattlerwerkstatt ständig bei verschiedenen Arbeitsschritten eingesetzt.
- Andrücken verklebter Kanten: Sorgt für eine ideale Verbindung zweier Schichten vor der Verwendung von Nahtstempeln.
- Glätten der Naht (Sattlernaht): Nach dem Nähen ermöglicht das Rollen der Naht, die Fäden tiefer in die Lederstruktur einzubetten und sie so vor Abrieb zu schützen.
- Glätten von Knicken: Bei der Herstellung von Geldbörsen oder Gürtelriemen hilft der Roller, scharfe Materialfalten zu fixieren, ohne den Narben zu brechen.
- Andrücken von Futterleder: Das Aufkleben dünner Futterleder auf eine dickere Basis erfordert einen gleichmäßigen Druck auf einer großen Fläche, um Falten zu vermeiden.
Wie wählt man einen Lederroller aus und worauf sollte man achten?
Achten Sie bei der Auswahl eines Lederrollers vor allem auf sein Gewicht und die Leichtgängigkeit der Drehung. Ein zu leichtes Werkzeug erfordert viel Körperkraft, was bei längerer Arbeit ermüdend wird. Ein optimales Gewicht für einen Universalroller liegt bei etwa 500-600 Gramm.
Die Breite der Rolle ist ein weiterer wichtiger Parameter. Schmale Roller (ca. 25-30 mm) eignen sich hervorragend zum präzisen Andrücken von Kanten bei Gürtelriemen oder Nähten in Geldbörsen. Breitere Roller (60-100 mm) sind unersetzlich beim Laminieren größerer Lederzuschnitte. Achten Sie auch auf die Oberflächenbearbeitung der Arbeitswalze – sie muss vollkommen glatt und gratfrei sein, da jeder Kratzer im Stahl sofort auf der empfindlichen Narbenseite des Leders sichtbar wird.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint finden Sie Ausstattung, die die Arbeit mit Andrückwerkzeugen beim Kleben und Nähen perfekt ergänzt.
- Lederkleber – Professionelle Bindemittel, die nach dem Auftragen und kräftigem Andrücken mit dem Roller eine unlösbare Verbindung eingehen.
- Lederwerkzeug – Eine breite Kategorie, in der Sie Hilfsmittel für die Montage und Bearbeitung von Lederelementen finden.
- Lochzange / Stanzwerkzeug für Leder – Werkzeuge, die direkt nach dem Kleben und Rollen der Kanten verwendet werden, um gleichmäßige Löcher für die Naht vorzubereiten.
- Edge Beveler – Kantenhobel, die die Kante nur dann sauber abschneiden, wenn die Lederschichten ideal und fest verklebt sind.
Verwandte Begriffe im Glossar
- Sattlernaht (Handnaht)
- Edge Beveler (Kantenhobel)
- Lochzange / Stanzwerkzeug für Leder
- Narbenleder
- Skiving







