Lederwerkzeug-Set ist eine Zusammenstellung grundlegender Werkzeuge, die zum Schneiden, Verbinden und Veredeln von Lederwaren erforderlich sind. Es ermöglicht die eigenständige Herstellung einer Geldbörse, eines Gürtels oder eines Holsters von Grund auf. Ein gut zusammengestelltes Set erleichtert den Einstieg und beugt Frustration bei den ersten Projekten vor.
Aufbau eines Lederwerkzeug-Sets
Das Zusammenstellen einer Sattlerwerkstatt ist ein Prozess, der sich in der Regel mit den Fähigkeiten des Handwerkers weiterentwickelt. Fertige, mehrteilige Sets von gängigen Auktionsportalen verlocken oft mit niedrigen Preisen und einer riesigen Anzahl von Teilen. In der Praxis ist jedoch die Mehrheit dieser Werkzeuge von minderer Qualität, und die Hälfte von ihnen wird nie benutzt. Ein deutlich besserer Ansatz ist es, selbst einige, dafür aber solide Werkzeuge zusammenzustellen.
Stelle dir ein Lederwerkzeug-Set wie ein Sinfonieorchester vor. Das Rundmesser ist der Dirigent, der dem Ganzen Form verleiht, die Prickeisen sind die Rhythmusgruppe, die den gleichmäßigen Takt der Nähte vorgibt, und der Kantenhobel sind die Blasinstrumente, die die scharfen Kanten des Werks glätten. Wenn eines dieser Elemente falsch spielt – zum Beispiel ein stumpfes Prickeisen das Leder reißt, anstatt es zu schneiden – verliert das gesamte Projekt an Qualität.
Für erfahrene Handwerker ist das eine Kleinigkeit, aber am Anfang kann die Auswahl der richtigen Werkzeuge überwältigend sein. Das grundlegende Set unterteilt sich in vier Hauptkategorien: Schneidewerkzeuge, Anreiß- und Lochwerkzeuge, Nähzubehör sowie Chemikalien und Kantenwerkzeuge. Mit je einem guten Vertreter aus jeder Gruppe kannst du 90 % der klassischen Projekte umsetzen.
Wozu dient ein Lederwerkzeug-Set?
Das grundlegende Lederwerkzeug-Set wird in jeder Phase der Herstellung eines Produkts verwendet:
- Schneiden des Materials: Formen der Hauptteile mit einem Cutter, Rollmesser oder traditionellen Rundmesser.
- Vorbereitung für die Naht: Anreißen einer geraden Nahtlinie mit einem Spitzzirkel und Durchstechen von Löchern mit Prickeisen.
- Handnähen: Verbinden mehrerer Lederlagen mit zwei Ledernadeln und starkem Sattlergarn (sogenannter Sattlernaht), oft unter Verwendung eines Nähklobens, um das Werkstück zu halten.
- Kantenbearbeitung: Abrunden scharfer Kanten mit einem Kantenhobel und Polieren mit einem hölzernen Kantenglätter unter Verwendung eines speziellen Mittels wie Tokonole.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Wenn du dein erstes Lederwerkzeug-Set zusammenstellst, konzentriere dich auf die wichtigsten Parameter. Bei der Auswahl von Prickeisen entscheide dich für einen bestimmten Zahnabstand – sehr universell für Geldbörsen und kleinere Taschen ist 4 mm. Du benötigst in der Regel zwei Prickeisen: eines mit zwei Zähnen (für Kurven) und eines mit vier oder sechs Zähnen (für gerade Strecken).
Beim Kauf eines Kantenhobels achte auf seine Größe. Für Leder mit einer Dicke von 1,5 mm bis 2 mm ist Größe #1 oder #2 geeignet. Vermeide Werkzeuge mit nicht austauschbaren oder werkseitig nicht geschärften Klingen, da das Arbeiten mit stumpfem Werkzeug auf pflanzlich gegerbtem Narbenleder zu einer ausgefransten Kante führt. Denke auch an gute Ledernadeln – diese sollten stumpfe Spitzen haben, um durch die vorgebohrten Löcher zu gehen, ohne den Faden selbst zu durchtrennen.
Produkte aus unserem Sortiment
- Lederwerkzeug — eine breite Palette an Ausrüstung für den Aufbau deines eigenen Sets.
- Prickeisen — präzise Werkzeuge zum Erzeugen gleichmäßiger Nahtlöcher.
- Kantenhobel — Werkzeuge zum Abschrägen scharfer Lederkanten, erhältlich in verschiedenen Größen.
- Rundmesser — traditionelle, halbrunde Sattlermesser für präzises Schneiden und Dünnen.
- Sattlerahlen — unverzichtbar zum Erweitern von Löchern und Nähen an schwer zugänglichen Stellen.
Verwandte Begriffe im Glossar
- Kantenhobel
- Prickeisen
- Rundmesser
- Ledernadel
- Nähkloben







