Lederwerkzeug-Set ist eine Grundausstattung an Werkzeugen, die zum Schneiden, Verbinden, Nähen und Fertigstellen von Lederprodukten notwendig sind. Eine gut zusammengestellte Werkstatt ermöglicht die Umsetzung eines gesamten Projekts – von der rohen Lederhaut bis zur fertig polierten Brieftasche oder zum Gürtel. Die Zusammenstellung der richtigen Werkzeuge ist der erste und wichtigste Schritt für jeden, der mit der Sattlerei und Lederverarbeitung beginnen möchte.
Wie ist ein Lederwerkzeug-Set aufgebaut?
Auf dem Markt gibt es zahlreiche fertige, oft sehr günstige Sets in Plastikkoffern. Sie enthalten Dutzende von Teilen: von seltsamen Ritzern über Kunststoffpolierer bis hin zu Prägestempeln. Hier liegt ein häufiger Anfängerfehler – der Kauf eines riesigen Sets unbekannter Herkunft, bei dem die Hälfte der Werkzeuge stumpf ist und die andere Hälfte nie verwendet wird.
Stellen Sie sich ein Lederwerkzeug-Set wie einen Kasten mit Schraubenschlüsseln für die Autoreparatur vor – Sie haben Dutzende Größen darin, aber für die grundlegende Wartung verwenden Sie nur drei bestimmte Nüsse, die absolut zuverlässig sein müssen. In der Lederverarbeitung ist es genauso. Ein besserer Ansatz ist es, sich ein eigenes, minimalistisches Set aus hochwertigen Komponenten aufzubauen.
Die Grundausstattung, mit der Sie eine Brieftasche im sogenannten Sattlernaht (Sattlernaht) nähen können, besteht aus nur wenigen Dingen. Sie benötigen ein scharfes Messer (das kann ein Ledermesser oder ein gutes Segmentmesser sein), einen Spitzzirkel zum Anreißen der Nahtlinie, Prickeisen zum Vorstechen der Löcher, stumpfe Ledernadeln, Sattlergarn und eine Sattlerahle. Für die Kantenbearbeitung sind ein Kantenhobel, ein hölzerner Kantenglätter und ein Mittel wie Tokonole unerlässlich.
Hochwertige Lederwerkzeuge bestehen aus gehärtetem Werkzeugstahl, der lange scharf bleibt. Das ist entscheidend, da pflanzlich gegerbtes Leder sehr anspruchsvoll für Klingen sein kann. Ein stumpfer Kantenhobel reißt die Kante statt sie zu glätten, und ein minderwertiges Prickeisen verklemmt sich in Material mit 3 mm Dicke, was den Handwerker bei jedem Loch frustriert.
Wozu dient ein Lederwerkzeug-Set?
Ein richtig ausgewähltes Set ermöglicht die Durchführung des gesamten Spektrums an Lederarbeiten.
- Schneiden und Zuschneiden: Verwendung von Messern und Linealen zum präzisen Ausschneiden der Teile.
- Nahtvorbereitung: Anreißen der Linie mit dem Zirkel und Vorstechen des Leders mit Prickeisen (die gängigsten Teilungen sind 4 mm oder 5 mm).
- Handnaht: Verbinden der Teile mit zwei Nadeln und Faden (z. B. Slam-Polyesterfaden), oft unter Verwendung eines Nähkloben, der das Projekt hält.
- Kantenfasen: Abschrägen der scharfen Lederkanten mit einem Kantenhobel (Größe #1 für dünne Leder, #2 für dickere).
- Burnishing (Polieren): Schließen und Glätten der Kanten mit einem hölzernen Kantenglätter und Chemie.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Wenn Sie Ihr erstes Lederwerkzeug-Set zusammenstellen, folgen Sie dem Prinzip „weniger, aber besser“. Sie brauchen am Anfang nicht fünf Arten von Prickeisen. Wählen Sie einen Satz Prickeisen im französischen oder Diamantstil mit 4 mm Teilung – das ist die universellste Größe für Brieftaschen und kleinere Taschen. Stellen Sie sicher, dass die Zähne gut poliert sind, was das Herausziehen aus dickem Leder erleichtert.
Achten Sie besonders auf die Schneidwerkzeuge. Ein Kantenhobel muss rasiermesserscharf sein. Größe #1 oder #2 ist ideal für den Anfang bei Lederstärken von 1,5 mm bis 2,5 mm. Bei der Chemie sollten Sie keine billigen Ersatzprodukte kaufen – ein kleines Glas Tokonole reicht für Dutzende Projekte und erspart Ihnen viele Stunden Frustration bei der Kantenbearbeitung. Wählen Sie für die Naht starke Sattlergarn aus Synthetik, das sich nicht so leicht durchscheuert wie rohes Leinen.
Produkte aus unserem Angebot
Bei CraftPoint verkaufen wir keine billigen „Alles-in-einem“-Sets. Stattdessen bieten wir professionelle Werkzeuge, mit denen Sie sich ein Set für Jahre zusammenstellen können.
- Prickeisen — die Grundlage für eine gleichmäßige Naht, erhältlich in verschiedenen Zahnabständen.
- Kantenhobel — scharfe Kantenhobel, die die Kante sauber abtragen, ohne das Narben zu beschädigen.
- Sattlerahlen — unverzichtbar zum Weiten der Löcher und für präzise Arbeiten beim Nähen.
- Ledernadeln — stumpfe Sattlernadeln, die beim Nähen im selben Loch den Faden nicht durchstechen.
- Nähkloben — hölzerne „dritte Hände“, die das Projekt beim Nähen stabil halten.







