Lochzange (häufig auch als Lederlochzange verwendet) ist ein handgeführtes Werkzeug zum Ausstanzen runder Löcher in Textilien, Planen, Filz und Naturleder. In der Sattlerei und Polsterei ist sie unverzichtbar zum Vorbereiten von Materialien für die Montage von Beschlägen wie Nieten, Druckknöpfen oder Ösen.
Aufbau einer Lochzange
Der Aufbau einer klassischen Lochzange basiert auf einer scharfen, zylindrischen Ausstecherhülse, die durch Druck oder Schlag eine Scheibe aus dem Material heraustrennt. Sie kommt in zwei Hauptformen vor: als Revolver-Lochzange mit einem Drehkopf, der mehrere Ausstechergrößen enthält, sowie als einzelne Schlaglocheisen, die mit einem Hammer getrieben werden.
Stell dir die Lochzange wie eine winzige, runde Ausstechform mit extrem scharfen Kanten vor. Sie schneidet einen präzisen Kreis in das dichte Fasergewebe des Materials, ohne dass die Fasern ausfransen oder sich ablösen. Dadurch bleibt der Lochrand sauber und bereit für die Aufnahme des Metallbeschlags.
Und hier liegt ein häufiger Anfängerfehler. Der Versuch, mit einem stumpfen Werkzeug ein Loch in dickes Segeltuch oder dünnen Stoff (z. B. Futterstoff) zu stanzen, endet damit, dass die Fäden in die Hülse gezogen werden. Das Material wird nicht geschnitten, sondern gequetscht. Daher müssen Werkzeuge für Stoffe und weiche Lederarten stets gut geschärft sein und auf einem geeigneten Untergrund verwendet werden, der der Klinge Widerstand bietet.
Wozu dient eine Lochzange?
In der Sattlerwerkstatt und im Handwerk wird die Lochzange für viele Aufgaben eingesetzt, die verschiedene Materialien verbinden:
- Montage von Beschlägen: Ausstanzen von Löchern für Schraubnieten, Knöpfe und Druckknöpfe in Stofftaschen mit Lederelementen.
- Gürtel und Träger: Anbringen von Löchern für den Dorn der Gürtelschnalle in Gurtbändern, dickem Filz oder Spaltleder.
- Sattlerverstärkungen: Perforieren dicker Stoffe (z. B. Canvas) an Stellen, an denen Lederverstärkungen aufgenäht werden.
- Ösen: Vorbereiten des Materials für das Einsetzen von Metallösen in Planen, Segeln oder Rucksäcken.
Wie wählt man sie aus und worauf ist zu achten?
Bei der Auswahl des Werkzeugs zum Stanzen von Löchern ist die Anpassung des Ausstecherdurchmessers an den verwendeten Beschlag entscheidend. Das Loch im Stoff oder Leder sollte minimal kleiner oder exakt so groß sein wie der Dorn der Niete oder des Druckknopfs. Ein zu lockeres Loch führt dazu, dass der Beschlag bei Gebrauch ausreißt. Die gängigsten Größen im Handwerk liegen zwischen 1,5 mm und 5 mm.
Der zweite Punkt ist die Art des Werkzeugs. Die Revolver-Lochzange (Kniehebelzange) ist äußerst praktisch für schnelle Arbeiten nahe der Materialkante. Musst du jedoch ein Loch in der Mitte einer großen Stoffbahn oder eines breiten Lederstücks anbringen, reichen die Backen der Zange nicht hin. Dann helfen nur einzelne Schlaglocheisen, die mit einem Sattlerhammer getrieben werden. Denke daran, unter dem zu lochenden Material stets eine spezielle Ausstanzunterlage (z. B. aus Polyamid), eine Schneidematte oder ein Stück dickes Restleder zu verwenden – das schützt die empfindlichen Schneiden der Locheisen vor Beschädigung auf zu hartem Untergrund.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint bietet eine breite Auswahl an Werkzeugen zum Ausstanzen von Löchern, geeignet für Leder und dichte Materialien:
- Lochzangen für Sattler — Kategorie mit klassischen Revolver-Lochzangen und einzelnen Schlaglocheisen in verschiedenen Größen.
- Sattlerwerkzeug — volles Sortiment an Hilfszubehör, darunter Schneidematten und Hämmer, die für die Arbeit mit Locheisen nötig sind.
- Leder nieten — Metallbeschläge, für deren Montage ein präzises Loch erforderlich ist.
- Druckknöpfe und Klettverschlüsse — gängige Verschlüsse, die den Einsatz einer Lochzange mit passendem Durchmesser erfordern.







