Ein Leder-Nähfuß ist ein spezieller Nähmaschinenaufsatz, der dafür ausgelegt ist, sanft über die klebrige oder raue Oberfläche der natürlichen Narben zu gleiten. Er verhindert, dass das Material stockt, Stiche ausgelassen werden und die Nähte beim Maschinennähen unschön kräuseln.
Aufbau eines Leder-Nähfußes?
Bei der Arbeit mit natürlichen Materialien stellen Handwerker schnell fest, dass sich Standard-Metallnähfüße überhaupt nicht eignen. Narbenleder hat eine spezifische, leicht haftende Oberfläche (besonders wenn es mit Wachsen oder Ölen ausgerüstet wurde). Gewöhnliches Metall klebt daran, sodass die unteren Transportzähne der Maschine das Material von unten ziehen, während der Stoff oben stehen bleibt.
Stellen Sie sich eine Autofahrt mit abgefahrenen Reifen auf Eis vor – so verhält sich ein gewöhnlicher Metall-Nähfuß auf Narbenleder. Er rutscht an Ort und Stelle oder klebt fest, statt vorwärts zu fahren. Ein Leder-Nähfuß, ausgestattet mit Rollen oder einer Teflon-Gleitsohle, wirkt wie Ketten an einem Panzer – er bewegt das dicke Material sicher und gleichmäßig unter der Nadel.
Maschinennähen ist zwar schneller, aber wenn Sie nicht den richtigen Nähfuß wählen, ruinieren Sie das teure Material bereits beim ersten Einstich. Leder verzeiht im Gegensatz zu Stoff keine Fehler – jedes Nadeloch bleibt für immer sichtbar. Daher ist ein idealer, gleichmäßiger Materialvorschub so wichtig. Am Markt dominieren zwei Hauptlösungen: Nähfüße mit glattem Teflonbelag und Nähfüße mit eingebauten Rollen (Rollfüße).
Wozu dient ein Leder-Nähfuß?
Spezialnähfüße werden überall dort eingesetzt, wo Maschinennähmaschinen zum Verbinden von Teilen verwendet werden:
- Nähen von Kleidung und feinen Lederwaren: Einsatz von Teflon-Nähfüßen für weiches Nappaleder mit einer Dicke von 1–1,5 mm.
- Herstellung von Taschen und Rucksäcken: Verwendung von Rollfüßen für dickeres Rindsleder (2–2,5 mm), bei dem der Materialwiderstand deutlich höher ist.
- Ziernähte an Gürtelriemen: gleichmäßiges Führen langer Nahtlinien auf dicken Sattlerteilen.
Wie wählen und worauf achten?
Die Wahl hängt von der Dicke und der Art des zu verarbeitenden Materials ab. Ein Teflon-Nähfuß ist eine hervorragende Lösung für dünne, weiche Bekleidungsleder und Wildleder. Seine glatte Oberfläche gleitet geschmeidig über das Material, ohne Spuren zu hinterlassen. Wenn Sie jedoch mit dickem, pflanzlich gegerbtem Rindsleder arbeiten, kann Teflon nicht ausreichen. Dann ist ein Rollfuß (oder ein Dreifachtransportsystem in der Maschine selbst) besser geeignet, der physisch über die Narben rollt und so den schweren Gegenstand fortbewegt.
Viele Sattler sind jedoch der Meinung, dass keine Maschine das traditionelle Handnähen ersetzt. Die Handnaht (Sattlernaht) mit zwei Nadeln und Sattlergarn ist wesentlich haltbarer als eine Maschinennaht, da sich die Naht bei einem gerissenen Stich nicht weiter auftrennt.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint führt keine Nähfüße im Sortiment, da wir uns auf traditionelle, handbetriebene Sattlerei spezialisieren und diese fördern. Für eine haltbare, handwerkliche Naht empfehlen wir:
- Punziereisen – Werkzeuge zum Ausstanzen perfekt gleichmäßiger Löcher für die Handnaht.
- Sattlergarn – starke Polyesterfäden (z. B. Slam), die hohe Festigkeit der Verbindungen gewährleisten.
- Ledernadeln – Nadeln mit stumpfer Spitze, speziell für die Arbeit mit Punziereisen.
- Nähkloben – Holzschraubstöcke, die das Leder beim Nähen halten und beide Hände des Handwerkers freigeben.







