Lederwerkzeug zum Nähen ist eine spezielle Gruppe von Werkzeugen, die es ermöglichen, starke, gleichmäßige und ästhetische Nähte in Materialien zu erzeugen, die für eine normale Nähmaschine zu dick und zu hart sind. Im Gegensatz zum Nähen von Stoffen erfordert die Arbeit mit Leder das vorherige Vorbereiten von Löchern für den Faden. Der komplette Prozess umfasst Werkzeuge zum Markieren der Nahtlinie, zum Ausstanzen der Löcher, zum eigentlichen Nähen und zum Sichern des Fadens.
Aufbau und Eigenschaften von Lederwerkzeug zum Nähen
Der manuelle Nähprozess von Leder lässt sich in mehrere Schritte unterteilen, und jeder Schritt erfordert ein spezielles Werkzeug. Stellen Sie sich diesen Prozess wie den Bau einer präzisen, soliden Brücke vor. Jedes Werkzeug spielt dabei eine Schlüsselrolle, und das Auslassen eines Schrittes schwächt die gesamte Konstruktion.
1. Festlegen der Nahtlinie: Dies ist die Arbeit des Vermessers. Bevor Sie die ersten Löcher stechen, müssen Sie eine gerade und gleichmäßig von der Kante entfernte Linie markieren. Dazu dienen:
- Spitzzirkel: Ein Werkzeug mit zwei scharfen Spitzen, mit dem eine parallel zur Kante verlaufende Linie auf das Leder gezeichnet wird. Eine Spitze wird entlang der Kante geführt, die andere zeichnet die Nahtlinie.
- Creaser: Erhitzt oder kalt verwendet, erzeugt er eine dekorative Vertiefung im Leder, die gleichzeitig als Führung für die Naht dienen kann.
2. Anfertigen der Löcher: Dies ist die Arbeit des Bohrtrupps. Leder kann nicht wie Stoff einfach mit einer Nadel durchstochen werden. Die Löcher müssen vorbereitet sein.
- Prickrad: Das gebräuchlichste Werkzeug für diesen Zweck. Es hat Zinken (von 2 bis 10), die nach einem Hammerschlag kleine, meist schräge Löcher in das Leder schneiden. Der Abstand der Zinken (z. B. 3 mm, 4 mm, 5 mm) bestimmt die Stichdichte.
- Prickeisen: Sie sehen ähnlich aus wie Prickräder, aber ihre Zinken sind dünner und durchstechen das Leder nicht vollständig, sondern markieren es nur. Das endgültige Loch wird mit einer Sattlerahle ausgeführt. Sie ergeben eine sehr elegante, schräge Naht, die typisch für hochwertige Lederwaren ist.
- Sattlerahle: Ein scharfes Werkzeug zum Vergrößern oder Durchstechen der mit dem Prickeisen markierten Löcher. Die Klinge kann rund oder rautenförmig (diamantförmig) sein, was das Erzielen einer schrägen Naht erleichtert.
3. Eigentliches Nähen: Jetzt ist die Arbeit des Krans gefragt, der die Brückenenden verbindet.
- Ledernadeln: Sie haben stumpfe, abgerundete Spitzen. So verletzen sie das Leder nicht und spalten den Faden nicht, sondern gleiten sanft durch die vorbereiteten Löcher.
- Sattlergarn: Meist aus Polyester oder Leinen, mit Wachs beschichtet. Das Wachs schützt den Faden vor Abrieb und macht die Naht kompakter und wasserabweisend.
- Nähkloben: Eine hölzerne Zwinge, in die das zu nähende Teil eingespannt wird. Sie befreit beide Hände, was für einen soliden Handstich (Sattlernaht) unerlässlich ist. Für die einen ist es eine tolle Lösung, für andere ein unnötiges Gadget, aber die Wahrheit ist, dass ohne ihn gleichmäßiges und festes Nähen dickerer Projekte nahezu unmöglich ist.
Wozu dient das Lederwerkzeug zum Nähen?
Jedes dieser Werkzeuge hat seinen präzisen Platz in der Sattlerwerkstatt. Ihre Verwendung hängt von der Art des Projekts, der Lederdicke und dem gewünschten ästhetischen Effekt ab.
- Spitzzirkel: Unverzichtbar bei jedem Projekt, bei dem eine gleichmäßige Naht erforderlich ist, von Geldbörsen bis zu Taschen.
- Prickrad: Universelles Werkzeug für die meisten Arbeiten. Ein Abstand von 4–5 mm eignet sich für Taschen und Gürtelriemen, 3–4 mm für kleine Lederwaren wie Geldbörsen oder Uhrenarmbänder.
- Prickeisen und Sattlerahle: Werden in Premium-Projekten verwendet, bei denen eine hohe Nahtästhetik zählt. Sie erfordern mehr Übung, aber das Endergebnis ist unschlagbar.
- Ledernadeln und Sattlergarn: Grundlage jeder Naht. Nadelstärke und Fadendicke werden auf die Stichdichte und die Lederdicke abgestimmt.
- Nähkloben: Sehr nützlich beim Nähen dickerer Teile wie Gürtelriemen, Taschen, Rucksäcke oder Messerscheiden.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Zu Beginn der Sattlerei müssen Sie nicht alle Werkzeuge auf einmal kaufen. Ein gutes Startset sollte das absolute Minimum enthalten, mit dem Sie Ihr erstes Projekt umsetzen können.
Und hier kommt ein häufiger Anfängerfehler: der Kauf von billigen, vielteiligen Sets aus dem Baumarkt. In der Regel ist die Qualität dieser Werkzeuge sehr gering, was zu Frustration und schiefen Nähten führt. Es ist besser, in ein paar grundlegende, aber ordentliche Werkzeuge zu investieren. Für den Anfang reichen:
- Ein Prickrad mit 4 Zinken und einem universellen Abstand von 4 mm.
- Ein Satz von zwei Ledernadeln zum Nähen von Leder.
- Eine Spule gewachstes Polyester-Sattlergarn, z. B. Slam mit einer Stärke von 0,8 mm.
- Ein Spitzzirkel zum gleichmäßigen Führen der Linie.
Mit der Zeit, wenn Ihre Fähigkeiten wachsen, können Sie das Set um Prickräder mit einer anderen Zinkenzahl (z. B. zwei für das Nähen von Kurven), eine Sattlerahle, einen Nähkloben oder Prickeisen erweitern. Achten Sie bei der Auswahl der Prickräder auf die Qualität des Stahls – ein gutes Werkzeug ist scharf und hält jahrelang.
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Bei CraftPoint setzen wir auf bewährte, hochwertige Lederwerkzeuge, die wir selbst in unseren Werkstätten verwenden.
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