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Was ist eine Nietenpresse und wofür wird sie verwendet?
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Was ist eine Nietenpresse und wofür wird sie verwendet?

Presswerkzeug für Druckknöpfe ist ein spezialisiertes Lederwerkzeug für die dauerhafte und präzise Montage von Metallverschlüssen, Nieten und Ösen in Lederwaren durch kontrolliertes Verpressen ihrer Komponenten. In der Werkstatt des Handwerkers kommt es meist in zwei Formen vor: als einfaches, mit einem Hammer zu schlagendes Handwerkzeug (Setzwerkzeug) oder als stationäre Lederpresse mit Hebelmechanismus. Unabhängig von der Form besteht seine Aufgabe darin, das Metall so zu verformen, dass es die Lederschichten dauerhaft verbindet, ohne dabei weder das Beschlagteil noch den Narben des Materials zu beschädigen.

Eigenschaften

Das Presswerkzeug für Druckknöpfe in Form einer stationären Presse ist ein massives Gerät, meist aus Gusseisen oder dickem Aluminium gefertigt, das auf der Arbeitsplatte montiert wird. Die Funktionsweise der Presse gleicht einem präzisen Schraubstock, der das Metall nicht zerdrückt, sondern dazu zwingt, sich gleichmäßig um das Leder zu formen. Das Herz dieses Systems ist jedoch nicht die Presse selbst, sondern die auswechselbaren Einsätze, fachmännisch Matrizen oder Pressstempel genannt. Die Presse verfügt über standardisierte Gewinde (meist oben M8-Gewinde und unten eine Öffnung von 19 mm Durchmesser), in die die Werkzeugeinsätze passend zur jeweiligen Art und Größe des Beschlags eingeschraubt werden. Der obere Teil der Matrize senkt sich senkrecht nach unten und presst das Element mit einer Kraft von mehreren hundert Kilogramm, sodass der Handwerker nur minimalen Druck auf den Hebelarm ausüben muss.

Eine Alternative zur Presse sind manuelle Presswerkzeuge für Druckknöpfe, die sogenannten Setzwerkzeuge. Dies sind Stahlstifte mit speziell profilierten Enden, die auf das Beschlagteil aufgesetzt und dann mit einem Lederhammer geschlagen werden. Sie erfordern eine harte, stabile Unterlage, meist einen Stahlamboss mit entsprechenden Vertiefungen, die den Kopf der Niete oder des Druckknopfes vor dem Plattdrücken schützen. Obwohl sie wenig Platz beanspruchen und günstiger sind, erfordert die Arbeit mit ihnen wesentlich mehr Übung. Ein Schlag im falschen Winkel, selbst um wenige Grad, führt zu einer Verbiegung des Nietenschaftes oder zu einer Beschädigung der galvanischen Beschichtung.

Unabhängig vom gewählten System muss das Presswerkzeug mit entsprechend vorbereitetem Material zusammenarbeiten. pflanzlich gegerbtes Leder mit einer Stärke von 2 mm oder 3 mm ist ein hervorragender Untergrund für alle Arten von Beschlägen – seine dichte Faserstruktur hält das verpresste Metall hervorragend. Weiche, chromgegerbte Leder, insbesondere solche mit einer Stärke von weniger als 1,5 mm, neigen dagegen zum Dehnen. In diesem Fall drückt das Presswerkzeug den Druckknopf zwar korrekt an, aber bei täglichem Gebrauch kann sich der Verschluss einfach aus dem weichen Material lösen. Daher werden bei empfindlicheren Ledern stets unsichtbare Verstärkungen aus dünnem Jucht oder speziellen Verstärkungsbändern zwischen den Lederschichten angebracht, bevor das Beschlagteil verpresst wird.

Anwendungen

Presswerkzeuge sind dank des Systems auswechselbarer Einsätze äußerst vielseitige Werkzeuge. Eine einzige solide Presse bewältigt Dutzende verschiedener Arbeitsgänge in der Werkstatt, sofern sie mit den passenden Matrizen ausgestattet ist.

  • Montage von Druckknöpfen (Snaps): Dies ist die Hauptaufgabe dieses Werkzeugs. Druckknöpfe bestehen aus vier Teilen und erfordern daher einen Satz spezieller Einsätze. Das Presswerkzeug formt das Röhrchen des unteren Teils zu einem Pilz, der dauerhaft in der Schale einrastet. In dünnen Geldbörsen aus 1,5 mm Leder werden feine Federschnappverschlüsse (z. B. Typ 61) verwendet, während in schweren Taschen oder Motorradkoffern aus 3–4 mm Leder robuste Ringdruckknöpfe (z. B. Typ 54) mit entsprechend längeren Schenkeln montiert werden.
  • Presswerkzeug für Doppelkopf nieten (Double Cap Rivets): Nieten sind die gängigste Art, Lederschichten dort zu verbinden, wo eine Naht nicht ausreicht oder zu aufwendig wäre. Werden zwei Lederstreifen von je 2 mm Stärke (insgesamt 4 mm) verbunden, verwendet man eine Niete mit einem Schenkel von 6–7 mm Länge. Die Matrize des Presswerkzeugs hat ein konkaves Profil, das den gewölbten Kopf der Niete ideal umschließt und ein Plattdrücken während des Verpressens verhindert.
  • Presswerkzeug für Rohrnieten (Tubular Rivets): Einsatz bei Projekten, die extreme Festigkeit erfordern, wie Halsbänder für große Hunde, Pferdegeschirr oder Zugriemen. Rohrnieten sind deutlich dicker und härter als Doppelkopf nieten. Die Matrize im Presswerkzeug für Rohrnieten hat einen speziellen Kegel, der beim Aufpressen das Metallröhrchen aufschlitzt und nach außen biegt, wodurch eine sehr starke, flache Verankerung auf der Rückseite des Leders entsteht (häufig mit einer zusätzlichen Unterlegscheibe).
  • Presswerkzeug für Lederösen (Grommets): Ösen schützen Löcher vor dem Ausreißen, beispielsweise in Kordelzugbeuteln, Korsagen oder Aufhängern. Das Presswerkzeug biegt den Kragen der Öse flach auf der Unterlegscheibe um. Dies erfordert enorme Präzision – hat das Loch im Leder einen Durchmesser von 5 mm, muss die Öse exakt 5 mm Innendurchmesser haben, und die Matrize des Presswerkzeugs muss perfekt auf dieses Maß abgestimmt sein, sonst reißt der Kragen oder wird asymmetrisch umgebogen.
  • Lochen von Löchern: Die Lederpresse kann als geräuschlose Lochzange fungieren. Nach dem Einschrauben spezieller runder Locheisen und der Verwendung einer Messing- oder Polycarbonat-Unterlage lassen sich perfekt runde Löcher für Beschläge ausstanzen. Dies ist eine entscheidende Anwendung für Handwerker, die in Wohnungen arbeiten, wo das Hämmern mit dem Hammer für die Nachbarn störend wäre.

Wie man wählt

Die Wahl des richtigen Presswerkzeugs hängt davon ab, in welcher Phase sich Ihre Werkstatt befindet und unter welchen Bedingungen Sie arbeiten. Für einen Anfänger im Lederhandwerk, der einen Geldbeutel oder einen Gürtel pro Monat fertigt, mag die Investition in eine schwere Presse überflüssig erscheinen. In einem solchen Szenario eignen sich manuelle Presswerkzeuge (Setzwerkzeuge) hervorragend. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier jedoch in der Technik. Schlagen Sie ein Setzwerkzeug niemals mit einem Metall-Hammer, da dies das Werkzeug zerstört. Verwenden Sie Hämmer mit Nylon-, Polymer- oder Rohlederbahnen. Bohren Sie außerdem für eine Niete mit 3 mm Durchmesser exakt mit einem Locheisen von 3 mm. Ein zu großes Loch führt dazu, dass das Beschlagteil beim Schlagen auf das Setzwerkzeug verrutscht und die Niete schief sitzt.

Für fortgeschrittene Handwerker oder Personen, die eine regelmäßige Produktion planen, ist eine manuelle Lederpresse eine absolute Grundvoraussetzung. Sie garantiert eine Wiederholbarkeit, die mit der Arbeit mit dem Hammer nicht zu erreichen ist. Die Presse senkt den Stempel stets im idealen 90-Grad-Winkel zur Grundplatte ab. Dadurch wird der häufigste Montagefehler vermieden, nämlich das seitliche Abknicken des Niet- oder Druckknopfs, was das Beschlagteil dauerhaft beschädigt und zu einem schmerzhaften Aufbohren zwingt, bei dem oft der Narben des Leders verletzt wird. Zudem arbeitet die Presse geräuschlos, sodass Beschläge zu jeder Tages- und Nachtzeit montiert werden können.

Beim Kauf von Matrizen (Pressstempeln) für Ihr Presswerkzeug müssen Sie strikt auf die Größen achten. Diese Werkzeuge sind nicht universell. Eine Matrize für 9-mm-Nieten wird 7-mm- oder 12-mm-Nieten nicht korrekt verpressen. Der Versuch, einen kleineren Kopf in einer größeren Matrize zu verpressen, führt zu einer scharfen Ringeinkerbung auf der Oberfläche des Beschlags, während das Verpressen eines größeren Kopfes in einer kleineren Matrize diesen vollständig plattdrückt.

Achten Sie auch auf die Wahl der Schenkellänge des Beschlags im Verhältnis zur Lederstärke. Dies ist ein Fehler, den selbst das teuerste Presswerkzeug für Druckknöpfe nicht beheben kann. Die goldene Regel der Lederverarbeitung besagt, dass der Schenkel nach dem Durchstecken des Beschlags durch das Loch im Leder etwa 1,5 bis 2 mm über das Material hinausragen sollte. Ragt er weniger heraus, hat das Presswerkzeug nicht genug Material, um den Pilz zu formen, und der Beschlag fällt ab. Ragt er 3 mm oder mehr heraus, biegt sich das überschüssige Metall im Inneren des Materials zu einem „S", was die Verbindung schwächt und den Nietkopf von der Lederoberfläche abstehen lässt.

Produkte aus unserem Sortiment

In unserem Shop finden Sie eine umfassende Ausstattung für die Montage von Beschlägen, die sowohl auf die Bedürfnisse von Hobbyisten als auch von professionellen Lederwerkstätten zugeschnitten ist. Aufgrund der ständigen Sortimentserweiterung bieten wir Lösungen in mehreren Kategorien an:

  • Manuelle Lederpressen – Solide, gusseiserne Geräte mit Hebelsystem, geeignet zur Montage auf der Arbeitsplatte. Sie verfügen über Standardgewinde und sind daher mit den meisten auf dem Markt erhältlichen Matrizen kompatibel.
  • Matrizen (Pressstempel) für die Presse – Präzisionsgefräste Arbeitseinsätze. Wir bieten spezielle Sätze für Federschnappverschlüsse, Ringdruckknöpfe, Doppelkopf nieten (in Größen von 6 mm bis 12 mm), Rohrnieten und Lederösen.
  • Hand-Setzwerkzeuge und Ambosse – Sätze aus Stahlwerkzeugen für die manuelle Montage von gängigen Druckknopf- und Nietengrößen, ideal für Personen mit begrenztem Budget oder Platzmangel für eine stationäre Presse.
  • Lederhämmer – Werkzeuge mit Nylon- oder Polymerbahnen, unerlässlich für die sichere Arbeit mit Hand-Setzwerkzeugen, da sie die Stahlstifte vor Verformung schützen.
  • Runde Locheisen – Werkzeuge zum Vorbereiten idealer Löcher im Leder für die Beschlagmontage, erhältlich sowohl als Schlagwerkzeug als auch als Einschraubeinsätze für die Standpresse.

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