Orangefarbenes Leder ist der Oberbegriff für Galanterieleder, die vom Hersteller in Orangetönen gefärbt wurden, sodass Sie als Handwerker sofort eine fertige, kräftige Farbe ohne selbstständiges Färben erhalten. Es handelt sich nicht um eine eigene Gerbart oder Lederart, sondern um eine ästhetische Kategorie, die Leder unterschiedlicher Herkunft, Gerbung und Oberflächenbearbeitung umfasst. Die Wahl von orangefarbenem Leder ist eine bewusste Designentscheidung, die einzigartige, auffällige Produkte ermöglicht – von kleinen Accessoires bis hin zu kompletten Taschen.
Eigenschaften
Das orangefarbene Leder, das Sie im Geschäft finden, verdankt seine Farbe meist Prozessen in der Gerberei. Nach der Gerbung wird das Leder im Trommel- oder Spritzverfahren gefärbt und anschließend mit einer schützenden Deckschicht versehen, die die Farbe schützt und dem Narben die gewünschte Struktur und den Glanz verleiht. Das bedeutet, Sie haben ein fertiges Produkt vor sich. Sie können es weder nachfärben noch die Oberfläche wachsen, da der Narben durch die werkseitige Veredelung „versiegelt“ ist. Jeder Versuch, Fiebing‘s Pro Dye oder selbst ein leichtes Lederöl aufzutragen, führt zu Schlieren und Flecken, da das Mittel nicht in die Struktur des Leders eindringen kann.
Unter den orangefarbenen Lederarten finden Sie verschiedene Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Am häufigsten sind chromgegerbte Leder, die weich, elastisch und von sehr gleichmäßiger, satter Farbe sind. Sie eignen sich hervorragend für Futter, Taschenteile oder Bekleidung. Ihr Nachteil ist die schwierige Kantenbearbeitung – sie lassen sich nicht mit Tokonole auf Hochglanz polieren. Die Kante bleibt „haarig“ und muss mit speziellen Kantenfarbe-Produkten bemalt werden. Daneben gibt es pflanzlich gegerbtes Leder, das ebenfalls werkseitig orange gefärbt wird. Ein Beispiel ist unser Flaggschiff-Leder Maya in der Farbe Olmo, das in wunderschöne, warme Orange-Braun-Töne spielt. Trotz der Färbung erlaubt die pflanzliche Gerbung eine professionelle Kantenbearbeitung durch Polieren.
Die Farbe Orange in der Lederverarbeitung ist wie die letzten Sonnenstrahlen am Horizont – man kann sie nicht ignorieren. Sie ist warm, energiegeladen und voller Optimismus. Je nach Farbton kann sie elegant und dezent sein (wie Terrakotta oder Cognac) oder lebendig und modern (wie saftige Mandarine). Gerade diese Vielseitigkeit macht orangefarbenes Leder bei Handwerkern so beliebt, die mit ihren Arbeiten aus der Masse herausstechen wollen. Allerdings erfordert diese Farbe ein gewisses gestalterisches Selbstbewusstsein.
Anwendungen
Der ausdrucksstarke Charakter von orangefarbenem Leder eignet sich sowohl als Hauptmaterial als auch als Detail, das das gesamte Design belebt. Die Verwendung hängt von der Dicke, der Steifigkeit und der Art der Oberflächenbehandlung ab.
- Kleine Galanterie-Accessoires. Geldbörsen, Kartenetuis, Schlüsselanhänger oder Uhrenarmbänder sind ideale Projekte, um mit Farbe zu experimentieren. Orange verleiht ihnen Charakter und macht sie in der Tiefe einer Tasche leicht auffindbar. Für solche Projekte eignen sich Leder mit einer Stärke von 1,2 mm bis 1,6 mm, wie z. B. das genannte Maya.
- Taschen und Clutches. Eine orangefarbene Tasche ist ein starkes Styling-Statement. Sie kann komplett daraus gefertigt oder für Klappen, Außentaschen oder Henkel verwendet werden. Für kleine, stabile Clutches eignet sich Leder von 1,8–2,0 mm Dicke, für größere, flexiblere Taschen weiches chromgegerbtes Leder ähnlicher Stärke.
- Kontrastdetails. Eine hervorragende Möglichkeit, Farbe einzusetzen, für alle, die sich an kräftige Designs noch nicht herantrauen. Ein orangefarbenes Innenfutter in einer schwarzen Tasche, orangefarbene Gürtelschlaufen an einem braunen Gürtel oder ein orangefarbener Reißverschluss-Anhänger – solche Details zeugen von Liebe zum Detail und verleihen dem Produkt das gewisse Etwas.
- Notizbuch- und Kalenderumschläge. Ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand bekommt eine völlig neue Dimension, wenn er mit so energetischem Leder bezogen ist. Festeres Leder mit einer Dicke von 1,8–2,2 mm bietet ausreichenden Schutz und Haltbarkeit.
- Lederschmuck. Einfache Armbänder, Halsketten oder Ohrringe aus schmalen Streifen orangefarbenen Leders (z. B. 1,0–1,5 mm) sind ein schnelles und effektvolles Projekt. Hier steht die Farbe im Mittelpunkt.
- Schuhelemente. Obwohl dies schon eine fortgeschrittenere Anwendung ist, kann orangefarbenes Leder für Schäfte oder als kontrastierendes Element, z. B. an der Ferse, verwendet werden.
- Gürtelriemen für Taschen. Ein austauschbarer orangefarbener Gürtelriemen kann das Erscheinungsbild einer schlichten Tasche völlig verändern. Hier sollte Leder mit einer Dicke von mindestens 2,5 mm gewählt werden, um ausreichende Festigkeit zu gewährleisten.
Wie wählt man das richtige aus
Die Wahl des passenden orangefarbenen Leders ist der Schlüssel zum Erfolg. Bevor Sie ein Stück in den Warenkorb legen, sollten Sie einige Punkte bedenken, um Enttäuschungen und typische Anfängerfehler zu vermeiden.
Erstens: Bestimmen Sie genau den Verwendungszweck. Soll das Leder steif sein und seine Form halten (wie bei einer Geldbörse) oder weich und geschmeidig (wie bei einer Beuteltasche)? Für Ersteres greifen Sie zu pflanzlich gegerbtem Leder wie Maya. Für Letzteres zu chromgegerbten Leder. Diese grundlegende Unterscheidung bestimmt die weitere Verarbeitung. Ein Fehler wäre der Kauf von weichem chromgegerbtem Leder für eine feste, stehende Box – ohne zusätzliche Versteifungen fällt die Konstruktion einfach in sich zusammen.
Zweitens: Wählen Sie die richtige Stärke. Dies ist ebenso wichtig wie die Art der Gerbung. Für eine Geldbörse oder ein Kartenetui benötigen Sie Leder mit einer Stärke von 1,2–1,6 mm. Zu dickes Leder macht die Börse unhandlich und klobig. Für Taschen ist eine Stärke von 1,8–2,2 mm Standard. Für Tragriemen oder stabile Mappen sollten Sie zu Leder im Bereich 2,5–3,5 mm greifen. Denken Sie daran: Werden zwei Lagen Leder vernäht, addieren sich ihre Stärken – das müssen Sie bei der Konstruktion berücksichtigen.
Drittens: Achten Sie auf die Kantenbearbeitung. Hier machen viele Anfänger den Fehler. Wenn Sie eine glatte, glänzend polierte Kante wünschen, müssen Sie pflanzlich gegerbtes Leder wählen. Nur dieses Leder ermöglicht durch seine dichte Faserstruktur diesen Effekt mit Schleifpapier, Tokonole und Poliermaschine. Wenn Sie sich für chromgegerbtes Leder entscheiden, müssen Sie die Kanten malen. Der Versuch, es trotzdem zu polieren, führt zu ausgefransten, unschönen Rändern.
Zu guter Letzt: Bei Zweifeln bestellen Sie ein Muster. Selbst die besten Fotos im Internet geben Farbton, Textur und Griff des Leders nicht vollständig wieder. Ein kleines Stück ermöglicht es Ihnen, die Farbe bei verschiedenen Lichtverhältnissen zu beurteilen, das Biegeverhalten zu testen und vor allem die Kantenbearbeitung auszuprobieren. Das ist eine kleine Investition, die Sie vor dem Verschwenden einer viel größeren Materialmenge bewahren kann.
Produkte aus unserem Sortiment
In unserem Shop finden Sie eine Auswahl an Leder in Orangetönen, die Ihre kreativsten Projekte verwirklichen lassen.
- Orangefarbenes und gelbes Leder – In dieser Kategorie bündeln wir alle verfügbaren Leder in dieser energetischen Farbpalette. Sie finden hier unter anderem unser Flaggschiff-Leder Maya in der Farbe Olmo, das sich hervorragend für Projekte eignet, die eine schöne Kantenbearbeitung und edle Patina erfordern. Das Angebot in dieser Kategorie ist wechselnd – es lohnt sich, regelmäßig vorbeizuschauen auf der Suche nach einzigartigen, limitierten Partien in Orange- und Terrakotta-Tönen.







