Kürschnernadel ist eine spezialisierte Nadel für die Handnaht mit einem charakteristischen, dreieckigen Querschnitt der Spitze, die entwickelt wurde, um harte und dicke Materialien ohne vorheriges Lochen leicht zu durchstechen. Im Gegensatz zu stumpfen Sattlernadeln, die durch vorgefertigte Löcher geführt werden, hat diese Version scharfe Schneidkanten, die es ihr ermöglichen, sich selbstständig einen Weg durch die Fasern zu bahnen.
Aufbau der Kürschnernadel
Der Aufbau der Kürschnernadel unterscheidet sich grundlegend von Standard-Nähnadeln und Sattlernadeln. Ihre Spitze ist nicht konisch, sondern zu drei flachen, zusammenlaufenden Schneiden geformt. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass das Werkzeug beim Einstechen in die dichte Struktur von Naturleder minimalen Widerstand bietet.
Stellen Sie sich die Spitze der Kürschnernadel wie ein miniaturisiertes, dreiseitiges Schwert vor – anstatt die dichten Fasern des Materials gewaltsam auseinanderzudrängen, durchtrennt sie diese präzise und erzeugt einen mikroskopischen Y-förmigen Einschnitt. Dadurch geben sich selbst dickere Schichten ohne große Kraftanstrengung nach.
Und hier tritt ein häufiger Fehler von Anfängern auf – der Versuch, eine Kürschnernadel für den klassischen Sattlernaht in vorgeprägten Löchern zu verwenden. Die scharfen Kanten der Spitze können den bereits im Loch befindlichen Faden leicht durchtrennen oder ausfransen, was die Naht schwächt und die Ästhetik der Arbeit beeinträchtigt. Aus diesem Grund haben diese Nadeln in der professionellen Sattlerei eine sehr enge und spezifische Anwendung.
Wozu dient die Kürschnernadel
Aufgrund ihrer schneidenden Eigenschaften bewähren sich Kürschnernadeln in bestimmten Situationen:
- Nähen von Pelzen und Lammfellen: Arbeit mit weichen, behaarten Materialien, bei denen der Einsatz von Prickwerkzeugen unmöglich ist.
- Kleine Schuhreparaturen: Zusammennähen von Elementen an schwer zugänglichen Stellen, wo man nicht mit der Sattlerahle arbeiten kann.
- Arbeit mit dünnem Bekleidungsleder: Nähen von weichem Leder mit einer Stärke von 0,8 mm – 1,2 mm direkt aus der Hand.
- Einnähen von Reißverschlüssen: Befestigen von Stoff-Reißverschlussbändern an Lederkanten bei Sattlerprojekten.
Wie wählen und worauf achten
Bei der Auswahl von Kürschnernadeln sollte man ihre Größe an die Fadenstärke und das zu nähende Material anpassen. Die Größen werden in der Regel mit Zahlen angegeben (z. B. von 1 bis 10) – je höher die Zahl, desto dünner und kürzer die Nadel. Für dickeres Rindsleder (über 1,5 mm) und Sattlergarn mit einer Stärke von 0,8 mm oder 1,0 mm werden große Nadeln (wie Größe 1, 2 oder 3) benötigt, die den Faden problemlos im Öhr aufnehmen und sich unter Druck nicht verbiegen. Für dünnes Leder und Sattlergarn (0,4 mm – 0,6 mm) sind hingegen kleinere Nadeln geeignet, z. B. in den Größen 7, 8 oder 9.
Es lohnt sich, im Workshop einen Satz mehrerer Größen zu haben. Denken Sie jedoch daran, dass für Standard-Sattlerprojekte (Portemonnaies, Gürtel, Taschen aus dickerem Narben) die deutlich geeignetere Wahl stumpfe Sattlernadeln in Kombination mit der Arbeit mit Prickwerkzeugen sind.
Produkte aus unserem Angebot
Bei CraftPoint bieten wir eine breite Auswahl an Zubehör für die Handnaht, abgestimmt auf verschiedene Techniken:
- Ledernadeln – professionelle Sattlernadeln mit stumpfer Spitze (entwickelt für den Sattlernaht).
- Sattlergarn – starke synthetische und natürliche Fäden, die gut mit jedem Nadelsystem arbeiten.
- Sattlerahlen – Werkzeuge zum manuellen Vorbohren von Löchern in dickem Leder.
- Sattlerwerkzeug – komplette Ausstattung eines Nähplatzes.







