Sattlerpresse ist ein mechanisches Hebelwerkzeug, das zum präzisen und dauerhaften Setzen von Metallbeschlägen wie Niete, Druckknöpfe oder Ösen in Echtleder dient. Es ersetzt das manuelle Verstemmen mit Hammer und Amboss und gewährleistet einen ideal senkrechten Druck. In einer professionellen Werkstatt ist es ein absolut zentrales Element für wiederholbare Verarbeitungsqualität.
Was zeichnet eine Sattlerpresse aus?
Die Funktionsweise der Presse basiert auf einem einfachen Hebelmechanismus. Stellen Sie sich die Presse wie einen Nussknacker auf Steroiden vor – der lange Hebelarm verwandelt eine sanfte, fließende Handbewegung des Handwerkers in einen punktgenauen Druck von mehreren hundert Kilogramm. Dadurch rollt der Schaft der Niete sauber im Kopf ein, statt sich zur Seite zu biegen.
Das Gerät selbst besteht aus einem schweren Gusseisen- oder Stahlgehäuse, einem beweglichen Stempel und einem Gewinde für die Aufnahme. In die Aufnahme werden austauschbare Einsätze – sogenannte Setzwerkzeuge oder Matrizen – montiert. Der obere Teil der Matrize wird meist eingeschraubt, der untere lose in die Basis eingelegt.
Klingt einfach und ist es auch – vorausgesetzt, Sie verwenden Setzwerkzeuge, die perfekt auf Größe und Profil des jeweiligen Beschlags abgestimmt sind. Der Versuch, eine Niete mit 9 mm Durchmesser mit einer Matrize für 7 mm zu setzen, endet immer mit zerkratzter Galvanik und zerstörter Niete.
Die meisten auf dem Markt erhältlichen Modelle müssen stabil auf der Werkbank verschraubt werden. Es gibt auch kleinere Handpressen, die massiven Zangen ähneln, jedoch eine deutlich geringere Presskraft bieten und sich hauptsächlich für sehr dünne Leder (bis 1,5 mm) eignen.
Wo wird eine Sattlerpresse eingesetzt?
In einer Sattlerwerkstatt arbeitet dieses Gerät bei der Fertigstellung von Projekten nahezu ununterbrochen.
- Setzen von Nieten: Einputzen von einseitigen und doppelseitigen Nieten in Riemen, Taschenhenkeln und Messerscheiden, wo eine hohe Verbindungsfestigkeit gefragt ist.
- Setzen von Druckknöpfen: Präzises Verbinden von Verschlusselementen in Geldbörsen, Armbändern und Etuis, ohne das Risiko einer Quetschung des Federmechanismus.
- Setzen von Ösen: Montage von metallischen Lochverstärkungen, durch die Riemen oder Kordeln geführt werden.
- Ausstechen von Löchern: Nach dem Einschrauben einer passenden Rohrlocheisen und dem Unterlegen einer Messingplatte ermöglicht die Presse ein leises und gleichmäßiges Lochen von dickem, pflanzlich gegerbtem Leder ohne Hammer.
Worauf beim Kauf achten?
Achten Sie beim Kauf einer Presse vor allem auf das Gewinde für die Setzwerkzeuge. In Europa ist der gängigste Standard ein oberes Gewinde M6 oder 1/4 Zoll und eine untere Aufnahme mit 12 mm Durchmesser. Die Wahl eines ungewöhnlichen Gewindes wird es Ihnen in Zukunft enorm erschweren, Matrizen für neue Beschlagarten nachzukaufen.
Der zweite wichtige Parameter ist die Ausladung, also der Abstand von der Stempelachse zur Rückwand des Gehäuses. Standardmodelle haben etwa 5–7 cm Ausladung, was für das Setzen von Beschlägen an Riemenkanten ausreicht. Wenn Sie jedoch vorhaben, Niete in der Mitte einer großen Tasche oder eines Lederstücks zu setzen, benötigen Sie eine Presse mit verlängertem Arm (Deep Throat Press). Auch das Gewicht des Geräts spielt eine Rolle – je schwerer das Gehäuse (oft über 3 kg), desto stabiler arbeitet es und desto geringer ist das Risiko eines Gusseisenbruchs bei hoher Belastung.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint konzentriert sich auf die Bereitstellung hochwertigster Materialien für die Handarbeit. Auch wenn Pressen selbst eher in den Bereich schwerer Maschinen fallen, finden Sie bei uns alles, was darin montiert werden kann:
- Niete für Leder – große Auswahl an Nieten, darunter die beliebten Schraubnieten, die ganz ohne Presse auskommen und nur einen flachen Schraubendreher benötigen.
- Druckknöpfe und Schnappverschlüsse – Verschlusselemente, ideal für Geldbörsen und Etuis, die präzise Montage erfordern.
- Lochzangen für Leder – Handwerkzeuge, die die Presse beim Lochen von Löchern ersetzen und sich perfekt für leises Arbeiten zu Hause eignen.
- Nähkloben – hölzerne Schraubstöcke zur Stabilisierung des Leders beim Nähen, unverzichtbar beim Verbinden von Teilen ohne Beschläge.
Verwandte Begriffe im Wörterbuch
- Schraubnieten
- Druckknopf
- Lochzange für Leder
- Lederwerkzeug







