Lederfaden ist ein spezieller, verstärkter Faden für die Hand- oder Maschinennähen von dichten Materialien wie Naturleder. Im Gegensatz zu Standard-Nähfäden zeichnet er sich durch eine deutlich höhere Zug- und Reißfestigkeit aus und ist oft zusätzlich gewachst, was das Nähen erleichtert und die Nähte versiegelt. Die Wahl des richtigen Fadens ist ein grundlegender Aspekt der Sattlerei, der nicht nur die Haltbarkeit, sondern auch das endgültige Erscheinungsbild des Produkts beeinflusst.
Was zeichnet Lederfaden aus?
Das Hauptmerkmal von Sattlerfäden ist ihre enorme Festigkeit. Sie müssen die Struktur von Gegenständen halten, die oft stark beansprucht werden, wie Gürtel, Geldbörsen oder Taschen. Daher werden sie aus sehr widerstandsfähigen Fasern hergestellt, hauptsächlich aus Polyester oder traditionell aus Leinen. Das Wachsen des Fadens erfüllt mehrere Funktionen: Es erleichtert das Passieren durch die dichte Lederstruktur, verhindert ein Ausfransen während der Arbeit, verklebt die Fasern und versiegelt nach dem Nähen die Nadelstiche, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.
Stellen Sie sich einen Lederfaden wie ein Kletterseil im Miniaturformat vor. Ein normaler Nähfaden ist wie Bindfaden – er reicht für leichte Aufgaben, aber Sie würden ihm nicht Ihre Sicherheit anvertrauen. Der Sattlerfaden mit seinem dichten Geflecht und der Wachsschicht ist dafür gemacht, Jahre von Spannung, Reibung und Feuchtigkeit zu überstehen und die Integrität Ihres Projekts zu schützen. Er sorgt dafür, dass die Naht nicht nur schmückt, sondern vor allem die Teile für Jahrzehnte fest verbindet.
Auf dem Markt dominieren zwei Haupttypen von Fäden: 1. Polyesterfäden (z. B. Slam, Vinymo MBT) – sie sind der moderne Standard im Handwerk. Sie sind extrem reißfest, UV-beständig, schimmel- und fäulnisresistent. Sie dehnen sich nicht und sind in einer riesigen Farbpalette erhältlich, die mit der Zeit nicht verblasst. Ihr Geflecht ist sehr regelmäßig, was ein gleichmäßiges und sauberes Nahtbild ergibt. Sie eignen sich für die meisten Projekte, von Lederwaren bis hin zu Outdoor-Accessoires. 2. Leinenfäden – das ist die traditionelle Wahl, geschätzt für ihre klassische Ästhetik und die Eigenschaften der Naturfaser. Leinenfaden ist sehr stark und quillt bei Feuchtigkeit leicht auf, wodurch die Löcher im Leder zusätzlich abgedichtet werden. Mit der Zeit altert er wunderschön zusammen mit dem Leder. Er erfordert jedoch mehr Aufmerksamkeit – wenn er nicht werkseitig gewachst ist, muss er vor dem Nähen selbst gewachst werden. Zur Fadenpflege empfehlen wir das polnische Produkt – Fadenfett der Marke Pruciak. Er wird oft für Vintage-Projekte, historische Nachbildungen und maßgefertigte Luxusartikel gewählt.
Die Fadenstärke ist ein entscheidender Parameter, der normalerweise in Millimetern (z. B. 0,6 mm, 0,8 mm, 1,0 mm) oder in einem Nummerierungssystem (z. B. Tex) angegeben wird. Dickere Fäden sind stärker und erzeugen eine markantere, dekorativere Naht, während dünnere Fäden einen subtileren und feineren Effekt erzielen.
Wo wird Lederfaden eingesetzt?
Die Wahl des Fadens hängt direkt vom Projekt, der Lederart und dem gewünschten ästhetischen Effekt ab.
- Dünne Fäden (0,4 - 0,6 mm): Ideal für feine Lederwaren, bei denen Präzision und ein dezentes Nahtbild zählen. Sie werden für Geldbörsen, Kartenetuis, Uhrarmbänder oder das Innenfutter von Taschen verwendet. Sie ermöglichen engere Stichabstände.
- Mittlere Fäden (0,7 - 0,8 mm): Eine sehr universelle Stärke, die die goldene Mitte darstellt. Geeignet für die meisten Projekte wie Handtaschen, Notizbücher, Handyhüllen oder leichtere Gürtel. Sie bieten eine hervorragende Balance zwischen Haltbarkeit und Ästhetik.
- Dickere Fäden (1,0 mm und mehr): Werden dort eingesetzt, wo die Naht eine konstruktive Rolle spielt und hohen Belastungen ausgesetzt ist. Sie finden Anwendung bei der Herstellung von dicken Gürteln, Reisetaschen, Messerscheiden, Sattlerriemen oder der Reparatur von Reitsportausrüstung. Sie erzeugen eine sehr markante, rustikale Naht.
Wie wähle ich den richtigen Faden und worauf sollte ich achten?
Die Wahl des Fadens ist mehr als nur die Anpassung der Farbe. Denken Sie über drei Aspekte nach: Funktion, Ästhetik und Lederart. Für eine elegante Geldbörse aus Kalbsleder wählen Sie einen dünnen Polyesterfaden in Lederfarbe oder einer Kontrastfarbe, um die Präzision der Verarbeitung zu betonen. Für eine robuste Reisetasche aus Rindsleder mit einer Dicke von 3 mm ist ein dicker Leinen- oder Polyesterfaden besser geeignet, der nicht nur die Konstruktion hält, sondern auch ihren robusten Charakter unterstreicht.
Ein Unterschied von 0,2 mm in der Fadenstärke mag gering erscheinen, aber in der Praxis verändert er das Erscheinungsbild der Naht vollständig. Dies ist ein häufiger Anfängerfehler – die Wahl eines zu dünnen Fadens für ein dickes Projekt, wodurch die Naht „versenkt“ und unproportional aussieht. Passen Sie die Fadenstärke immer an die Lederdicke und den Zahnabstand Ihrer Lochwerkzeuge an. Eine Faustregel besagt: Je dicker das Leder und je weiter die Stiche, desto dicker sollte der Faden sein. Es wird empfohlen, einen Faden von 0,6 mm für Lochwerkzeuge mit einem Abstand von 3 mm und 4 mm zu verwenden, während ein Faden von 0,8-1,0 mm für Werkzeuge mit einem Abstand von 5 mm und 6 mm geeignet ist.
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