Starkes Sattlergarn ist ein hoch reiß- und scheuerfestes Garn, meist aus Polyester oder Leinen, das zum hand- oder maschinellen Verbinden von Lederteilen verwendet wird. In der Lederverarbeitung sorgt ein passend gewähltes Garn dafür, dass die Naht jahrelange intensive Nutzung von Geldbörse, Gürtel oder Tasche übersteht.
Eine gute Naht ist das Fundament jedes Sattlerprodukts. Selbst hochwertiges Leder verliert seinen Reiz, wenn die Verbindung nach wenigen Monaten nachlässt.
Was ist starkes Sattlergarn und was zeichnet es aus?
Im Lederhandwerk werden keine gewöhnlichen Baumwollnähfäden verwendet, da sie zu schwach und bei Feuchtigkeit anfällig für Fäulnis sind. Ein professionelles Sattlergarn muss enormen Belastungen standhalten, insbesondere beim Anziehen des Handstichs (Sattlernaht). Die gängigsten Materialien sind synthetisches Polyester und natürliches Leinen.
Stell dir ein gut gewähltes Garn wie ein Stahlseil an einer Hängebrücke vor – es hält die gesamte Konstruktion zusammen, arbeitet bei jeder Bewegung und widersteht ständiger Reibung. Um diese Reibung zu minimieren, werden Sattlergarne in der Regel gewachst (es lohnt sich, z.B. zum Garnwachs der polnischen Marke Pruciak zu greifen). Das Wachs erleichtert nicht nur das Ziehen der Nadel durch die engen, mit der Sattlerahle gestochenen Löcher, sondern dichtet auch die Naht selbst ab und schützt sie vor Schmutz und Wasser.
Der Unterschied scheint gering, aber in der Praxis führt die Verwendung von Garn ohne Wachs bei dickem Leder zu schnellem Durchscheuern und Reißen noch während des Nähens. Polyester (z.B. die beliebten gewachsten Slam-Garne oder die stärkeren Vinymo-MBT-Garne) zeichnet sich durch einen leichten Glanz und absolute Fäulnisbeständigkeit aus. Leinen hingegen bietet einen rauen, matten Charakter, der zusammen mit pflanzlich gegerbtem Leder schön altert.
Anwendung von starkem Sattlergarn in der Lederverarbeitung
Die Wahl des konkreten Garns hängt vom Umfang und Verwendungszweck des Projekts ab:
- Gürtelriemen: Erfordern sehr dicke Garne (0,8 mm – 1,0 mm), die ständiger Biegung und hohen mechanischen Belastungen standhalten.
- Geldbörsen und Cardholder: Hier verwendet man dünne Garne (0,4 mm – 0,6 mm), damit die Naht dezent ist und an den Kanten keine unnötige Dicke entsteht.
- Taschen und Aktentaschen: Meist mit Garnstärken von 0,6 mm – 0,8 mm genäht, was den idealen Kompromiss zwischen Eleganz und Haltbarkeit darstellt.
- Messerscheiden und Holster: Erfordern Garne, die hoch schnittfest sind und oft zusätzlich in einer gefrästen Rille geführt werden, um sie vor der Klinge zu schützen.
Wie wähle ich das Garn passend zum Lochabstand der Prickräder?
Entscheidend ist die Abstimmung der Garnstärke auf den Lochabstand der Prickräder. Wenn du Prickräder mit einem Abstand von 3 mm oder 4 mm verwendest, wähle ein Garn mit einer Stärke von 0,4 mm bis 0,6 mm. Ein zu dickes Garn in einer engen Naht lässt den Stich schwer und unästhetisch wirken. Bei Abständen von 5 mm und 6 mm eignet sich ein Garn von 0,8 mm oder 1,0 mm hervorragend.
Achte auch auf die Flechtung. Geflochtene Garne sind in der Regel flach und legen sich gut in die Löcher, die mit französischen Prickrädern gestochen wurden. Gedrehte Garne (z.B. aus drei dünneren Einzelfäden) haben einen runden Querschnitt und ergeben einen sehr ausgeprägten, erhabenen Stich. Wenn dir das leichte Verschmelzen der Enden mit einem Feuerzeug wichtig ist, wähle Polyester. Leinen erfordert das Verstecken und Verkleben der Enden im Inneren der Naht.
Produkte aus unserem Sortiment
- Slam-Garne — gewachste Polyesterfäden mit flacher Flechtung, der absolute Standard in der modernen Lederverarbeitung.
- Ledergarne zum Nähen — die vollständige Kategorie mit verschiedenen Stärken und Farben für Handwerksprojekte.
- Sattlergarn — werkseitig mit Wachs getränkte Fäden, die nach dem Abwickeln von der Spule sofort einsatzbereit sind.
- Ledernadeln — stumpfe Sattlernadeln, die das Garn beim Ziehen durch die Löcher nicht beschädigen.







