Prickrad (in der professionellen Sattlerterminologie als Prickrad bezeichnet, engl. stitching chisel) ist ein handgeführtes Stahlwerkzeug mit scharfen Zähnen, das zum Vorstechen einer geraden Lochreihe im Leder vor dem Nähen dient. Es gehört zur absoluten Grundausstattung jedes Handwerkers, der mit der Handnaht arbeitet.
Aufbau eines Prickrads
Im Gegensatz zum Maschinennähen, bei dem die Nadel das Material im Flug durchsticht, benötigt die klassische Sattlerei eine vorherige Vorbereitung der Löcher. Stell dir das Prickrad wie eine präzise Druckmatrize vor. Ein kräftiger Hammerschlag überträgt ein ideales Lochmuster auf das Leder und gibt den Rhythmus und Winkel für die spätere Naht vor. So legt sich jede Fadenschlaufe auf identische, wiederholbare Weise.
Die Zähne des Prickrads können verschiedene Formen haben – die gängigsten sind Rauten (diamond), schräge Linien (french style) oder runde Löcher. Die Zahnform beeinflusst direkt, wie sich der Faden auf der Lederoberfläche legt. Zum Beispiel erzwingen Zähne im französischen Stil eine elegante, treppenartige Fadenführung, die für Luxuslederwaren typisch ist.
Klingt einfach und ist es auch – vorausgesetzt, du hältst das Werkzeug absolut senkrecht. Selbst eine minimale Abweichung des Prickrads von der Senkrechten führt dazu, dass die Lochreihe auf der Vorderseite zwar gerade, auf der Rückseite jedoch wellig wird und die gesamte Nahtästhetik ruiniert.
Wozu dient ein Prickrad?
Dieses Werkzeug wird in fast jeder Phase der Herstellung von Lederprodukten eingesetzt:
- Lochung für die Handnaht: Hauptanwendung; Vorbereitung der Löcher für den klassischen Sattlerstich (Sattlernaht).
- Linienanreißen: Ein leichtes Andrücken des Prickrads auf das Leder (ohne Durchstechen) ermöglicht es, die genaue Position der Löcher zu planen, was besonders in Ecken wichtig ist.
- Verbinden mehrerer Schichten: Prickräder mit langen Zähnen können ein dickes Lederpaket (z.B. 3–4 Lagen à 2 mm) mit einem Schlag durchstechen.
Wie wählt man ein Prickrad aus und worauf sollte man achten?
Bei der Wahl eines Prickrads musst du auf zwei Parameter achten: den Zahnabstand und die Anzahl der Zähne. Standardabstände sind 3, 4, 5 und 6 mm. Für kleine Lederwaren (Uhrenarmbänder, dünne Geldbörsen) wähle einen Abstand von 3 mm oder 4 mm. Für größere Projekte (Taschen, Gürtelriemen, Messerscheiden) sind 5 mm oder 6 mm ideal.
In der Werkstatt ist es am besten, Sets zu haben. Ein Prickrad mit 2 Zähnen ist unerlässlich für Bögen und Rundungen, während ein langes Prickrad (z.B. mit 6 oder 10 Zähnen) zum schnellen und gleichmäßigen Lochen langer, gerader Strecken dient. Denke daran, immer Polymer- oder Rohlederhämmer zu verwenden – das Schlagen mit einem Stahlhammer zerstört schnell den Griff des Werkzeugs.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint findest du alles, was du für die Vorbereitung und Ausführung einer perfekten Naht brauchst:
- Prickräder – große Auswahl an Werkzeugen mit verschiedenen Abständen und Zahnformen.
- Slam-Garn – starkes, gewachstes Polyester-Garn, das sich perfekt in die mit dem Prickrad gemachten Löcher legt.
- Ledernadeln – Nadeln mit stumpfer Spitze, die sanft durch die vorbereiteten Löcher gleiten, ohne den Faden zu beschädigen.
- Nähkloben – hölzerne Schraubzwingen, die das vorgelochte Leder beim Nähen festhalten.
- Sattlerahlen – nützlich zum Erweitern der mit dem Prickrad gemachten Löcher, besonders bei sehr dickem Leder.







