Leder ist eine tierische Haut, die pflanzlich oder chromgegerbt und entsprechend veredelt wurde, um für die Herstellung von handwerklichen Produkten, Lederwaren oder Schuhen verwendet zu werden. Im Sattler- und Lederhandwerk ist es die absolute Grundlage, und das Verständnis der Eigenschaften eines bestimmten Stücks entscheidet über Erfolg oder Misserfolg eines gesamten Projekts. Die Wahl des richtigen Rohmaterials beeinflusst die Nähtechnik, die Kantenbearbeitung und das endgültige Erscheinungsbild des Gegenstands.
Was zeichnet Leder aus?
Jedes Leder hat seine eigene, einzigartige Struktur, die sich aus der Tierart, der Gerbmethode und dem Teil der Haut, aus dem es geschnitten wurde, ergibt. Stellen Sie sich den Querschnitt des Leders wie einen alten, dichten Wald vor. Das Narben ist das dichte Kronendach ganz oben, das vor Regen und Beschädigungen schützt, während die unteren Schichten an lockerere, miteinander verwobene Stämme und Wurzeln erinnern, die zwar Elastizität bieten, aber weniger widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse sind. Je höher in dieser Struktur Sie arbeiten, desto haltbarer wird Ihr Werkstück.
Die entscheidende Einteilung der Leder im Sattlerhandwerk basiert auf der Gerbmethode. Pflanzlich gegerbtes Leder (Veg-Tan) ist steifer, nimmt Wasser auf, dunkelt mit der Zeit wunderschön nach und ermöglicht das Polieren der Kanten bis zur Glätte. Chromgegerbtes Leder hingegen ist weich, wasserabweisend und farbstabil, aber seine Kanten müssen mit speziellen Kantenfarben bemalt werden, da sie sich nicht bürsten lassen.
Für die einen ein Nachteil, für die anderen ein Vorteil – pflanzlich gegerbtes Leder bekommt mit der Zeit Kratzer und eine Patina, was ihm einen einzigartigen Charakter verleiht. Wenn ein Projekt jedoch über Jahre hinweg eine makellose, unveränderliche Farbe erfordert, ist chromgegerbtes oder halbchromgegerbtes Leder die bessere Wahl. Beachten Sie auch, dass gefärbte Leder, die bereits in der Gerberei eingefärbt wurden, in der Regel keine zusätzliche Lederfarbe aus Ihrer Werkstatt mehr annehmen.
Wo wird Leder verwendet?
Die Wahl des Leders hängt ganz davon ab, was Sie herstellen möchten:
- Gürtelriemen: Dickes Rindsleder, pflanzlich gegerbt (3,5–4,5 mm), das hohen Belastungen standhält und sich nicht übermäßig dehnt.
- Geldbörsen: Dünnes Narbenleder (1–1,5 mm) für die Außenschichten und noch dünneres (0,8–1 mm) für die Innentaschen.
- Messerscheiden & Holster: Steifes, pflanzlich gegerbtes Leder (2,5–3,5 mm), das sich nass um das Werkzeug formen lässt (Wet Molding).
- Tote Bags: Weiches, chrom- oder halbchromgegerbtes Rindsleder (1,5–2 mm), das sich geschmeidig legt und witterungsbeständig ist.
Wie wählt man Leder aus und worauf sollte man achten?
Achten Sie bei der Auswahl des Leders in erster Linie auf die in Millimetern angegebene Stärke und die Art der Gerbung. Wenn Sie Muster prägen, das Leder nass formen oder die Kanten mit Tokonole bearbeiten möchten, müssen Sie sich für pflanzlich gegerbtes Leder entscheiden. Achten Sie auch darauf, ob Sie Vollnarbenleder (am haltbarsten), korrigiertes Narbenleder (glatter, aber weniger natürlich) oder Spaltleder kaufen, das sich hervorragend für Verstärkungen eignet, aber nicht die Haltbarkeit der Narbenschicht besitzt.
Wichtig ist auch der Zuschnitt selbst. Der Krupon ist der härteste und wertvollste Teil der Haut, ideal für Gürtelriemen. Die Seitenstücke und der Hals sind elastischer, was sich für Taschen eignet, aber bei intensiver Nutzung nachgeben kann. Passen Sie die Eigenschaften des Leders immer an die Mechanik Ihres Projekts an.
Produkte aus unserem Sortiment
- Natürliches Leder – eine breite Palette an Materialien für jede Art von Sattlerprojekt.
- Pflanzlich gegerbtes Leder – klassische Leder, ideal zum Prägen, Färben und Kantenpolieren.
- Rindsleder – haltbare Stücke in verschiedenen Stärken, perfekt für Gürtelriemen, Taschen und Geldbörsen.
- Maya Leder – das Aushängeschild unseres Shops, das sich durch sein schönes, rohes Finish und die schnelle Patinaentwicklung auszeichnet.







