Alkoholhaltige Lederfarbe ist ein flüssiges Färbemittel auf Basis von Alkohollösungsmitteln, das tief in die Materialstruktur eindringt, anstatt eine Schicht auf der Oberfläche zu bilden. Es ist das grundlegende Präparat, das in Sattlerwerkstätten zur dauerhaften Farbveränderung von rohem, pflanzlich gegerbtem Leder verwendet wird. Durch seine spezifische Eigenschaft erhält es die natürliche Narbenstruktur.
Arten und Eigenschaften von Lederfarbe
Alkoholbasierte Lederfarben zeichnen sich durch eine sehr schnelle Trocknungszeit und aggressive Penetration der Fasern aus. Stellen Sie sich den Lederquerschnitt wie einen dichten, trockenen Schwamm vor – die Lederfarbe wirkt wie eine dünne Tinte, die sofort in die tiefsten Schichten eindringt und deren Farbe dauerhaft verändert. Sie bedeckt weder Poren noch kleine Unebenheiten, sondern unterstreicht den natürlichen Charakter des Materials.
Für die einen ein Nachteil, für die anderen ein Vorteil – der Alkoholträger verdunstet sehr schnell, was ein effizientes Auftragen der nächsten Schicht ermöglicht. Dies hat jedoch gewisse Konsequenzen. Alkohol entzieht dem Leder natürliche Öle und Feuchtigkeit, wodurch es steifer und leicht ausgetrocknet wird. Daher benötigt das Material nach dem Färben fast immer eine erneute Fettung.
Diese Art von Mitteln hat einen starken, charakteristischen Geruch und erfordert Arbeiten in einem gut belüfteten Raum. Sie sind auch schwer von Händen oder Kleidung zu entfernen, daher ist die Verwendung von Schutzhandschuhen eine absolute Notwendigkeit.
Wofür wird Lederfarbe verwendet?
Diese Art von Sattlerchemie eignet sich für bestimmte Szenarien:
- Vollfärbung von Projekten: Gürtelriemen (z.B. aus Leder mit 3–4 mm Stärke), Geldbörsen (1–1,5 mm) oder Holster (über 3 mm) aus natürlichem Juchtleder.
- Schattierungseffekte (Sunburst): Auftragen mehrerer Schichten oder Farben mit dem Airbrush, um fließende Übergänge zu erzielen.
- Antik-Finish: Abdunkeln geprägter Muster nach vorherigem Schützen der glatten Flächen.
- Kantenfärbung: Vorläufiges Färben der Kanten vor dem Auftragen von Wachsen oder Endbearbeitungsmitteln.
Wie wählen und worauf achten?
Bei der Auswahl einer alkoholhaltigen Lederfarbe müssen Sie bedenken, dass sie nur auf pflanzlich gegerbtem Leder (veg-tan) richtig funktioniert. Chromleder oder fabrikmäßig veredelte Leder haben ihre Poren bereits verschlossen und die Flüssigkeit läuft einfach von ihrer Oberfläche ab.
Um das Thema vollständig zu behandeln, sollte man auch wasserbasierte Lederfarben wie die Produkte der Marke Eco-Flo erwähnen. Sie stellen eine mildere Alternative zu alkoholhaltigen Mitteln dar, sind umweltfreundlicher und trocknen das Leder weniger aus.
Zum Auftragen empfiehlt sich die Verwendung von Wollpinseln, hochdichten Schwämmen oder einem Airbrush. Ein Pinsel erzielt selten gute Ergebnisse, da er deutliche Streifen hinterlässt. Wenn Sie einen helleren Farbton wünschen, können Sie die Grundfarbe mit dem markenspezifischen Verdünner verdünnen. Testen Sie die Lederfarbe immer an einem kleinen, unsichtbaren Stück des konkreten Leders – der endgültige Farbton hängt von der Ausgangsfarbe und der Saugfähigkeit des Leders ab.
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