Lederfarben sind dichte, stark deckende Farbstoffe auf Harz- oder Acrylbasis, die sich auf der Narbenoberfläche absetzen und eine deckende Farbschicht bilden. Im Gegensatz zu durchdringenden Lederfarben dringt die Lederfarbe nicht tief in die Faserstruktur ein, sondern baut eine neue, elastische Schicht auf der Materialoberfläche auf. Den Unterschied zwischen dem Färben mit Lederfarbe (pigmentieren) und dem Imprägnieren (färben) zu verstehen, ist der Schlüssel zu einer gelungenen Restaurierung und Oberflächenveredelung in der Sattlerei.
Wodurch zeichnen sich Lederfarben (Pigmente) aus?
Stellen Sie sich vor, Sie streichen einen Holzzaun – die Beize dringt in die Maserung ein und verdunkelt das Holz, zeigt aber seine natürliche Struktur (so funktioniert eine durchdringende Lederfarbe). Eine dicke Ölfarbe hingegen überdeckt alles mit einer glatten, gleichmäßigen Schicht und verbirgt die Maserung (das ist die Lederfarbe). Lederfarben bilden auf der Lederoberfläche einen elastischen Film, der extrem widerstandsfähig gegen Wasser, Abrieb und UV-Strahlung ist.
Für die einen ein Nachteil, für die anderen ein Vorteil – Lederfarben kaschieren vollständig natürliche Narben, feine Kratzer und Makel auf dem Leder. Aus diesem Grund werden sie in der Schuh- und Möbelindustrie häufig eingesetzt, um die Oberfläche von geringwertigeren Lederqualitäten zu vereinheitlichen. In der Sattlerei ist die gebräuchlichste Form von Lederfarbe die Kantenfarbe (Edge Paint), die eine glatte, gewölbte Schicht auf der rohen Kante von Spaltleder oder chromgegerbtem Leder erzeugen soll.
Hochwertige Lederfarben zeichnen sich durch eine hohe Elastizität aus. Leder ist ein Material, das ständig arbeitet, sich biegt und dehnt. Eine harte, spröde Farbe würde schnell reißen. Moderne Produkte basieren daher auf Polyurethan- oder Acryldispersionen, die sich mit dem Narben mitbewegen. Sie erfordern jedoch eine entsprechende Vorbereitung der Oberfläche – das Entfernen von fabrikneuen Wachsen und das Entfetten (z. B. mit Degreaser), damit die Schicht haften und eine gute Haftung gewährleisten kann.
Wo werden Lederfarben eingesetzt?
In der Sattlerwerkstatt haben Lederfarben mehrere sehr konkrete Anwendungen, bei denen klassische alkohol- oder wasserbasierte Lederfarben einfach nicht geeignet sind.
- Kantenbearbeitung: Dichte Kantenfarben sind nichts anderes als spezialisierte Lederfarben, die auf die Kanten von chromgegerbtem Leder aufgetragen werden, um sie vor dem Ausfransen zu schützen.
- Restaurierung und Reparatur: Kaschieren von tiefen Kratzern, Abriebstellen und Verfärbungen an alten Schuhen, Taschen oder Autopolstern.
- Customizing (künstlerische Bemalung): Erstellen von komplexen, mehrfarbigen Mustern auf Sneakern oder Jacken, bei denen die Farben nicht ineinander verlaufen dürfen.
- Abdecken von Spaltleder: Auftragen einer Farbschicht auf Spaltleder (Split), um eine glatte, korrigierte Narbenoptik zu imitieren.
- Farbwechsel zu helleren Tönen: Lederfarbe ist die einzige Möglichkeit, aus schwarzem Leder weißes oder gelbes Leder zu machen (durchdringende Lederfarben können das Material nur abdunkeln).
Worauf sollte man bei der Auswahl achten?
Bei der Auswahl von Lederfarben für Ihr Projekt müssen Sie auf die chemische Basis und die Viskosität achten. Für Details und Customizing eignen sich dünnflüssige Acrylfarben hervorragend, die in vielen dünnen Schichten mit dem Pinsel oder der Airbrush aufgetragen werden können. Eine zu dicke, in einem Durchgang aufgetragene Schicht wird mit Sicherheit an den Biegestellen reißen.
Für die Kantenbearbeitung suchen Sie nach speziellen Kantenfarben. Sie sind deutlich dickflüssiger und haben selbstnivellierende Eigenschaften. Wichtig ist die Wahl der Oberfläche – es gibt matte, seidenglänzende und hochglänzende Lederfarben. Denken Sie daran, dass Leder, das mit Lederfarbe beschichtet ist, seine Fähigkeit verliert, pflegende Öle und Wachse aufzunehmen. Daher sollten zur Pflege spezielle Balsame anstelle von Fetten (Dubbin) verwendet werden.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint konzentrieren wir uns auf bewährte Chemie, die die Arbeit sowohl an Kanten als auch auf der Narbenoberfläche erleichtert.
- Lederfarben von Fiebing's – Eine breite Palette von Produkten der amerikanischen Marke, von denen einige stark deckende Eigenschaften haben.
- Lederfarben – Kategorie, die verschiedene Farbmittel umfasst, einschließlich Präparate für die Kantenbearbeitung.
- Tokonole – Japanisches Mittel zum Polieren von Kanten (keine Lederfarbe, aber eine beliebte Alternative zu Kantenfarben bei pflanzlich gegerbtem Leder).
- Wachse und Öle für Leder – Pflegeprodukte, die vor dem eventuellen Auftragen von Versiegelungsschichten verwendet werden.
Verwandte Begriffe im Lexikon
- Narbenleder
- Rindsleder
- Tokonole
- Fiebing's
- Kantenpolieren







