Lederbrand (Pyrografie) ist eine Technik zur dauerhaften Verzierung von Oberflächen, bei der mit einem erhitzten Werkzeug Muster gezeichnet oder gestempelt werden. Durch die hohe Temperatur dunkeln die Lederfasern nach und schmelzen leicht, sodass ein kontrastreiches, vertieftes Muster entsteht.
Es ist eine der ältesten Methoden zur Personalisierung von Lederwaren, neben der traditionellen Kaltprägung. Erfordert jedoch geeignetes Material und eine ruhige Hand.
Was zeichnet Lederbrand aus?
Der Pyrografieprozess basiert auf dem kontrollierten Anbrennen der Narben. Stellen Sie sich das Brennen wie das Zeichnen mit einem heißen Stift auf Butter vor – die richtige Temperatur schmilzt und karamellisiert die Fasern sanft und hinterlässt eine glatte, dunkle Spur ohne Einreißen der Kanten. Die erzielte Farbe hängt vom Druck, der Kontaktzeit der Spitze mit dem Material und der eingestellten Temperatur ab. Optimale Arbeitstemperatur ergibt schöne Brauntöne, während zu hohe Hitze das Leder einfach verkohlt und seine Struktur zerstört. Beachten Sie auch die Sicherheitshinweise – beim Brennen entsteht Rauch, arbeiten Sie daher in einem gut belüfteten Raum.
Hier liegt ein häufiger Anfängerfehler – der Versuch, auf chromgegerbtem Leder zu brennen. Chromleder reagiert fatal auf hohe Temperaturen. Es schmilzt, schrumpft, setzt giftige Dämpfe frei und nimmt keine schönen Brauntöne an. Pyrografie wird ausschließlich auf rohem, pflanzlich gegerbtem Leder (Veg-Tan) durchgeführt.
Diese Technik ermöglicht äußerst komplexe Bilder, die an alte Kupferstiche erinnern. Erfordert aber Geduld, da ein einmal ausgeführter Zug nicht mehr löschbar ist. Pflanzlich gegerbtes Leder ist sehr temperaturempfindlich, daher ähnelt die Arbeit etwas einer Tätowierung – es zählt eine ruhige Hand und fließende Linien.
Wo findet Lederbrand Anwendung?
Lederbrand wird in der Sattlerei für viele dekorative und praktische Zwecke eingesetzt:
- Personalisierung: Handschriftliches Anbringen von Initialen, Daten oder Widmungen auf Geldbörsen und Gürteln.
- Künstlerische Verzierung: Erstellung komplizierter Grafiken, floraler oder tierischer Motive auf Notizbuchcovern und Taschen.
- Branding (Logo): Einbrennen des eigenen Logos mit Messingstempeln, die mit einem Lötkolben oder auf dem Herd erhitzt werden.
- Zierlinie an der Kante (Rillen): Ausführen von Linien mit einem heißen Creaser, um die Narben nahe der Kante zu verfestigen und zu verzieren.
Wie wählen Sie aus und worauf achten?
Grundlage des Erfolgs ist das richtige Leder. Wählen Sie ausschließlich rohes, pflanzlich gegerbtes Narbenleder, am besten in hellen Farbtönen, um maximalen Kontrast des Musters zu erzielen. Die Lederdicke spielt keine große Rolle, obwohl bei sehr dünnen Blättern (unter 1,0 mm) Vorsicht geboten ist, um das Material nicht durchzubrennen.
Was die Ausrüstung betrifft, können einfache Lötkolben zu heiß und ungenau sein. Besser sind dedizierte Pyrografiegeräte mit Temperaturregelung und auswechselbaren Drahtspitzen. Sie ermöglichen Schattierungen und fließende Änderungen der Linienstärke. Denken Sie daran, vor der eigentlichen Arbeit die Temperatur immer an einem Rest des gleichen Leders zu testen.
Produkte aus unserem Sortiment
CraftPoint hat zwar keine Pyrografiegeräte im Sortiment, aber bei uns finden Sie alles, was als Basis für diese Technik benötigt wird:
- Pflanzlich gegerbte Leder – rohes Trägermaterial, das auf hohe Temperaturen richtig reagiert.
- Rindsleder – dicke Rindshäute, geeignet für Bilder und personalisierte Gürtel.
- Lederwachse – Balsame zur Versiegelung der Narben nach dem Brennvorgang.
- Tokonole – japanisches Mittel zur Kantenbearbeitung, das Ihr fertig verziertes Projekt abrundet.







