Dickes Naturleder am Meter (meist mit einer Stärke von 3 bis 5 mm) ist ein Rohmaterial, das als Häute oder Nackenstücke gekauft wird und für Projekte gedacht ist, die extreme Steifigkeit und Belastbarkeit erfordern. Am häufigsten fällt in diese Kategorie pflanzlich gegerbtes Rindsleder, das seine Form hervorragend behält.
Was zeichnet dickes Naturleder am Meter aus?
Wenn wir im Sattlerhandwerk von dickem Leder sprechen, meinen wir in der Regel Material mit einer Stärke von über 3 mm. Dieses Leder stammt aus bestimmten Partien des Tieres, meist aus dem Nacken oder der Kruppe, wo die Fasern am dichtesten und kompaktesten sind. Im Gegensatz zu dünnen, weichen Kleidungsledern hat dieses Material eine völlig andere Verarbeitungsspezifik.
Stellen Sie sich dickes Rindsleder wie ein Eichenbrett in der Tischlerei vor – es ist steif, massiv und erfordert scharfe Werkzeuge für die Bearbeitung, aber richtig behandelt hält es Jahrzehnte, ohne seine Form zu verlieren. Man kann es nicht einfach auf links wenden, und der Versuch, ein kleines Portemonnaie daraus zu nähen, endet im Fiasko. Es erfordert kräftige Punziereisen, scharfe Punzierhämmer und robustes Sattlergarn (z. B. Slam Sattlergarn).
Das ist ein häufiger Anfängerfehler: Sie kaufen das dickstmögliche Leder, weil es ihnen am „robustesten“ erscheint, versuchen ein Bifold-Portemonnaie daraus zu machen und wundern sich dann, dass es nach dem Falten 3 Zentimeter dick ist und nicht in die Tasche passt. Dickes Leder hat seine ganz spezifischen Einsatzbereiche.
Eine beliebte Wahl in dieser Kategorie ist pflanzlich gegerbtes Leder (Veg-Tan). Dieses Material kann nass geformt (z. B. bei der Herstellung von Holstern), geprägt werden, und seine Kanten lassen sich mithilfe von Kantenglättern und Mitteln wie Tokonole ideal glätten. Chromgegerbte Leder mit dieser Stärke sind seltener und in der Regel etwas weicher.
Wo wird dickes Naturleder am Meter eingesetzt?
Dickes Naturleder am Meter ist unersetzlich, wenn das Projekt Lasten übertragen oder den Inhalt schützen muss:
- Gürtelriemen: Die ideale Stärke liegt bei 3,5 - 4 mm. Ein solcher Riemen rollt sich nicht in den Gürtelschlaufen zusammen und dehnt sich nicht.
- Messerscheiden und Holster: Eine Stärke von 3 - 4 mm (pflanzlich gegerbt) ermöglicht Nassformen und einen sicheren Halt der Klinge.
- Sattlerei und Pferdeausrüstung: Zaumzeug, Zügel und Sattelgurte benötigen für die Sicherheit Leder mit einer Stärke von bis zu 4 - 5 mm.
- Schwere Motorradtaschen (Satteltaschen): Das steife Leder behält die Form der Tasche, selbst wenn sie leer ist.
Wie wählt man aus und worauf ist zu achten?
Achten Sie beim Kauf von dickem Leder am Meter (oder in Quadratdezimetern) besonders auf die Gerbmethode. Wenn Sie die Kanten durch Polieren glätten, das Leder mit Lederfarbe wie Fiebing's Pro Dye färben oder Muster prägen möchten, müssen Sie sich für pflanzlich gegerbtes Leder (roh, fabrikfarbig) entscheiden. Fabrikfarbige Leder mit Deckschichten nehmen weder Lederfarbe noch Wachs an.
Wichtig ist auch das passende Kantenwerkzeug für Leder. Bei einer Lederstärke von 3-4 mm benötigen Sie einen größeren Kantenhobel, in der Regel in Größe #2 oder #3, um die dicken Ränder vor dem Auftragen von Tokonole sauber abzurunden. Achten Sie auch auf den Narben (Vollnarbenleder) – hochwertige dicke Leder haben eine vollständige, natürliche Narbenstruktur auf der Oberfläche.
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