Lederfaserleder (auch Sekundärleder oder Verbundleder genannt) ist ein Material, das aus gemahlenen Gerbereiabfällen und Resten hergestellt wird, die anschließend unter Druck mit synthetischen Bindemitteln wie Polyurethan oder Latex verbunden werden. Technisch gesehen enthält es Partikel von echtem Leder, doch seine Struktur und sein Verhalten bei der Verarbeitung ähneln eher synthetischen Materialien. Die Kenntnis dieses Rohstoffs ist für angehende Sattler und Lederhandwerker entscheidend, um ihn von hochwertigen Häuten unterscheiden zu können.
Wodurch zeichnet sich Lederfaserleder aus?
Der Herstellungsprozess dieses Materials besteht darin, Reste aus der Gerberei zu sammeln, sie zu einem feinen Faserbrei zu mahlen und anschließend mit Klebstoffen und Harzen zu vermischen. Diese Masse wird auf flache Bögen gegossen, unter enormem Druck gepresst und getrocknet. Abschließend wird die Oberfläche meist mit einer Polyurethan-Schicht überzogen und so geprägt, dass sie natürliche Narben imitiert, zum Beispiel die Textur von Rindsleder oder exotischen Lederarten.
Stellen Sie sich Lederfaserleder wie eine MDF-Platte in der Tischlerei vor. Ein Massivholzbrett hat seine einzigartige Maserung, Fasern und natürliche Festigkeit, während eine Spanplatte einfach aus mit Leim gepressten Sägespänen besteht, die äußerlich echtes Holz vortäuschen kann. Genauso verhält es sich mit Sekundärleder – ihm fehlt das natürliche Kollagenfasergeflecht, was seine Reiß- und Biegefestigkeit drastisch verringert.
Für die einen ein Nachteil, für andere ein Vorteil – Lederfaserleder hat eine absolut gleichmäßige Dicke über die gesamte Bogenfläche und ist völlig frei von natürlichen Makeln wie Narben oder Insektenstichen. Es riecht jedoch nicht wie traditionelles pflanzlich gegerbtes Leder, patiniert nicht im Laufe der Zeit und neigt an Stellen starker Biegung zum Reißen und Abblättern.
Wofür eignet sich Lederfaserleder?
Trotz seiner Einschränkungen findet dieses Material in der Massenfertigung Anwendung, wo niedriger Preis und Gleichmäßigkeit entscheidend sind.
- Billige Kurzwaren: Gürtelriemen aus Discountern, Geldbörsen und Taschen der unteren Preisklasse, bei denen das Material oft unter einer Schicht Lederfarbe versteckt ist.
- Buchbinderei: Einbände für Kalender, Notizbücher und Restaurantmenüs, bei denen das Material keiner hohen mechanischen Belastung ausgesetzt ist und ein elegantes Aussehen zählt.
- Füllungen und Verstärkungen: In manchen Lederprojekten wird es als innere Verstärkungsschicht für Taschengriffe oder Gürtelriemen verwendet, obwohl Handwerker dafür meist natürliches Spaltleder bevorzugen.
- Möbelindustrie: Günstigere Bezüge für Stühle und Rückseiten von Sofas, bei denen das Material teureres Narbenleder imitiert.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Die Erkennung von Lederfaserleder kann für Anfänger eine Herausforderung sein, da es von außen oft makellos aussieht. Am einfachsten erkennt man es an der Kante – ist sie nicht bemalt, sieht man eine gleichmäßige, schwammige Struktur ohne sichtbare Fasern. Versucht man, die Kante mit einem Polierwerkzeug und einem wasserbasierten Mittel zu bearbeiten, merkt man schnell, dass das Material bröselt und keinen glänzenden Schimmer ergibt, wie er für natürliche pflanzlich gegerbte Leder typisch ist.
Es lohnt sich auch, die Rückseite zu betrachten. Bei Verbundleder ist die linke Seite meist völlig glatt, manchmal mit einem dünnen Gewebe verstärkt, das die spröde Struktur stabilisieren soll. Wenn Sie langlebige Lederwaren herstellen möchten, die jahrelang halten sollen, meiden Sie dieses Material. Es ist deutlich besser, in natürliches Rindsleder zu investieren, auch wenn man dabei natürliche Fehler auf der Haut umgehen muss.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint setzen wir auf traditionelles Handwerk und Langlebigkeit – daher führen wir kein Lederfaserleder im Sortiment. Für Projekte, die zuverlässiges Material erfordern, empfehlen wir unsere natürlichen Leder:
- Pflanzlich gegerbtes Leder – ideal für Projekte, die Prägung, Färbung und eine perfekte Kantenbearbeitung erfordern.
- Maya-Leder – unser Flaggschiff-Leder mit einzigartiger Oberfläche, das wunderschön patiniert und jahrelange Haltbarkeit garantiert.
- Rindsleder – eine breite Auswahl an Häuten in verschiedenen Stärken und Oberflächen, hervorragend geeignet für Gürtelriemen, Taschen und Geldbörsen.
- Lederfarbe – wenn Sie die Farbe von natürlichem Leder ändern möchten, anstatt fertige Verbundmaterialien zu kaufen.







