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Was ist eine Hand-Ösenpresse?
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Was ist eine Hand-Ösenpresse?

Hand-Ösenpresse ist ein mechanisches Lederwerkzeug zur dauerhaften und präzisen Verpressung von Metallösen in Löchern, die zuvor in Leder oder Stoff gestanzt wurden. Sie schützt die Lochkanten vor Ausreißen und Durchscheuern bei intensiver Nutzung des Werkstücks. In der Lederverarbeitung ist ein rohes Loch, durch das ein Riemen, eine Schnur oder der Dorn einer Schnalle geführt wird, enormen Belastungen ausgesetzt. Selbst dickes, festes Leder gibt mit der Zeit der Reibung nach – aus dem runden Loch wird ein unschönes Oval, und im schlimmsten Fall beginnen Narben und Fleischseite zu reißen. Die Ösenpresse löst dieses Problem, indem sie an der kritischen Stelle einen Metallkragen einsetzt, der die gesamte mechanische Belastung aufnimmt.

Merkmale

Das Funktionsprinzip der Ösenpresse beruht auf der Nutzung eines Hebels, um die Metallhülse (den Ösenhals) um die Lederkante oder auf einer speziellen Unterlegscheibe umzubördeln. Das Werkzeug gibt es in zwei grundlegenden Ausführungen, die sich in Größe und Presskraft unterscheiden. Die erste Form ist die Leder-Ösenzange, die äußerlich an massive Kombizangen erinnert. Sie erfordert den Einsatz der Handkraft und eignet sich für kleinere Projekte. Die zweite Form ist eine Tischpresse mit langem Hebelarm. Die Ösenpresse arbeitet wie eine Miniaturpresse, die eine hohe Kraft auf einen winzigen Punkt konzentriert und das Metall sauber umlegt, ohne es zu brechen.

Das Schlüsselelement jeder Ösenpresse sind die Matrizen, in der Ledersprache auch Bördelwerkzeuge genannt. Das Werkzeug selbst ist lediglich der Kraftträger – erst das Bördelwerkzeug verleiht der Öse ihre endgültige Form. Die Matrize besteht in der Regel aus zwei Teilen: dem unteren Sockel, auf dem der Ösenkragen aufliegt, und dem oberen Konus mit einer profilierten Rille. Wenn du den Hebel betätigst, taucht der obere Teil der Matrize in die Ösenhülse ein, spreizt sie seitlich auf und bördelt sie nach innen um, sodass auf der linken Seite des Leders (der Fleischseite) ein glatter, geschlossener Ring entsteht.

Wichtig zu wissen: Die Ösenpresse dient nicht dazu, Löcher ins Leder zu stanzen. Das ist ein sehr häufiger Fehler von Anfängern, die versuchen, das Material mit der bloßen Metallöse zu durchdringen. Bevor du die Ösenpresse verwendest, musst du das Loch mit einem runden Locheisen oder einer Revolver-Lochzange vorbereiten. Der Lochdurchmesser muss exakt dem Innendurchmesser der Öse entsprechen. Der Versuch, eine 5-mm-Öse in ein 4-mm-Loch zu drücken, führt zu einer Wellung des Leders, während ein 6-mm-Loch dazu führt, dass die Öse nach dem Bördeln einfach herausfällt.

Der Pressvorgang erfordert auch die Berücksichtigung der Lederart. pflanzlich gegerbtes Leder mit einer Stärke von 2,5 mm ist so dicht und fest, dass es oft ohne zusätzliche Unterlegscheiben auskommt – das umgelegte Metall verbeißt sich fest in der harten Fleischseite. Ganz anders verhalten sich weiche, chromgegerbte Leder oder dünne Futterleder (z. B. 1 mm). In diesen Fällen ist der Einsatz von Metall-Unterlegscheiben unerlässlich. Ohne sie würde die umgebördelte Hülse bei einem stärkeren Ruck die weichen Lederfasern einfach durchtrennen.

Anwendungen

Die Hand-Ösenpresse ist ein Werkzeug mit einem sehr breiten Anwendungsspektrum. Je nach verwendeter Matrize und Ösengröße lassen sich ganz unterschiedliche Lederprojekte realisieren.

  • Bucket Bags (Beuteltaschen): Dies ist der klassische Einsatz großer Ösen. Durch die Löcher im oberen Teil des Taschenkorpus wird ein Riemen oder eine runde Lederschnur zum Zusammenziehen gefädelt. Hier kommen Ösen mit großem Innendurchmesser zum Einsatz, meist 8 mm, 10 mm oder sogar 12 mm. Das Korpusleder (häufig weiches Chromleder mit 1,5–2 mm Stärke) benötigt Ösen mit Unterlegscheiben, um ein Ausreißen der Beschläge beim ständigen Öffnen und Schließen der Tasche zu verhindern.
  • Gürtel und Trageriemen: Bei Gürteln aus weicheren Materialien oder bei Stoffgürteln mit Lederenden nutzen sich die Löcher für den Schnallendorn schnell ab. Die Ösenpresse ermöglicht das Einsetzen kleiner Ösen mit 4 mm oder 5 mm Durchmesser. Das schützt das Loch und verleiht dem Gürtel einen technischen, robusten Look. Bei dickem, 3,5 mm starkem Rindsleder sind Ösen für die Haltbarkeit nicht zwingend erforderlich, werden aber oft aus dekorativen Gründen angebracht.
  • Korsetts und breite Nierengürtel: Projekte mit Schnürungen sind ein echter Test für die Ösenpresse. In einem einzigen Korsett können 20 bis 50 Löcher vorkommen. Die Ösenpresse als Tischpresse ist hier eine enorme Erleichterung. Üblich sind 5 mm Ösen, und das Leder (z. B. pflanzlich gegerbtes Leder mit 1,8 mm Stärke) muss präzise in gleichmäßigen Abständen (meist alle 2–3 cm) gelocht werden.
  • Anhänger, Schlüsselanhänger und Tags: In der Kleinlederwaren dient die Öse als Verstärkung des Befestigungspunkts. Ein kleines Stück pflanzlich gegerbtes Leder (1,5 mm) mit einem gestanzten Loch, in das eine 3 mm oder 4 mm Öse gesetzt wird, ermöglicht das sichere Einhängen eines Split Rings oder einer dünnen Kette, ohne dass das Metall das Leder durchscheuert.
  • Verstärkung von Montagepunkten: Wenn du an einem flachen Stück Leder mit einer Niete einen Karabinerhaken befestigen möchtest und das Leder relativ dünn ist, verteilt das Einsetzen einer Öse am Montagepunkt die Spannung auf eine größere Fläche.
  • Rein dekorative Anwendungen: In Projekten im Biker-, Gothic- oder Steampunk-Stil werden Ösen in Reihen gesetzt oder zu geometrischen Mustern auf der Narbenseite angeordnet. Sie dienen hier ausschließlich der Ästhetik, nicht der Funktionalität.

Wie wähle ich die richtige aus?

Die Wahl der richtigen Ösenpresse hängt direkt davon ab, wie oft du sie nutzen möchtest, mit welchen Lederstärken du arbeitest und welche Ösengrößen du verbauen willst.

Für den einsteigenden Lederhandwerker, der einzelne Projekte zu Hause umsetzt, mag die Leder-Ösenzange mit fest eingebauten (oder wechselbaren) Matrizen aufgrund des niedrigen Preises und der kompakten Größe verlockend sein. Sie hat jedoch ihre Grenzen. Sie funktioniert gut bei dünnen Ledern (bis 1,5 mm) und kleinen Ösen (maximal 5 mm). Bei dickem Rindsleder oder dem Versuch, eine Stahlöse zu pressen, reicht die Handkraft oft nicht aus. Ein häufiger Fehler ist das ungleichmäßige Zusammendrücken der Zange, was zu einem schiefen Umbördeln der Hülse und zur Zerstörung der Öse führt.

Für den fortgeschrittenen Handwerker oder jemanden, der regelmäßig produzieren möchte, ist die Tischpresse die einzig richtige Wahl. Dieses Werkzeug hat einen langen Hebel, der nur minimalen Krafteinsatz erfordert, um selbst dicke 10 mm Messingösen in 3 mm starkem Leder zu pressen. Die Tischpresse führt die Matrize absolut senkrecht, was ein perfektes und gleichmäßiges Bördeln auf allen Seiten garantiert. Sie erfordert jedoch den separaten Kauf von Bördelwerkzeugen für jede Ösengröße.

Beim Kauf von Matrizen (Bördelwerkzeugen) für deine Ösenpresse musst du auf die präzise Größenabstimmung achten. Das System ist unerbittlich: Wenn du Ösen mit einem Innendurchmesser von 5 mm hast, benötigst du eine Matrize, die als 5 mm gekennzeichnet ist. Die Verwendung einer 6 mm Matrize für 5 mm Ösen würde die Beschläge einfach plattdrücken und vollständig zerstören. Achte auch auf das Gewinde deiner Presse – die meisten gängigen Tischpressen haben ein oberes Gewinde M8 und eine untere Aufnahme mit 19 mm Durchmesser, aber es ist immer ratsam, dies vor dem Kauf von Zubehör zu überprüfen.

Ebenso wichtig ist die Anpassung der Ösen selbst an die Lederstärke. Jede Öse hat eine bestimmte Halslänge (Hülsenlänge). Die Regel ist einfach: Nach dem Einsetzen der Öse in das gestanzte Loch muss die Hülse etwa 1,5 bis 2 mm über die Fleischseite hinausragen. Arbeitest du mit pflanzlich gegerbtem Leder von 3 mm Stärke, benötigst du eine Öse mit einer Halslänge von mindestens 4,5–5 mm. Eine zu kurze Hülse hat nicht genug Material, um einen umgelegten Kragen zu bilden, während eine zu lange Hülse sich schief umlegt oder unter dem Druck der Presse reißt.

Produkte aus unserem Sortiment

In unserem Shop findest du eine umfassende Ausstattung für das Setzen von Beschlägen, mit der du die passende Lösung für jedes Erfahrungsniveau zusammenstellen kannst. Auch wenn wir in diesem Artikel keine direkten Produktlinks einfügen, empfehlen wir dir, dich mit folgenden Kategorien in unserem Menü vertraut zu machen:

  • Tisch-Ösenpressen — Solide, gusseiserne Geräte mit Hebel, die die Basis für die Arbeit mit allen Arten von Bördelwerkzeugen bilden. Sie bieten die Wiederholgenauigkeit und Kraft, die bei dickeren Ledern erforderlich sind.
  • Bördelwerkzeuge (Matrizen) für Ösen — Austauschbare Aufsätze für Tischpressen, erhältlich in vielen Größen (von 3 mm bis über 10 mm). Denke daran, die Matrizengröße exakt auf den Innendurchmesser der geplanten Ösen abzustimmen.
  • Lederösen — Eine breite Auswahl an Beschlägen in verschiedenen Ausführungen (Messing, Altmessing, Nickel). Wir bieten Varianten mit Unterlegscheiben (ideal für weiche Chromleder) und ohne Unterlegscheiben an.
  • Runde Locheisen — Unverzichtbare Werkzeuge zur Vorbereitung eines perfekt runden Lochs im Leder vor der Verwendung der Ösenpresse. Erhältlich in Größen, die den Ösendurchmessern entsprechen.

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