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Was ist Lederfarbe?
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Was ist Lederfarbe?

Lederfarbe ist ein flüssiges Färbemittel auf Wasser-, Alkohol- oder Ölbasis, das in die Materialstruktur eindringt und die Farbe dauerhaft verändert. Im Gegensatz zu dicken Acrylfarben bildet Lederfarbe keine künstliche Schicht auf der Oberfläche, sondern bewahrt die natürliche Narbenzeichnung und die Poren des Leders. Sie wird vor allem auf rohem, pflanzlich gegerbtem Leder angewendet, das Flüssigkeiten leicht aufnimmt.

Was zeichnet Lederfarbe aus?

Die Wirkung von Lederfarbe beruht auf dem tiefen Eindringen in die Kollagenfasern. Stellen Sie sich den Narben als dichten, trockenen Schwamm vor – Lederfarbe wirkt wie darauf gegossenes farbiges Wasser, das die Poren von innen durchdringt und sich dauerhaft mit dem Material verbindet, anstatt es nur oberflächlich zu bemalen. Dadurch reißt und blättert die gefärbte Oberfläche beim Biegen des fertigen Produkts nicht ab.

Wir unterscheiden drei Haupttypen von Lederfarben nach ihrem Pigmentträger. Produkte auf Wasserbasis sind umweltfreundlich, trocknen langsamer und geben mehr Zeit für eine gleichmäßige Verteilung. Alkoholbasierte Lederfarben dringen sehr schnell und tief ein, können das Leder aber leicht austrocknen. Ölbasierte Präparate (wie die bekannten professionellen Linien) verbinden eine sehr gute Deckkraft mit einer gleichzeitigen milden Fettung der Fasern, was die spätere Verarbeitung erleichtert.

Für die einen ein Nachteil, für die anderen ein Vorteil – Lederfarbe betont alle natürlichen Narben, Trachten und Falten des Leders. Das gefärbte Material erhält einen einzigartigen, rohen Charakter, erfordert jedoch die Verwendung von Narben hoher Qualität, wenn ein gleichmäßiges Erscheinungsbild gewünscht wird. Bereits in der Gerberei gefärbtes, lackiertes oder chromgegerbtes Leder nimmt Lederfarbe in der Regel nicht an, da seine Poren bereits verschlossen sind.

Wo wird Lederfarbe eingesetzt?

Das Färben mit Lederfarbe ist eine grundlegende Technik in der Sattlerei und ermöglicht eine umfassende Personalisierung von Projekten.

  • Komplette Einfärbung von Projekten: Farbgebung von rohen Geldbörsen, Gürtelriemen und Taschen aus Juchtenleder mit einer Stärke von 1,5 mm bis 4 mm.
  • Erstellung von Verläufen: Schattieren von Kanten in einer dunkleren Farbe mittels Airbrush oder Schwamm, beliebt bei Holstern und Messerscheiden.
  • Antik-Finish: Hervorheben von Prägungen – dunklere Lederfarbe sammelt sich in Vertiefungen und betont die Dreidimensionalität der Schnitzerei.
  • Kantenfärbung: Auftragen auf rohe Kanten vor deren Endbearbeitung, um sie an die Narbenfarbe anzupassen.

Wie wählt man Lederfarbe aus und worauf ist zu achten?

Achten Sie bei der Wahl des Färbemittels auf seine chemische Basis. Arbeiten Sie in einem kleinen, geschlossenen Raum, sind Präparate auf Wasserbasis sicherer und geruchsärmer. Wenn Sie einen intensiven, tiefen Farbton wünschen, der mit der Zeit nicht verblasst, sind professionelle öl- oder alkoholbasierte Lederfarben die richtige Wahl.

Wichtig ist die Wahl des richtigen Applikators. Große, flache Flächen sollten Sie mit einem hochdichten Schwamm in kreisenden Bewegungen einfärben. Kleinere Details und Kanten erfordern Wollpinsel oder präzise Pinsel. Denken Sie daran, dass Leder nach dem Auftragen von alkoholbasierter Lederfarbe steifer werden kann – es benötigt dann eine Fettung mit geeigneten Ölen oder Wachsen.

Nach dem Auftragen und Trocknen der Lederfarbe ist es notwendig, das gefärbte Leder mit einem Finish (z. B. Fiebing's Resolene) zu versiegeln. Dadurch werden die Poren des Materials geschlossen, was die Farbmigration und das Verschmutzen der Kleidung während des Gebrauchs des fertigen Produkts verhindert.

Produkte aus unserem Sortiment

  • Lederfarben – breite Auswahl an Färbemitteln für verschiedene Oberflächenbearbeitungen.
  • Fiebing's – legendäre Chemie, darunter die von Profis geschätzten Präparate auf Öl- und Alkoholbasis.
  • Pflanzlich gegerbte Leder – rohe, ungefärbte Leder, die Lederfarbe und Pigmente sehr gut aufnehmen.
  • Lederwachs – unverzichtbare Präparate zum Schutz und zur Fettung des Narbens nach dem intensiven Färbeprozess.

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