Kunstlederfarbe ist ein spezielles chemisches Präparat, meist auf Basis von flexiblem Acryl oder Polyurethan, das zur Oberflächenbeschichtung und Renovierung von synthetischen Materialien dient. Im Gegensatz zu penetrierenden Farbstoffen dringt diese Art von Farbe nicht in die Materialstruktur ein, sondern bildet eine neue, flexible Beschichtung auf der Oberfläche.
Arten und Eigenschaften von Kunstlederfarbe
Kunstleder, Skai oder Dermasan sind vollständig synthetische Materialien, die eine geschlossene, nicht poröse Struktur haben und keine Feuchtigkeit aufnehmen. Traditionelle alkohol- oder ölbasierte Farbstoffe, die in der klassischen Sattlerei üblich sind, sind hier nutzlos. Stell dir vor, du bemalst eine Glasscheibe – Wasser würde einfach ablaufen, aber dicke Ölfarbe würde haften und eine neue, undurchsichtige Schicht bilden. Genau nach dem gleichen Prinzip funktioniert Kunstlederfarbe. Anstatt in den synthetischen Untergrund einzudringen, verbindet sie sich fest mit der Oberfläche und bildet einen dünnen, flexiblen Film.
Es klingt einfach und ist es auch – vorausgesetzt, du bereitest die Oberfläche richtig vor. Selbst eine hochwertige und sehr flexible Farbe beginnt zu blättern und zu reißen, wenn du sie auf Material aufträgst, das mit Silikonresten, altem Fett oder werkseitigen Glanzmitteln bedeckt ist. Daher ist ein aggressives Entfetten mit einem speziellen Reiniger oder einem starken Lösungsmittel ein entscheidender Schritt bei der Arbeit mit Kunstleder.
Es ist wichtig zu beachten, dass jede weitere Schicht Acrylfarbe die ursprüngliche Textur des Untergrunds leicht überdeckt. Das Auftragen einer zu großen Menge, insbesondere mit einem Pinsel, kann einen flachen, unnatürlich „plastikartigen“ visuellen Effekt erzeugen, der verrät, dass die Oberfläche renoviert wurde.
Wofür werden Kunstlederfarben verwendet?
Oberflächenfarben für synthetische Materialien eignen sich für Reparatur- und Kunstprojekte:
- Renovierung von Polstermöbeln: Auffrischung stark abgenutzter Armlehnen und Sitzflächen von Sesseln aus Skai.
- Individualisierung von Kleidung: Auftragen eigener Muster und Grafiken auf Jacken aus synthetischen Lederalternativen.
- Renovierung von Autoinnenräumen: Kaschieren kleinerer Abschürfungen und Verfärbungen an Türverkleidungen oder Armaturenbrettteilen.
- Reparatur von Lederwaren: Wiederherstellung einer einheitlichen Farbe an beschädigten Taschen, Gürteln und Geldbörsen aus Kunstleder.
- Herstellung von Requisiten (Cosplay): Flexible Acrylfarben haften gut auf Skai und EVA-Schaum und reißen bei Bewegung nicht.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Bei der Auswahl eines Präparats für synthetische Materialien solltest du nach Produkten suchen, die deutlich als Acryl- oder Polyurethanfarben mit erhöhter Flexibilität gekennzeichnet sind. Achte auf die Dichte (Viskosität) des Präparats. Zu dicke Farbe bildet auf dem Material eine harte Schale von 1–1,5 mm Dicke, die beim Biegen schnell reißt. Zu dünne Farbe hingegen erfordert möglicherweise bis zu fünf Schichten für eine vollständige Deckkraft, was die Arbeitszeit drastisch verlängert.
Wichtig ist die Wahl der richtigen Oberflächenbeschaffenheit. Die meisten Acrylfarben für Kunstleder trocknen matt auf. Wenn das zu renovierende Teil werkseitig einen leichten Glanz hat, ist der Kauf eines speziellen Decklacks (Finisher) erforderlich. Dieser Lack verleiht nicht nur den passenden Glanzgrad, sondern schützt die aufgetragene Beschichtung zusätzlich vor Abrieb und Kratzern.
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CraftPoint ist auf traditionelles Handwerk und die Arbeit mit echtem Leder spezialisiert, daher führen wir keine Farben, die ausschließlich für Skai oder Kunstleder bestimmt sind. Wenn du jedoch auf edlere Materialien umsteigen möchtest, empfehlen wir unsere Lösungen für Naturleder:
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