Bearbeitung von Naturleder ist ein umfassender handwerklicher Prozess, der das Zuschneiden, Spalten, Formen, Nähen und Veredeln des gegerbten Rohmaterials umfasst, um ein fertiges Produkt herzustellen. Er erfordert die Kombination von speziellem Wissen über das Materialverhalten mit der Fertigkeit im Umgang mit scharfen Werkzeugen.
Was zeichnet die Bearbeitung von Naturleder aus?
Die Arbeit mit Naturleder unterscheidet sich von der Verarbeitung von Stoffen. Stell dir die Lederschnittkunst vor wie das Schnitzen in einem sehr dichten, elastischen Holz – jeder Messerzug hinterlässt eine dauerhafte Spur, das Material hat seine einzigartige „Maserung" (Spannungsrichtungen des Narbens), und einmal gemachte Löcher lassen sich weder zunähen noch verstecken.
Dieser Prozess besteht aus mehreren grundlegenden Schritten. Er beginnt mit dem Anreißen (Übertragen von Schablonen) und dem präzisen Zuschnitt. Anschließend müssen die Kanten, die genäht oder umgeschlagen werden, entsprechend ausgedünnt werden (Skiving). Und hier liegt ein häufiger Anfängerfehler – der Versuch, die Arbeit durch das Auslassen des Kantenausdünnens zu beschleunigen, was in einer klobigen, unnatürlich dicken Naht und einer steifen Biegung endet.
Ein Schlüsselelement der Verarbeitung ist die Gerbungsmethode des verwendeten Rohmaterials. Pflanzlich gegerbtes Leder lässt sich nass formen (Wet Molding), kalt prägen und die Kanten mit Wachsen oder Präparaten wie Tokonole polieren. Nappaleder hingegen ist weich, wasserabweisend, aber die Kantenbearbeitung erfordert spezielle Kantenfarben, da es sich nicht traditionell polieren lässt.
Wo findet die Bearbeitung von Naturleder Anwendung?
Die Lederverarbeitung unterteilt sich in konkrete Techniken, aus denen der Handwerker die passenden für sein Projekt auswählt.
- Zuschnitt und Formatierung: Verwendung von Ledermessern, Rundmessern oder Rotationsmessern zum Ausschneiden von Formen aus ganzen Häuten.
- Kantenausdünnung (Skiving): Ausdünnen der Ränder mit einem French Skiver vor dem Umbuggen des Leders an Geldbörsen.
- Fasen und Polieren (Burnishing): Abrunden der scharfen Kante mit einem Kantenhobel und Verschließen der Fasern mittels eines Kantenglätter, sodass die Kante glatt und glasig wird.
- Handnaht: Ausstanzen der Stichlöcher mit einem Prickrad und Verbinden der Schichten mit starkem Sattlergarn (Sattlernaht).
- Färben und Pflege: Auftragen von tief eindringenden Lederfarben, Antik-Finish sowie das Versiegeln des Narbens mit Wachsen und Lederöl.
Wie wählt man aus und worauf ist zu achten?
Plane bei der Verarbeitung immer die Lederdicke entsprechend dem Projekt. Für dünne Geldbörsen suchst du Leder mit einer Stärke von 1-1,5 mm, für robuste Gürtelriemen oder Messerscheiden benötigst du Rohmaterial von 3-4 mm.
Wichtig ist die Wahl der Chemie und der Oberflächenbehandlung. Arbeitest du mit pflanzlich gegerbtem Leder, hast du volle Freiheit – du kannst es mit alkoholbasierten Lederfarben färben und die Kanten polieren. Wählst du farbiges (gerberei-gefärbtes) Nappaleder oder chromgegerbtes Leder, bedenke, dass es keine zusätzlichen Oberflächenfarben annimmt und seine Struktur eine andere Herangehensweise an die Kantenveredelung erfordert.
Produkte aus unserem Sortiment
Bei CraftPoint findest du alles, was du für die professionelle Verarbeitung jeder Lederart benötigst:
- Naturleder – darunter unser Flaggschiff-Leder Maya, ideal für die handwerkliche Verarbeitung.
- Lederwerkzeug – von Rundmessern bis zu präzisen Kantenhobeln für die Kantenbearbeitung.
- Tokonole – japanisches Präparat, unverzichtbar beim Polieren der Kanten von pflanzlich gegerbtem Leder.
- Sattlergarn – gewachste geflochtene Fäden, abriebfest.







