Stück Naturleder ist ein aus der ganzen Haut geschnittenes Materialstück, das für die weitere Verarbeitung in der Sattlerei, Lederverarbeitung oder Schuhmacherei vorbereitet ist. Der Kauf einer ganzen Haut ist nicht immer sinnvoll, besonders bei kleineren Projekten, daher hilft ein passend ausgewähltes Format, die Kosten zu optimieren und Abfall im Workshop zu minimieren.
Was zeichnet ein Stück Naturleder aus?
Die vom Tier abgezogene Haut hat eine unregelmäßige Form und eine drastisch unterschiedliche Dichte je nach Körperpartie. Aus diesem Grund wird selten mit ganzen Häuten gearbeitet, ohne sie vorher zu teilen. Stücke werden so geschnitten, dass qualitativ und strukturell zusammenhängende Abschnitte entstehen, die sich beim Schneiden, Nähen und Formen vorhersehbar verhalten.
Stellen Sie sich ein Stück Naturleder wie eine topografische Karte vor. Der Nacken ist ein gebirgiges, hartes Gelände mit deutlichen Furchen und Falten, die Seiten sind sanfte, sehr elastische Täler, während der Kruppon wie ein ausgedehntes Plateau ist – die dichteste, glatteste und stabilste Region, aus der die anspruchsvollsten Produkte entstehen. Jede dieser „Landschaften“ hat ihre eigenen physischen Eigenschaften.
Und hier liegt ein häufiger Fehler von Anfängern. Sie kaufen ein zufälliges Stück, nur wegen der hübschen Farbe oder dem attraktiven Preis, und wundern sich dann, dass der genähte Gürtelriemen unter dem Gewicht der Gürtelschnalle nachgibt, oder das Portemonnaie zu steif ist und sich nicht schließen lässt. Die Anatomie des Stücks zu verstehen, ist die halbe Miete in der Sattlerei.
Die Eigenschaften eines bestimmten Stücks hängen nicht nur von seiner Position am Tier ab, sondern auch von der Gerbmethode. Stücke aus pflanzlich gegerbtem Leder sind steifer, lassen sich nass formen und ermöglichen eine schöne Kantenbearbeitung (Burnishing). Hingegen bieten Stücke aus chromgegerbtem Leder mehr Weichheit und Wasserbeständigkeit, ihre Kanten müssen jedoch mit speziellen Lederfarben behandelt werden.
Wo wird ein Stück Naturleder eingesetzt?
Die Wahl des konkreten Abschnitts bestimmt, was daraus genäht werden kann. Verschiedene Stücke haben unterschiedliche Verwendungszwecke:
- Gürtelriemen und Riemen: Erfordern den Kruppon. Es ist der dichteste Teil der Haut (meist 3–4 mm dick), der sich entlang der Achse nicht dehnt, sodass der Gürtelriemen beim Tragen seine Form behält.
- Portemonnaies und kleine Lederwaren: Hier eignen sich hervorragend die Seiten oder dünnere Nackenstücke (1–1,5 mm dick). Sie bieten die nötige Flexibilität zum Biegen des Portemonnaies.
- Messerscheiden und Holster: Sie benötigen steifes pflanzlich gegerbtes Leder (Nacken oder Kruppon, 2,5–3,5 mm), das nass um das Werkzeug geformt werden kann.
- Prägen und Carven: Zum Ausstanzen von Mustern werden ausschließlich Stücke aus pflanzlich gegerbtem Leder (volles Narbenleder) verwendet, meist vom Nacken, der Schläge gut annimmt und die Form behält.
Wie wählt man aus und worauf sollte man achten?
Beim Auswählen eines Stücks Naturleder bestimmen Sie zuerst die erforderliche Dicke in Millimetern. Für das Innere eines Portemonnaies benötigen Sie Material von 0,8–1,2 mm, für das Außencover 1,5–2 mm und für einen stabilen Hüftgurt mindestens 3 mm. Denken Sie daran: Wenn das Stück stellenweise zu dick ist, können Sie die Kanten mit Werkzeugen wie einem French Skiver oder einem Kantenhobel verdünnen.
Achten Sie auf die Dehnrichtung des Leders. Jedes Stück hat eine Achse, entlang der es sich weniger dehnt, und eine, entlang der es leichter nachgibt. Belastete Elemente (z. B. Gürtelriemen für Taschen) schneiden Sie immer entlang der Achse mit der geringsten Dehnbarkeit. Wenn Sie an einem Premiumprodukt arbeiten, stellen Sie sicher, dass Sie volles Narbenleder ohne tiefe Narben oder Insektenstiche wählen, es sei denn, Sie legen Wert auf einen rustikalen Charakter.
Produkte aus unserem Sortiment
- Naturleder — eine breite Palette an Stücken in verschiedenen Dicken und Ausführungen, bereit für die Werkstatt.
- Maya-Leder — unser Vorzeigeleder, erhältlich in praktischen Stücken, ideal für einzigartige Lederwaren mit matter Optik.
- Rindsleder — robuste Stücke für Gürtelriemen, Taschen und schwerere Lederwaren.
- Pflanzlich gegerbtes Leder — Stücke, die speziell für Prägen, Färben und Nassformen entwickelt wurden.







