Sattlerleder ist ein außergewöhnlich dickes, dichtes und widerstandsfähiges Rindsleder, das für extreme mechanische Belastungen konzipiert ist. Traditionell von Sattlern für Pferdegeschirr und Sättel verwendet, ist es heute ein beliebtes Material in der Lederverarbeitung für robuste Gürtel und schwere Taschen.
Was zeichnet Sattlerleder aus?
Dieses Material zeichnet sich vor allem durch seine große Dicke aus, die meist zwischen 3,0 mm und 5,0 mm liegt. Sattlerleder wird in der Regel pflanzlich gegerbt (was freies Färben und Prägen von Mustern ermöglicht) oder einer Kombinationsgerbung unterzogen, die ihm die nötige Steifigkeit und Formstabilität verleiht. Ein wichtiger Produktionsschritt ist die Heißtränkung mit Talg-Wachs-Mischungen, die das Leder witterungs- und schweißbeständig macht.
Stellen Sie sich den Querschnitt von Sattlerleder wie ein dichtes, Eichenholzbrett vor – seine Fasern sind so eng miteinander verwoben, dass sie beim Schneiden einen starken Widerstand bieten. Die volle Narben (Vollnarbenleder) bleibt in solchen Stücken unversehrt, was maximale Reiß- und Zugfestigkeit gewährleistet. Dieses Leder altert wunderschön, entwickelt tiefe Patina und wird an Biegestellen leicht weicher, ohne dabei an Tragfähigkeit zu verlieren.
Das klingt einfach und ist es auch – vorausgesetzt, Sie haben das richtige scharfe Lederwerkzeug. Die Arbeit mit diesem Material ist ein echter Test für Ihre Ledermesser. Das Schneiden einer dicken Lage erfordert eine ruhige Hand und ein bis zur Perfektion geschärftes Ledermesser. Minderwertige Klingen verkeilen sich in den Fasern und hinterlassen ausgefranste Kanten.
Wofür eignet sich Sattlerleder?
Aufgrund seiner Eigenschaften eignet sich Sattlerleder nicht für feine Lederwaren. Sein Bereich sind Projekte, die Robustheit erfordern:
- Gürtel: Dies ist die klassischste und häufigste Anwendung, bei der eine Dicke von 3,5 mm bis 4,0 mm das richtige Gleichgewicht zwischen Steifigkeit und Tragekomfort bietet.
- Pferdegeschirr und Reitzubehör: Halfter, Zaumzeug und Zügel, bei denen die Sicherheit von der Reißfestigkeit des Materials abhängt.
- Messerscheiden (Sheaths): Eine dicke Lederschicht schützt die Klinge und verhindert ein Durchstechen.
- Trageriemen für Taschen: Robuste Schultergurte, die sich auch unter schwerer Last nicht dehnen.
Wie wählt man Sattlerleder aus und worauf sollte man achten?
Achten Sie bei der Auswahl von Sattlerleder genau auf seine Dichte. Zwei Stücke mit einer Dicke von 4,0 mm können sich völlig unterschiedlich verhalten – Leder aus den Flankenpartien ist weich und dehnbar, was es für Gürtelriemen ungeeignet macht. Suchen Sie nach Rückenstücken (Bends) oder Schulterstücken, wo die Fasern am dichtesten sind.
Wichtig ist auch die Fleischseite des Leders. Bei gutem Sattlerleder sollte sie flach und geglättet sein. Die Arbeit mit so dickem Material erfordert ein Anfasen der Kanten. Besorgen Sie sich einen Kantenhobel in Größe #1 oder #2, um die scharfen Kanten vor der Endbearbeitung abzuschrägen. Die Kanten und die Fleischseite von pflanzlich gegerbtem Leder lassen sich hervorragend mit einem Kantenglätter und Tokonole verschließen, das speziell für die Kanten- und Fleischseitenbearbeitung entwickelt wurde.
Produkte aus unserem Sortiment
- Rindsleder – Kategorie mit dicken Leder für Gürtel und schwere Lederwaren.
- Pflanzlich gegerbtes Leder – Materialien, die Sie selbst formen und bearbeiten können.
- Gürtelschnallen – Robuste Sattlerbeschläge, die für die Fertigstellung eines Gürtels unerlässlich sind.
- Kantenhobel – Werkzeuge zum Abrunden dicker Kanten.







